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AKTIONARIAT: Die Aufräum-AG

Die Zukunft des FC St. Gallen liegt nach dem Rückzug von Dölf Früh in den Händen von zehn Ostschweizer Aktionären. Ob sie im Club radikal aufräumen oder nur kleine Anpassungen vornehmen werden, ist offen. Die Übersicht zeigt, wer die Aktionäre sind.
Christian Brägger, Ralf Streule

Christian Brägger, Ralf Streule

Seit Montag ist die neue Eignerstruktur der FC St. Gallen Event AG bekannt. Dieses Aktionariat soll nun den Club in ruhigere Gewässer führen und den oft kritisierten Verwaltungsrat durchleuchten. Das Aktionärsgremium ist breiter abgestützt als zuvor, die Anteile sind auf zehn Schultern verteilt. Es handelt sich ausschliesslich um Exponenten aus der Ostschweiz. Eine Machtkonzentration, wie sie mit Dölf Früh vorherrschte, der mit annähernd 50 Prozent einem Mehrheitsaktionär gleichkam, kennt die Event AG nicht mehr. Zwar stockte Edgar Oehler auf 24,39 Prozent auf, doch auch der Thurgauer Unternehmer braucht für die Entscheidungsmehrheit mindestens drei weitere Mitbesitzer der Event AG – ein basisdemokratisches Konzept, das es im Aktionariat unter Früh nicht gab.

Früh veräusserte auch seinen 8,25-Prozent-Anteil an der FC St. Gallen AG, der zweiten Gesellschaft innerhalb des Club-Konstrukts. Neu besitzt die Event AG dieses Paket, womit sie noch deutlicher zur Muttergesellschaft der FC St. Gallen AG wird. Das Aktionariat der Event AG bestimmt damit weiterhin praktisch allein über den Verwaltungsrat, der beiden Gesellschaften strategisch vorsteht. So gesehen fanden die VR-Wahlen unter den Publikumsaktionären am vergangenen Montag nur pro Forma statt. Doch gerade jene Wahlen offenbarten, wie kritisch die grünweissen Anhänger derzeit sind.

Roland Gutjahr, einer der neuen Köpfe des Aktionariats der Event AG, hat in dieser Zeitung bereits angetönt, mit den Aktionären zum Wohle des Vereins Veränderungen im VR herbeiführen zu wollen. Wie diese konkret aussehen, liess er offen. Offen ist auch, ob es heute innerhalb des Aktionariats stark divergierende Meinungen gibt, was die Clubstrategie angeht. In den Gesprächen zeigen sich mehrere Aktionäre kritisch gegenüber dem VR und Frühs Entscheiden der letzten Monate, und enttäuscht über den wohl erzwungenen Abgang von Pascal Kesseli aus dem VR und dem Aktionariat. Kesseli galt zuletzt als Gegenspieler von Früh. Als Verwahrer von Frühs Vermächtnis könnten Oehler und Präsident Stefan Hernandez gelten. Offiziell halten sich die meisten mit Voten zurück. «Wir kommunizieren am Ende gemeinsam», so der Tenor.

Wahrscheinlich ist, dass der VR aufgestockt wird. Und dass die operative von der strategischen Führung getrennt wird. Baustellen sind auch im Nachwuchs zu orten, in der gemäss Gutjahr «führungslosen» Event AG, aber auch im FC St. Gallen, wo noch immer der Sportchef fehlt. Und damit jene Person, die den Club langfristig entwickeln soll. Dazu kommt ein finanzieller Verlust. Das neue Aktionariat, das unten vorgestellt wird, muss die Zeiger nun richten.

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