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ALBANER IN DER OSTSCHWEIZ: «Der Albaner ist wie Kaffee – es gibt ganz viele Sorten»

In der Schweiz leben nur wenige Menschen mit einem albanischen Pass. Kosovo-Albaner sind viel stärker vertreten. «Der grösste Unterschied zwischen Albanern und Kosovo-Albanern ist ihre Prägung.» Das sagt Zef Ahmeti vom albanischen Institut St.Gallen.
Christa Kamm-Sager
In der Schweiz leben rund 300'000 Menschen mit albanischer Herkunft. Im Kanton St.Gallen stellen sie knapp drei Prozent der Bevölkerung, im Thurgau und in den beiden Appenzell sind es weniger. (Bild: sgt)

In der Schweiz leben rund 300'000 Menschen mit albanischer Herkunft. Im Kanton St.Gallen stellen sie knapp drei Prozent der Bevölkerung, im Thurgau und in den beiden Appenzell sind es weniger. (Bild: sgt)

Kosovo-Albaner und Albaner hätten etwa ein Verhältnis zueinander wie St.Galler und Appenzeller, beschreibt Ahmeti, der selber den Schweizer Pass besitzt, die Beziehung zwischen den albanisch-stämmigen Völkern. Man kenne sich gut, grenze sich jedoch ab und wisse um seine Eigenheiten.

In Albanien herrschte von 1945 bis 1991 ein kommunistisches Regime. Das prägte die Menschen. Die Menschen konnten nicht weg aus ihrem Land und fingen an, es dafür zu hassen. Die Kosovo-Albaner und die Albaner aus Mazedonien, Serbien und Montenegro aber konnten reisen und liebten ihr Land Albanien aus der Ferne viel mehr als die Menschen, die dort lebten. «Die Zeit im Kommunismus hat die Menschen auseinander gebracht. Heute ist man auf einem guten Weg, sich wieder näherzukommen», sagt Ahmeti.

Bis zu 300'000 in der Schweiz

Laut Angaben des Bundesamtes für Statistik lebten Ende 2014 nur 57 Personen mit einem albanischen Pass im Kanton St.Gallen. Im Vergleich dazu: 2014 waren 9142 Menschen aus Kosovo im Kanton St. Gallen gemeldet. Auch im Kanton Thurgau sieht das Verhältnis in etwa ähnlich aus: 28 Personen mit albanischen Pass stehen 2701 Menschen aus Kosovo gegenüber. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden leben sieben albanische Staatsangehörige und 303 Kosovaren und in Innerrhoden sind es 16 Kosovaren und kein einziger, der den albanischen Pass besitzt. In den anderen Ostschweizer Kantonen Glarus und Graubünden ist das Verhältnis ähnlich. Diese Zahlen täuschen jedoch insofern, als gemäss Schätzungen des Rats der Albaner in der Schweiz rund ein Drittel aller hier wohnhaften Albaner aus Mazedonien, Serbien oder Montenegro stammen. Diese tauchen in der Statistik nicht auf, weil der Bund nur die Staatszugehörigkeit erfasst und deshalb dazu keine Zahlen liefern kann. Der Dachverband der albanischen Gemeinschaft schätzt, dass insgesamt rund 300 000 Menschen albanischer Herkunft in der Schweiz leben, Eingebürgerte inklusive.

In der Schweiz leben rund 300'000 Menschen mit albanischer Herkunft. Im Kanton St.Gallen stellen sie knapp drei Prozent der Bevölkerung, im Thurgau und in den beiden Appenzell sind es weniger. (Bild: sgt)

In der Schweiz leben rund 300'000 Menschen mit albanischer Herkunft. Im Kanton St.Gallen stellen sie knapp drei Prozent der Bevölkerung, im Thurgau und in den beiden Appenzell sind es weniger. (Bild: sgt)

Humanitärer Geist

Zef Ahmeti sieht einige Ähnlichkeiten zwischen der Schweiz und Albanien. «Für mich sind es zwei Länder mit einem grossen humanitären Geist.» Der Schweiz gehe es wirtschaftlich zwar um Welten besser, aber trotzdem sei im vergleichsweise armen Albanien die Hilfsbereitschaft gross. Auch was die Fussball-EM betrifft, findet der stellvertretende Leiter des Albanischen Instituts durchaus Gemeinsamkeiten: Sowohl für Albanien wie auch für die Schweiz bedeutet die Teilnahme viel. Den Albanern stärke sie das Selbstvertrauen, die Schweizer erlebten durch die Teilnahme ein positives «Multikultigefühl».

Espresso, Cappuccino, Ristretto

Um die Eigenart der albanischen Vielseitigkeit und doch Gleichheit nachvollziehen zu können, zieht Ahmeti noch einen anderen Vergleich: «Ein Albaner ist wie Kaffee: Es gibt aber nicht nur Kaffee Crème, es gibt auch noch Espresso, Latte Macchiato, Cappuccino oder Ristretto.» Albaner können sehr verschieden sein, aber kämen doch aus einer Familie. Albanien sei ein wunderschönes Land und seit der politischen Wende gehe es dem Land deutlich besser. Während der kommunistischen Phase sei die Armut in Albanien beträchtlich gewesen. Was das Land immer noch daran hindere, vorwärtszukommen, sei nach wie vor die Politik, so Ahmeti. «Die jetzigen Politiker bremsen die Entwicklung des Landes.»

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