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Brigitte McMahon: «Alles, was nun kommt, ist ein Goodie»

Brigitte McMahon (51) mischt sich am Sonntag unter die Hobbysportler des Sempachersee-Triathlons. Die ehemalige Olympiasiegerin aus Baar spricht davor über Erfolg, Doping und ihr heutiges Leben.
Stephan Santschi

Es ist zwar schon eine Weile her, seit Brigitte McMahon an den Olympischen Spielen in Sydney die Goldmedaille für die Schweiz errungen hat – 18 Jahre, um genau zu sein. Hin und wieder spürt sie ihre Popularität aber noch, dann etwa, wenn sie sich dem Teilnehmerfeld eines regionalen Triathlon-Anlasses einverleibt. So kann es vorkommen, dass ein Läufer sie erkennt und ihr zuruft, dass die Konkurrenz heute aber gross sei. «Oder man bittet mich noch während des Rennens um ein Foto später im Zielgelände», erzählt McMahon, lacht und fügt an: «Das ist sehr speziell und stellt mich auf.»

51-jährig ist die Zugerin aus Baar mittlerweile, von ihrer Leidenschaft für den Wettkampf im Wasser, auf dem Velo und zu Fuss hat sie kaum etwas eingebüsst. «Die Atmosphäre an einem Wettkampf ist immer etwas Besonderes. Egal ob 25- oder 55-jährig – die Leute sind immer mit viel Herzblut bei der Sache.» Sie schätzt die Kombination aus grossem Trainingseifer, den jeder Athlet für sich alleine aufbringen müsse, und dem kollegialen Miteinander, wenn man gegeneinander antrete. Einzelkämpfer würden dann unter Wettkampfbedingungen zu einer grossen Familie. «Im Schwimmen habe ich das so nie gekannt. Da war die Rivalität viel grösser.»

McMahons grosser Aufstieg und der tiefe Fall

Bevor Brigitte McMahon, mit ledigem Namen Huber, auf Triathlon umsattelte, stand sie im Schweizer Schwimm-Nationalkader und versuchte sich für die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona zu qualifizieren. Nachdem dies nicht geklappt hatte, verbrachte die studierte Biochemikerin fast zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin auf Hawaii. Dort lernte sie ihren späteren Partner Mike McMahon und die Liebe zum Triathlon kennen. Was folgte, war eine ausserordentliche Karriere, die sich in drei Etappen einteilen lässt.

Am Anfang stand der Aufbau zur Weltklasseathletin, der im Olympiasieg 2000 und der Wahl zur Schweizer Sportlerin des Jahres gipfelte, «diese Phase habe ich sehr genossen». Dann kam eine schwierige Zeit, die mit einem positiven Dopingbefund im Jahr 2005 endete. «Ich hatte drei kleine Kinder und versuchte daneben Spitzensport zu betreiben. Ich war physisch und psychisch öfters überfordert. Die Doppelbelastung und die verschiedensten Aufgaben als Olympiasiegerin brachten mich an einen Punkt, an dem man nicht mehr rational reagiert.» Sie griff zu EPO, um ihre schlechten Blutwerte zu verbessern – und wurde entlarvt. «Es wäre besser gewesen, wenn ich nach Sydney mit dem Profisport aufgehört hätte. Doping gehört zu meiner Geschichte und hat mich ein Stück weit stigmatisiert, auch wenn ich sonst mein Leben lang mit Leib und Seele für Antidoping stand.»

Mittlerweile steht Brigitte McMahon mitten im dritten Abschnitt ihrer Triathlonkarriere. Nach der zweijährigen Sperre kehrte sie als Hobbysportlerin zurück und genoss die Szene fortan ohne Leistungsdruck.

Rückkehr mit neuer Lust am Triathlon

Sie profitiert von ihrer grossen Erfahrung, die Erfolge stellten sich wieder ein, in ihrer Altersklasse gewann sie WM- und EM-Titel. «Die Familie aber hat klar Vorrang. Während der Sommerferien sind Wettkämpfe tabu. Wo ich starte, entscheide ich jeweils spontan», berichtet die vierfache Mutter, die an der Kantonsschule Schwyz Biologie und Chemie unterrichtet und daneben private Schwimmstunden gibt.

Am Sempachersee-Triathlon am Sonntag wird McMahon eine kleine Serie an Einsätzen abschliessen. Nach Siegen in Zug, Spiez und Seedorf führt sie das Ranking der Breitensportwertung «TRI Circuit» in der Altersklasse der 45- bis 54-Jährigen an. «In Nottwil anzutreten, ist speziell, weil dort gestaffelt zum Schwimmen gestartet wird. Bis zur Ziellinie weiss ich nicht, an welcher Stelle ich liege. Es ist ziemlich schwierig, fokussiert zu bleiben», erläutert McMahon die bevorstehende Herausforderung. Sie gebe zwar weiterhin alles, rein resultatorientiert sind ihre Auftritte aber schon lange nicht mehr. «Alles, was jetzt noch kommt, ist wie ein zusätzliches Goodie für mich.» Nach den Sommerferien, am 25. August, wird sie dann selber wieder als Organisatorin in Erscheinung treten. Dann, wenn sie in Seewen den zehnten Tri-Kids-Triathlon für knapp 300 Kinder durchführt.

Hinweis
www.sempacherseetri.ch

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