Après-Ski

Ein Unterländer zeigt es den Berglern Crans-Montana, 31. Januar 1987: Ein Freudentag für den Schweizer Nationalsport. In der Königsdisziplin Abfahrt plazieren sich unter den ersten sechs fünf Schweizer. Der Unterländer Peter Müller wird gar Weltmeister.

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Ein Unterländer zeigt es den Berglern

Crans-Montana, 31. Januar 1987: Ein Freudentag für den Schweizer Nationalsport. In der Königsdisziplin Abfahrt plazieren sich unter den ersten sechs fünf Schweizer. Der Unterländer Peter Müller wird gar Weltmeister. Dieser sieht sich noch heute als Auslöser für die ausgezeichnete Mannschaftsleistung von damals. Zu Hause seien die Bergler ausgelacht worden, weil er, der Zürcher, schneller gewesen sei als alle anderen, sagt der Adliswiler im Interview mit Roger Schawinski im Schweizer Fernsehen. Dies soll die anderen Schweizer Skifahrer dazu motiviert haben, härter zu trainieren. «Ich war als Flachländer in die Domäne der Bergler eingedrungen», so der damals 29-Jährige kurz nach dem Triumph gegenüber dem «Sonntags-Blick». «Geh doch wieder, das lernst du nie», habe man ihm immer wieder gesagt. Stattdessen hat er gekämpft und es schliesslich allen gezeigt.

An der WM in Schladming fehlt den Schweizern nun ein Flachländer wie «Pitsch» Müller. Einer, der alle antreibt und durch seine Aussenseiterrolle selbst angetrieben wird. Silvan Zurbriggen aus Brig-Glis stand mit drei Jahren zum erstenmal auf Ski, der Glarner Patrick Küng machte auf dem Kerenzerberg bereits als Zweijähriger erste Fahrversuche, Didier Défago stammt aus dem Skigebiet Morgins, und Carlo Janka lebt in Obersaxen. Rang sechs, sieben, acht und 19 in der Abfahrt war das Ergebnis dieser homogenen Bergler-Zusammensetzung.

Die schlechten Ergebnisse an der WM sind ein Nährboden für das Vorhaben des Bundes: Nebst der stärkeren Finanzierung von Skilagern soll in Andermatt ein nationales Schneesport-Zentrum entstehen. Schulen und Vereine – auch aus dem Unterland – können dort in einigen Jahren günstig Skilager ausrichten. Die Bergkinder sollten sich schon einmal warm anziehen. Raya Badraun