Alles wieder in Ordnung

Ein 7:0 in der Champions League wirkt sich aus. Bayern München feiert dank des Siegs eine Art Wiederauferstehung. Basels Trainer ist bemüht, keine Unruhe aufkommen zu lassen.

Matthias Hafen
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Jubelnde Bayern, ratlose Basler: Die Begegnung in den Champions-League-Achtelfinals nimmt doch den erwarteten Ausgang. (Bild: ky/Peter Klaunzer)

Jubelnde Bayern, ratlose Basler: Die Begegnung in den Champions-League-Achtelfinals nimmt doch den erwarteten Ausgang. (Bild: ky/Peter Klaunzer)

FUSSBALL. «Europa, die Bayern sind wieder da»: Sechs Worte der «Bild»-Zeitung genügen, um das Selbstverständnis von Bayern München auf den Punkt zu bringen. Zwei Spiele brauchte der deutsche Rekordmeister, und schon sind Zweifel und Kritik einer ganzen Saison abgeschüttelt. Nach dem 7:1 in der Bundesliga gegen Hoffenheim ist der verloren geglaubte Meistertitel praktisch gewonnen. Und nach dem 7:0 in der Champions League gegen Basel greifen die Bayern auch noch nach den Sternen. Der Champions-League-Final wird am 19. Mai in der Allianz-Arena im Münchner Stadtteil Fröttmaning ausgetragen. In ganz Bayern ist man seit Dienstag überzeugt, dass es zwei Tage nach Auffahrt zu Fröttmaninger Festspielen kommen wird. Schliesslich war das 0:1 im Hinspiel in Basel nur ein kleiner Betriebsunfall. Die Anhänger beschäftigen sich jedenfalls bereits mit einem anderen FCB. «Wer zum Teufel ist Barcelona?», haben sie nach der Demütigung von Gegner Basel gesungen.

Hoeness bremst die Euphorie

Nur einer drückt im allgemeinen Freudentaumel auf die Euphoriebremse, Clubpräsident Uli Hoeness. «Jetzt schauen sie mal auf die Liste der Mannschaften, die noch kommen. Da kann man doch trotz der tollen Leistung nicht vom Endspiel sprechen.» Hoeness weiss, dass in München die Spanne zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt sehr klein ist. Sicher ist, dass man Deutschlands Fussball-Flaggschiff nie abschreiben darf. Das musste der FC Basel am Dienstagabend schmerzlich erfahren. Trainer Heiko Vogel steht nun vor seiner grössten Herausforderung, seit er vom Assistenztrainer zum Chef befördert wurde.

«Das kreide ich dem Team an»

«Bayern München war unüberwindbar für uns», so Vogel. «Aber man kann sich dem entgegenstellen und das haben wir verpasst. Das kreide ich der Mannschaft an.» Kritik von aussen lässt Basels Trainer an sich abprallen. «Ich muss nicht jeden Teil der Aufstellung öffentlich begründen. Das ist eine Intimsphäre und man muss mir glauben, dass es gewisse Gründe gab, weshalb ich so aufgestellt habe.» Es ist Vogels Art, seiner Mannschaft wieder Ruhe zu verschaffen. Und diese braucht sie jetzt. Denn seit Dienstag ist Basels Herausforderung wieder einzig die Super League.