ARGENTINIEN: Die letzte Chance

Die Mannschaft um Lionel Messi muss in der abschliessenden Runde der WM-Qualifikation in Ecuador gewinnen, um die WM 2018 nicht zu verpassen.

Jonas Schneeberger (sda)
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Argentinien ist unter dem Coach Jorge Sampaoli noch ohne Sieg. (Bild: Victor R. Caivano/AP)

Argentinien ist unter dem Coach Jorge Sampaoli noch ohne Sieg. (Bild: Victor R. Caivano/AP)

Jonas Schneeberger (SDA)

Trotz des fünffachen Weltfussballers Lionel Messi, der beim FC Barcelona Tore am Laufmeter erzielt, hat Argentinien in bisher 17 Spielen nur gerade 16 Tore erzielt – zwei weniger als das letztklassierte Venezuela. Nationaltrainer Jorge Sampaoli lässt deshalb vor dem Schicksalsspiel in der Nacht auf Mittwoch ausgiebig die Basisgrundlagen des Fussballs trainieren: schnelles Passspiel und konzentrierte Abschlüsse. «Wenn wir nur zwanzig Prozent der Torchancen nutzen, die wir uns erarbeiten, dann sind wir in Russland dabei», sagt er.

Die Lage ist ernst. Es droht das erstmalige Verpassen einer WM seit fast 50 Jahren, seit der WM 1970 in Mexiko. In Ecuador muss ein Sieg her, um sich zumindest als Fünftplatzierter in die Barrage gegen den Ozeanien-Vertreter Neuseeland zu retten. Die ersten vier der Zehnergruppe in Südamerika lösen das WM-Ticket. Brasilien ist längst durch.

Von Platz drei bis sieben ist alles möglich

Da Peru und Kolumbien gegeneinander spielen, kann Argentinien mit einem Sieg an einem der beiden Teams vorbeiziehen – sogar an beiden, wenn Peru und Kolumbien unentschieden spielen. Vierter oder Dritter wird Argentinien bei einem Sieg in Ecuador, wenn Confed-Cup-Finalist Chile nicht in Brasilien gewinnt. Für Argentinien ist alles möglich – direkte Qualifikation, Barrage oder das Aus, alles von Platz drei bis sieben. Die Luft in Ecuador ist buchstäblich dünn. Das «Endspiel» findet in 2800 Meter Höhe im Atahualpa-Stadion der Hauptstadt Quito statt. Erst wenige Stunden vor der Partie wird die Mannschaft dorthin anreisen, das gilt als bestes Rezept, damit die Höhe die Spieler nicht zu sehr beeinträchtigt. Vor allem für Messi wäre ein Scheitern der GAU. Der Star der Nation wartet mit 30 Jahren noch auf einen grossen Titel mit seinem Land.

Die Bilanz unter Sampaoli, der 2015 Chile zum Copa-America-Sieg geführt hatte und im Mai als «Qualifikations-Retter» für 1,5 Millionen Euro vom FC Sevilla freigekauft worden war, ist wenig erbaulich: zwei 0:0 gegen Uruguay und Peru, ein 1:1 gegen Venezuela. Der Schweiz-Venezolaner Rolf Feltscher erzielte dabei per Eigentor Argentiniens Ausgleich.