Alex Stein ist für HCT bereit

EISHOCKEY. Wenn die Arbeitsbewilligung eintrifft, heisst der neue Trainer des HC Thurgau Alex Stein. Der 40jährige Deutsch-Kanadier hat in der Schweiz schon bei verschiedenen Clubs gearbeitet.

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Der neue Trainer Alex Stein soll den HC Thurgau in der NLB in die richtige Richtung weisen. (Bild: pd)

Der neue Trainer Alex Stein soll den HC Thurgau in der NLB in die richtige Richtung weisen. (Bild: pd)

EISHOCKEY. Wer gestern kurz vor dem Mittag das Training des HC Thurgau beobachtete, dem fiel eines sofort auf: Nicht mehr Rolf Schrepfer im Thurgauer Dialekt erteilte Anweisungen, sondern es wurde vorwiegend Englisch gesprochen. Neben dem bisherigen Assistenten Emanuel Marbach (der seinen Job behält) leitete so quasi als Gast Alex Stein das Training. Das hat einen Grund: Für den ausländischen Headcoach fehlt noch die Arbeitsbewilligung. HCT-Sportchef Roger Maier ist aber zuversichtlich: «Ich hoffe sehr, dass alles klappt, damit er am nächsten Dienstag gegen die GCK Lions an der Bande stehen darf.»

Einige Akteure des HCT kennen Stein von seinen früheren Stationen. Thomas Dommen etwa, als er letzte Saison bei Lausanne aushalf, oder Ronny Keller und Thomas Nüssli aus ihrer Zeit bei Basel. Topskorer Andreas Küng strahlte nach dem gestrigen Training: «Es war eine Einheit mit viel Tempo und alle hatten Spass daran. Und über Stein habe ich bisher nur Gutes gehört.»

Kennt die Schweiz bestens

Alex Stein gilt als akribischer Arbeiter an der Bande und bei Übungseinheiten – sowie als grosser Motivator. Und als ausgewiesener Kenner der Schweizer Eishockey-Szene. So hat der 40-Jährige (am 4. Oktober) bereits in Visp, Basel, Olten und Lausanne seine Handschrift hinterlassen.

Bei seinem vorletzten Engagement beim EHC Klostersee in der deutschen Oberliga hatte Stein ähnliche Voraussetzungen wie jetzt beim HC Thurgau – ein beschränktes Budget, einige erfahrene und viele junge Spieler, die unter seiner Führung eine positive Entwicklung nahmen. Das erklärte Saisonziel des HCT, das Erreichen der Playoffs, ist kompatibel mit der grundsätzlichen Philosophie von Alex Stein: «Wir wollen für jeden Gegner eine äusserst schwer zu schlagende Mannschaft sein.» Er möchte dem verunsicherten Team rasch neue Impulse geben und aus diesem Ruck Kontinuität werden lassen.

Im mentalen Bereich, auch neben dem Eis, sieht der Kanadier Entwicklungspotenzial: «Eishockeyspielen beginnt nicht erst mit dem Schlittschuhe schnüren, sondern schon beim Schlafengehen, bei der Ernährung und der gedanklichen Vorbereitung.» Noch seien auf dem Weg in die Playoffs 81 Punkte zu vergeben. Dem gelte seine ganze Konzentration, darauf sei er fokussiert.

Strafen vermeiden

Stein ist ein Verfechter eines Spielsystems, das sich «defensive responsible – offensive creative» nennt. Dabei geht es dem Eishockey-Fachmann um eine strukturierte Defensive, die hart und äusserst konzentriert arbeitet und so zwangsläufig auch Chancen in der Offensive eröffnet. Wesentlich ist ihm trotz der nötigen Aggressivität grösstmögliche Disziplin und damit das Vermeiden von Strafen, denn weniger Strafen heisst auch weniger Powerplays für den Gegner. (rs/ut)