Alex Frei vor seiner Heimspiel-Premiere mit dem FC Wil: «Der FC Thun ist Favorit für den Aufstieg, doch wir kennen seine Schwächen.»

Der FC Wil trägt heute um 17.30 Uhr gegen Thun sein erstes Heimspiel der Saison aus – vor höchstens 1000 Fans. Alex Frei schätzt Thun weit stärker ein als der letzte Gegner Aarau, hat aber einen Plan.

Ralf Streule
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Alex Frei: «Wir haben in den ersten beiden Spielen gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind.»

Alex Frei: «Wir haben in den ersten beiden Spielen gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind.»

Bild: Marc Schumacher / freshfocus

Ein junges, fast gänzlich umgestelltes Team und ein Trainer, der nur gerade eine Woche Zeit hatte, seine Mannschaft vorzubereiten: Die Vorzeichen für die neue Saison waren nicht einfach für den FC Wil. Die Befürchtungen blieben bisher unbegründet. Vor zwei Wochen schrammte Alex Frei mit seinem Team nur knapp an einem Cupsieg gegen Aarau vorbei. Und eine Woche später gab es gegen den gleichen Gegner zum Saisonstart bereits eine Steigerung – und einen 3:1-Sieg, der trotz Rückstand zustande kam. Frei sagt:

«In diesen Spielen hat das Team gesehen, dass es konkurrenzfähig ist.»

Was eine wichtige Basis sei – und seinen Beginn in der Ostschweiz «angenehm» gemacht habe.

Kleiner Fehlstart für den FC Thun

Das heutige Spiel im Bergholz gegen den FC Thun werde aber zu einer ungleich schwierigeren Aufgabe. Der Absteiger verlor zwar Spieler wie Basil Stillhart oder Matteo Tosetti, sei aber dennoch weiterhin gespickt mit «hochinteressanten Spielern» und deshalb Aufstiegsfavorit. Die Thuner kamen gegen Lausanne-Ouchy in der ersten Runde zwar daheim nicht über ein 2:2 hinaus. Das Spiel habe aber die Stärken der Thuner deutlich gezeigt. Auf die Schwächen, die er ebenfalls gesucht und – Achtung geheim! – auch gefunden habe, will Frei seine Wiler im ersten Heimspiel unter seiner Ägide ausrichten. Eine Tugend, die er den Wilern ohnehin einimpfen will, ist die Beherrschung mehrer Spielsysteme. Der Wechsel von der Dreier- zur Viererverteidigung zwischen den beiden Aarau-Spielen hat schon mal gefruchtet.

Ein Spieler, der «die falsche Ausfahrt genommen hat»

Gegen Thun noch nicht mit dabei sein wird Robin Kamber, der vergangene Woche zu den Wilern stiess, aber noch nicht spielberechtigt ist. Seine Entwicklung wird spannend zu verfolgen sein. Der 24-Jährige aus dem Basler Nachwuchs galt als Talent, spielte für Vaduz und GC in der Super League, wechselte in die kroatische Liga, kehrte nach nur vier Einsätzen für Slaven Belupo in die Schweiz zurück. Frei bezeichnet ihn als einen jener Spieler, «die talentiert sind, einst aber die falsche Ausfahrt genommen haben und nun den FC Wil als Chance sehen».

Im Bergholz werden heute 1000 Zuschauer zugelassen sein. Beim FC Wil erwartet man aber nicht, dass diese Zahl erreicht wird. Wohl werde das Wetter und vielleicht auch die Maskenpflicht viele Zuschauer von einem Besuch abhalten.