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Alaphilippe triumphiert bei Mailand - Sanremo

Julian Alaphilippe gewinnt nach dem Lehmstrassenrennen der Strade Bianche nun auch den Frühlingsklassiker Mailand– Sanremo. Der Franzose kann klettern und sprinten. Jetzt beweist er, dass er auch ökonomisch mit seinen Kräften umgehen kann.
Tom Mustroph, Sanremo
Streckt gleich die Siegerfaust in die Höhe: der Franzose Julian Alaphilippe. (Bild: Dario Belingheri/Keystone (Sanremo, 23. März 2019))

Streckt gleich die Siegerfaust in die Höhe: der Franzose Julian Alaphilippe. (Bild: Dario Belingheri/Keystone (Sanremo, 23. März 2019))

Mit dem Franzosen Julian Alaphilippe gewann in Sanremo der grosse Favorit. Es beeindruckte, wie sein Team Deceuninck Quick Step das Rennen in die Hand nahm und der Chef die Vorarbeit dann vollendete. Überraschungszweiter wurde der Belgier Oliver Naesen. Ex-Weltmeister Michal Kwiatkowski wurde Dritter. Weiter ohne Sanremo-Sieg blieb als Viertplatzierter Peter Sagan.

Julian Alaphilippe sagte nach dem Rennen: «Ja, seit dem Tirreno–Adriatico hiess es immer nur, ich sei der Mann für Sanremo. Ich habe versucht, all das zu vergessen, es beiseitezuschieben und mich auf die Arbeit zu konzen­trieren.» Die Arbeit bestand darin, dass sein Team am Fusse des Poggio ein so mörderisches Tempo vorlegte, dass alle Sprinter nach und nach abreissen lassen mussten. Ob Elia Viviani – immerhin Teamkollege und Co-Captain von Alaphilippe – oder Fernando Gaviria, John Degenkolb oder Caleb Ewan. Sie alle waren zur Hälfte des Anstiegs entweder schon am Rande ihrer Kräfte oder gar distanziert.

Kurz vor der Kuppe trat Alaphilippe dann aus dem Schatten seiner Vorderleute und attackierte. «Dieser Rhythmuswechsel war einfach zu hart für mich», bekannte Gaviria, vor dem Rennen der zweite grosse Favorit neben Alaphilippe, enttäuscht. Echte Massensprinter konnten ohnehin nicht mehr folgen. Hinter Alaphillippe jagten nur noch die kletterstarken Männer unter den Schnellen. Die früheren Weltmeister Peter Sagan und Michal Kwiatkowski etwa. Auch der Spanier Alejandro Valverde war dabei. Eine bärenstarke Gruppe, eine, die man eher bei den Ardennenklassikern erwartet. Fünf Minuten und 50 Sekunden wurden als Zeit für den Aufstieg zum ­Poggio gestoppt. Das war die schnellste Zeit seit Jahren. Bis 1998 muss man zurückblättern, um auf ähnliche Zeiten zu kommen. Den Sprint der zehnköpfigen Gruppe gewann dann Alaphilippe. «Ich wusste, diese Gruppe ist stark. Ich wollte nach all der Vorarbeit aber auch nicht nur Zweiter oder Dritter werden. Ich wollte gewinnen. Ich habe mich dann auf meinen Sprint konzentriert und bin angetreten, als 600 Meter vor dem Ziel Mohoric neben mir auftauchte. Ich habe gesehen, dass die anderen auch alle am Limit waren. Ich habe alles gegeben und war dann aber erstaunt, dass weder links noch rechts neben mir jemand auftauchte», fasste der Franzose das Finish zusammen. Alaphilippe ist momentan das Nonplusultra im Strassenradsport. Er gewann zwei Etappen beim Tirreno–Adriatico, triumphierte bei den Strade Bianche.

Die Anden-Luft hat ihm gutgetan

Er gewann auch eine Etappe und die Punktewertung bei der Tour de Colombia. Dort, in den Höhenlagen der Anden, blieb er nach dem Rennen noch weitere zehn Tage. «Das half mir sicher in der Vorbereitung», bilanzierte er. Im letzten Jahr gewann Alaphilippe die Bergwertung der Tour de France. Eine sehr rare Mischung von Trophäen.

In den nächsten Wochen strebt er Siege bei den belgischen Klassikern an. Als Traum nannte er einen WM-Sieg. «Das ist wahrscheinlicher als ein Sieg bei der Tour», sagte er noch lachend. Ein paar Grenzen sieht er also bei sich. Aber nicht viele. In der Rolle des am vielseitig talentiertesten Fahrers hat er jetzt Peter Sagan den Rang abgelaufen. Der Radsport hat einen neuen Star.

World Tour. 110. Mailand–Sanremo (291 km): 1. Alaphilippe (FRA) 6:40:14. 2. Naesen (BEL). 3. Kwiatkowski (POL). 4. Sagan (SVK). 5. Mohoric (SLO). 6. Van Aert (BEL). 7. Valverde (ESP). 8. Nibali (ITA). 9. Clarke (AUS). 10. Trentin (ITA), alle gleiche Zeit.

Ferner: 14. Kristoff (NOR) 0:27 zurück. 16. Gaviria (COL). 32. Démare (FRA). 42. Van Avermaet (BEL). 48. Marc Hirschi (SUI), alle gleiche Zeit. 59. Stefan Küng (SUI) 1:15. 109. Reto Hollenstein (SUI) 5:22. 111. Michael Schär (SUI) 5:26. – 175 Fahrer gestartet, 168 klassiert.

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