Alarmglocken läuten: SC Kriens verliert gegen den FC Winterthur mit 1:2

Der SC Kriens verliert das Heimspiel gegen den FC Winterthur mit 1:2. Zur Pause noch in Führung, bauen die Krienser in der 2. Halbzeit enorm ab.

Turi Bucher
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Winterthurs 2:1-Torschütze Ousmane Doumbia (rechts) eilt dem Krienser 1:0-Torschützen Marco Rüedi davon. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 1. Dezember 2018)

Winterthurs 2:1-Torschütze Ousmane Doumbia (rechts) eilt dem Krienser 1:0-Torschützen Marco Rüedi davon. (Bild: Boris Bürgisser, Kriens, 1. Dezember 2018)

Trainer Bruno Berner sprach in den vergangenen Wochen der sich ansammelnden Unentschieden und der verschenkten Punkte gerne vom «Prozess», den seine Mannschaft nach dem Aufstieg in die Challenge League durchschreiten müsse. Dann ist die 1:2-Heimniederlage gegen den FC Winterthur in diesem Prozess ein herber Rückschritt, eine grosse Enttäuschung.

Es ist nicht so schlimm, wenn das Krienser Publikum weiter auf den ersten Heimsieg im neuen Kleinfeld-Stadion warten muss. Aber es ist höchst beunruhigend, wie der SCK in diesem Spiel unterging, nach der Pause mehr oder weniger inexistent war. Nun müssen bei den Kriensern die Alarmglocken läuten – bei jedem einzelnen Spieler jenes Teams, das diese Niederlage zu verantworten hat, aber auch bei den Verantwortlichen im sportlichen Bereich: Es braucht für die Rückrunde in der Offensivabteilung Verstärkungen, Akteure, die effizient und gefährlich nach vorne und aufs gegnerische Tor spielen können. Denn: Die aktuelle Mannschaft scheint alles zu geben, sich auf dem Spielfeld zu zerreissen ... um doch nicht vom Fleck zu kommen.

Nach der Pause wie ausgelöscht

Mit dieser Niederlage ist der SCK definitiv im Abstiegskampf angekommen. SCK-Verteidiger Jan Elvedi widersprach nach dem Schlusspfiff zwar: «Es ist ja noch nicht mal die Hälfte der Saison gespielt.» Ja, stimmt, aber die Zeichen sind offensichtlich: Kriens kann kämpferisch mithalten, hinkt spielerisch, physisch und vor allem mental hinterher. Auch Elvedi musste einsehen: «Wir waren nach der Pause immer einen Schritt zu spät, konnten gar keine Entlastung erzielen.» Und schon gar kein Tor mehr. In Führung waren die Krienser in der ersten Halbzeit durch einen klug einstudierten Freistosstrick (14./Siegrist-Querpass auf Rüedi) gegangen. In der Folge war es vor allem Goalie Simon Enzler zu verdanken, dass Kriens den Ausgleich nicht schon früher kassierte. Weil der SCK aber nach der Pause enorm unter Druck geriet und sich kaum zu wehren wusste, war Luca Radices Ausgleich für Winterthur hochverdient. Ein Krienser Befreiungsschlag war nicht in Sicht, das 1:2 viel näher als das 2:1. So kam es: Der Ivorer Ousmane Doumbia traf in der 84. Minute für Winterthur.

FCW-Trainer Ralf Loose suchte vor dem Spiel den (eingenebelten) Pilatus, meinte, er sei da auch schon mit dem Bähnli rauf, «unglaublich steil ist es gewesen». Nun wird aber der Weg für Kriens steil: Der Berg namens «Ligaerhalt» präsentiert sich nach dieser ungenügenden Leistung noch ein bisschen höher über dem Kleinfeld.