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Schweizer Handballer haben an der Überraschung geschnuppert

Der Traum von der ersten WM-Teilnahme seit 1995 ist ausgeträumt: Die Schweizer gewinnen gegen Norwegen im Playoff- Rückspiel 33:30, fahren aber wegen der 26:32-Hinspiel-Niederlage nicht an die WM. Dabei schien das Unmögliche kurz möglich.
Cyril Aregger
Der dreifache Torschütze Lucas Meister (in Rot) setzt sich gegen Norwegens Abwehr durch. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 12. Juni 2018))

Der dreifache Torschütze Lucas Meister (in Rot) setzt sich gegen Norwegens Abwehr durch. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 12. Juni 2018))

Die Schweizer Gefühlslage nach dem Playoff-Rückspiel gegen Norwegen beschreibt man wohl am besten als «diffus». In der Zuger Bossard-Arena bezwang man Norwegen, den WM-Zweiten von 2017, mit 33:30 (15:16). Für die erstmalige WM-Qualifikation seit 23 Jahren reichte das Ergebnis jedoch nicht. «Wir haben den Vize-Weltmeister geschlagen, sind aber dennoch enttäuscht», fasste Torhüter Nikola Portner die Stimmung nach dem Spiel ­zusammen.

Der Schweizer Andy Schmid (rechts) lässt die Norweger hinter sich und schiesst auf das Tor. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Die Schweizer Samuel Röthlisberger (links) und Lucas Meister (rechts) verteidigen gegen den Norweger Sander Sagosen. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
Der Schweizer Cheftrainer Michael Suter während des Spiels. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Wuchtig zum Abschluss: Lukas Maros. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

3450 Zuschauer sorgten in der Bossard-Arena für Stimmung (Bild: Alexandra Wey / Keystone)
Blick in die Arena. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

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WM-Quali Rückspiel in Zug

Sechs Tore betrug die Hypothek, welche die Schweizer Nationalmannschaft aus dem samstäglichen Hinspiel der WM-Playoffs mit nach Zug nahm. Eine zu grosse Bürde? Die Schweizer zeigten sich von Beginn weg entschlossen und konzentriert, nahmen das Spiel gegen den WM-Zweiten von 2017 in die Hand nahmen. Nach zwölf Minuten war die Hypothek zwischenzeitlich halbiert (7:4), Champions-League-Sieger Portner hielt 4 der ersten 8 Schüsse der Norweger.

Doch einfach so gibt sich ein Weltklasseteam wie Norwegen dann doch nicht geschlagen. Langsam, aber stetig kamen die Skandinavier wieder heran, angeführt von ihrem Regisseur Sander Sagosen und unterstützt vom starken Torhüter Torbjörn Bergerud. Zwei, drei unnötige Fehler der Schweizer und ein paar Tempoverschärfungen im norwegischen Angriff später hiess es zur Pause 15:16. «Wir machten ein paar Fehler zu viel», lautete denn auch das Pausen-Fazit des Altdorfer Rückraumspielers Lukas von Deschwanden, der sein 50. Länderspiel absolvierte. «Wir müssten da zwei, drei Tore in Führung liegen.»

«Wir waren in drei von vier Halbzeiten besser»

Aber noch war mitnichten alles vorbei. Lautstark angefeuert von den 3450 Zuschauern in der Bossard-Arena, erwischte die Schweiz wieder den besseren Start und drehte das Spiel dank einer starken Mannschaftsleistung sowie angeführt von einem souveränen Andy Schmid (12 Tore) erneut. Beim Stand von 22:18 nach 38 Spielminuten fehlten noch zwei Tore zur Überraschung. Doch die zweite Halbzeit ähnelte leider auch hier ihrem Pendant gut 30 Minuten zuvor: Norwegen sammelte sich wieder, Sander Sagosen warf die wichtigen Tore und der beim Stand von 23:20 eingewechselte Espen Christensen hielt gleich mal 5 der 6 Schweizer Schüsse, die auf sein Tor kamen.

So konnte Norwegen das Spiel eng halten, ein Nervenflattern kam erst gar nicht auf. Die Schweizer gewannen gestern zwar gegen ein Topteam, doch das Unmögliche konnten sie nicht möglich machen. Die Hypothek aus dem Hinspiel war dazu doch zu hoch. Samuel Röthlisberger, mitverantwortlich für die gute Defensivarbeit, wählte ähnliche Worte wie Nikola Portner: «Wir gewinnen gegen Norwegen. Vielleicht können wir in ein paar Tagen stolz darauf sein. Doch jetzt können wir uns nicht freuen.» Röthlisberger trauerte insbesondere der ersten Halbzeit im Hinspiel nach, die gleich mit 11:19 verlorenging. «Ohne diese 30 Minuten wäre viel möglich gewesen. In drei von vier Halbzeiten waren wir die bessere Mannschaft.» Und Nationaltrainer Michael Suter sekundierte: «Es tut weh. Aber wir haben gezeigt, zu was wir fähig sind, haben über beide Spiele hinweg sehr viele Chancen herausgespielt. Das war noch im Januar gegen Bosnien-Herzegowina anders und wird uns für die nächsten Spiele Auftrieb geben.»

Das sind neue Töne für eine Schweizer Nationalmannschaft nach Spielen gegen einen Gegner mit Weltklasseformat, die – im Gegensatz zur Schweiz – fast in Vollbesetzung auflaufen konnte. Das gibt nicht nur Nationaltrainer Michael Suter einige Hoffnungen für die EM-Qualifikationskampagne, in der die Schweiz ab Oktober auf Kroatien, Serbien und Belgien treffen wird.

WM-Qualifikation. Playoffs. Rückspiele: Schweiz – Norwegen 33:30 (15:16); Hinspiel 26:32. Russland – Tschechien 29:21 (14:11); 26:27. Modus: Die Sieger qualifizieren sich für die Endrunde 2019 in Deutschland und Dänemark.

Schweiz – Norwegen 33:30 (15:16)

Bossard-Arena, Zug. – 3450 Zuschauer. – SR Nikolov/Nachevski (MKD). – Torfolge: 0:1, 1:2, 4:2, 5:4, 7:4, 7:6, 9:6, 9:8, 11:9, 11:11, 13:12, 13:14, 14:14, 14:16, 15:16; 18:16, 18:17, 20:17, 20:18, 22:18 (38.), 23:19, 23:21, 24:21, 24:23, 31:30, 33:30. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 6-mal 2 Minuten gegen Norwegen.

Schweiz: Portner (2); Schmid (12), Meister (3), Rubin, Lier (5/2), Von Deschwanden (3), Röthlisberger, Maros (2), Tominec (3), Gerbl (3).

Norwegen: Bergerud /Christensen (ab 41.); Sagosen (11/3), Myrhol (2), Jakobsen, Vildalen, Tönnesen (4), Joendal (2), Björnsen (3), Gullerud (1), Sörheim, Johannessen, O’Sullivan (4), Reinkind (2), Röd (1).

Bemerkungen: Schweiz ohne Raemy, Küttel, Delhees, Tynowski, Vernier, Markovic, Sidorowicz, Huwyler, Kusio (alle verletzt), Engler, Wick (beide überzählig), Winkler, Alili, Blättler, Arn, Haas und Jud (alle nicht eingesetzt). – Schmid scheitert mit Penalty an Bergerud (22./11:11), verwandelt aber den Nachschuss. Schmid scheitert mit Penalty an Bergerud (24./13:13). Gerbl scheitert mit Penalty an Bergerud (41./23:20). Von Deschwanden scheitert mit Penalty an Bergerud (47./24:23).

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