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AKRO-TURNEN: Vermehrt auf Showauftritte konzentrieren

Das Akro-Wettkampfteam Corinne & Kerstin gibt es nicht mehr. Corinne Mathis aus Wilen mit ihrer Partnerin Kerstin Gellert aus Zug haben ihren Rücktritt vom Spitzensport erklärt und damit eine grosse Lücke hinterlassen.
Urs Nobel
Das neue Steckenpferd von Corinne Mathis: Pole-Akrobatik. (Bild: Carmen Brechbühl)

Das neue Steckenpferd von Corinne Mathis: Pole-Akrobatik. (Bild: Carmen Brechbühl)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Das Duo Corinne & Kerstin war im Akrobatikturnen einige Jahre schweizweit das Mass aller Dinge. Im Jahr 2015 wollten sich die beiden auch international an der absoluten Spitze etablieren. Sie qualifizierten sich problemlos für die Europameisterschaft in Riesa, Deutschland, und durften sich berechtigte Chancen auf eine gute Platzierung ausrechnen. Aus heute noch nicht verständlichen Gründen konnte kein Schweizerpass für Kerstin Gellert (Deutsche) ausgestellt werden. Keine Teilnahme also, vergeben der grosse Aufwand, den das Paar für das grosse Ziel investierte.

Reduzieren des Trainingsumfangs hat gut getan

Corinne Mathis und Kerstin Gellert begannen, ihr Engagement für ihre Sportart zu hinterfragen und reduzierten vorerst ihren Wettkampf-Trainingsaufwand. «Erstaunlicherweise hat mir das gutgetan», blickt Corinne Mathis auf jene Zeit zurück. Als im Frühjahr 2016 jedoch eine Einladung zu einem international hochanerkannten Turnier in Bristol, England, hereinflatterte, nahmen sie die Herausforderung an und erhöhten ihr Wettkampf-Trainingspensum wieder. «Kurz vor dem mit Freude erwarteten Wettkampf in Bristol verletzte ich mich jedoch an der Schulter. Die Zeit wurde zu knapp, um rechtzeitig gesund zu werden. So mussten Kerstin und ich auch diesen Höhepunkt auslassen.» Ihren letzten Höhepunkt 2016 kürten Corinne & Kerstin mit der Schweizer Meisterschaften in Genf. Dort konnten sie nach der Verletzungspause ohne Probleme das Siegertreppchen nach ganz oben besteigen. Dreimal in Folge realisierten die beiden den ersten Platz bei den Schweizer Meisterschaften.

Kerstin Gellert zog sich in der Folge vom Akrobatikturn-Spitzensport zurück und Corinne ­Mathis blieb ohne passende ­Partnerin. Sie überbrückte das vergangene halbe Jahr mit ­Rock-’n’-Roll-Trainings und war auf Anhieb erfolgreich. Der neue Partner bekundete jedoch gesundheitliche Probleme, so dass auch dieses Engagement bald wieder beendet war. Mit Kerstin Gellert blieb die Hinterthurgauerin aber regelmässig in Kontakt. Bei einem der vielen Gespräche kam der gemeinsame Wunsch, weiter als Paar aufzutreten. Nicht mehr an Wettkämpfen, dafür in Shows. Wenngleich Corinne Mathis ein absoluter Trainingsfreak bleibt, kam es ihr recht, nicht mehr jeden Abend, dafür tagsüber, in der Turnhalle sein zu müssen. Plötzlich verfügte sie über mehr Zeit, die sie für andere Projekte nutzen konnte. Sie ist heute noch gleich fit wie als Akro-Turnerin. Der Aufwand für Showauftritte mit Kerstin Gellert ist jedoch um einiges geringer. Um ihr persönliches Niveau aber zu halten, trat Corinne Mathis auch alleine in Shows auf und betreute ihre Tanzgruppe Xpressioners im Training, an Auftritten oder Turnieren. Kerstin Gellert ist unterdessen Verantwortliche Akrobatikturnen im Schweizer Verband.

Nebst den Auftritten mit Kerstin Gellert wusste Corinne Mathis an verschiedenen Showauftritten die Zuschauer als Tänzerin, Entertainerin und mit Handstand-Akrobatik-Einlagen zu begeistern. Neuerdings hat sie sich ein neues Steckenpferd zugelegt. In kurzer Zeit erlernte sie Pole-Akrobatik. Weil sie sich – wie sie selber sagt – «nur mit den Besten messen möchte», hat sie sich bereits einen Namen in der Szene geschaffen. «Ich habe aber auch das Glück gehabt, im richtigen Moment die richtigen Leute zu treffen.»

In Anbetracht ihrer Vielfältigkeit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Corinne Mathis mit einem Gesamtfeuerwerk auf der Bühne auftritt: Mit Tanzen, Handstand-Akrobatik, Akrobatikturnen, Pole-Akrobatik und Entertainment, all inclusive. Dafür trainiert sie bis zu 25 Stunden die Woche, vermehrt aber auf ihre Gesundheit achtend. Denn diese und das persönliche Wohlbefinden haben bei der Hinterthurgauerin einen komplett neuen Stellenwert bekommen.

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