Arbeitssieg ohne jeden Glanz

Erneut nur mit Mühe vermag der FC Kreuzlingen in der 2. Liga interregional beim 2:1-Heimerfolg über Widnau seiner Favoritenrolle gerecht zu werden.

Bruno Brütsch
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fussball. Ratlose Mienen beim Kreuzlinger Anhang nach 45 Minuten. «Was ist nur los mit unserem FCK», so die unausgesprochene Frage in vielen Gesichtern. 0:1 lagen die Thurgauer gegen einen keineswegs berauschend aufspielenden FC Widnau zurück. «Zu Recht», wie selbst die hartgesottenen Fans bemerkten. Dabei hatte aus FCK-Sicht alles so gut begonnen. Bereits im ersten Angriff traf Ürek den Pfosten (5.).

Danach stellte der Favorit seine Bemühungen aber für lange Zeit ein. Er überliess den Rheintalern die Initiative, unterstützte diese gar noch mit Fehlern wie etwa in der 18. Minute. Da liess sich die unsichere FCK-Abwehr mit einem einfachen Doppelpass düpieren, und Janjic verwertete aus kurzer Distanz zum 0:1. Danach genoss der Gast fast «Narrenfreiheit» auf dem Hafenareal, spielte den einfachen, gradlinigen Fussball, ohne allerdings den sichtlich geschockten Gastgebern das vielleicht entscheidende zweite Tor in die Maschen zu setzen.

In 20 Minuten zum Sieg

Einen ersten Dämpfer erlitten die Rheintaler in der 53. Minute: Nach einer schnellen Kombination über Santabarbara und Kasseckert köpfte Ürek den Ball unbedrängt zum vermeintlichen 1:1 ein. Auch wenn der Unparteiische das Tor wegen einer Abseitsstellung verweigerte, dies war die Initialzündung zur Wende – oder wie Trainer Ralph Geiger nach Spielschluss bemerkte: «Dem FCK haben 20 Minuten gereicht, um uns zu besiegen.» Zuerst enteilte Santabarbara nach einem Zuspiel Onkens und wurde vom herauseilenden Christian Lütolf von den Beinen geholt.

Bajkusa verwertete den fälligen Penalty gewohnt sicher zum 1:1 (57.). Der Gastgeber setzte sofort nach und kam durch den fleissigen Ürek zu einer weiteren Chance. Doch diesmal verhinderte Lütolf mit einer mutigen Intervention in die Beine des bulligen Angreifers Schlimmeres (64.). Drei Minuten später streckte er sich nach einem Schlenzer Alves‘ allerdings vergebens. Der Favorit bejubelte den 2:1-Führungstreffer – und wähnte sich bereits in Sicherheit.

Penalty an den Pfosten

Doch die Schlussminuten bestimmten die Rheintaler. Erst zeigte Istrefi bei einem Spurt der einheimischen Verteidigung die Absätze, knallte das Leder jedoch ohne Not über das Gehäuse. In der 82. Minute vermochte Torschütze Alves den durchgelaufenen Janjic schliesslich nur noch regelwidrig im Strafraum zu stoppen, Istrefi bot sich aus 11 Metern die grosse Ausgleichschance.

Doch es war einfach nicht der Tag des Aufsteigers, der Ball prallte vom Pfosten ins Spielfeld zurück (84). Für FCK-Trainer Ueli Grawehr ein Arbeitssieg ohne Glanz. Und wie heisst es so schön: «In zwei Monaten fragt keiner mehr, wie die drei Punkte zustande gekommen sind.»

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