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Adelboden-Riesenslalom: Schweizer Niederlage ohne Ansage

Marcel Hirscher gewinnt zum vierten Mal den Riesenslalom von Adelboden. Die Schweizer bleiben unter den Erwartungen und verpassen das Podest deutlich.
Claudio Zanini, Adelboden
Der Buochser Marco Odermatt (im Bild) fuhr im zweiten Lauf die sechstbeste Zeit. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Adelboden, 12. Januar 2019))

Der Buochser Marco Odermatt (im Bild) fuhr im zweiten Lauf die sechstbeste Zeit. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Adelboden, 12. Januar 2019))

Eigentlich müsste man sich an Schweizer Niederlagen am Chuenisbärgli längst gewöhnt haben. 2008 gab es zum letzten Mal Podestplätze. Seither sind die dürftigen Ergebnisse in Adelboden ungefähr so überraschend wie Siege von Marcel Hirscher.

In diesem Jahr war die Ausgangslage aber ein bisschen anders. Auch ohne überschäumenden Optimismus durfte man den einheimischen Athleten Podestplätze zutrauen. Doch der schlaue Skifan weiss: Dafür müsste viel zusammenpassen auf der wohl schwierigsten Riesenslalom-Piste des Weltcups.

Dennoch: Dieses Team inspiriert zurzeit zu solcherlei Träumen. In der Mannschaft scheint eine besondere Dynamik zu herrschen. Wenn der Gruppentrainer von den Leistungen und vom Spassfaktor schwärmt und Leader Loïc Meillard sagt, er würde die Trainings «geniessen», passt sicher vieles zusammen. Doch sie zelebrieren eben nicht nur diese neue Leichtigkeit, sie liefern auch Resultate. Zwei Podestplätze in dieser Saison sind der Beweis dafür, dass es sich beim Riesenslalom nicht mehr länger um eine Krisendisziplin handeln kann.

Die logische, aber vielleicht naive Folgerung aus den Podestplätzen war, dass es in diesem Jahr auch in Adelboden klappen muss. Meillard, der die Hoffnungen mit seinem zweiten Platz in ­Saalbach nährte, griff mit der Startnummer 3 als erster Schweizer ein. Doch die Fahrt war zu verhalten, um sich für einen Platz unter den ersten drei zu bewerben. «Im ersten Lauf hat das Timing gefehlt», sagte Meillard. Den fehlenden Biss wollte er im zweiten Durchgang kompensieren. Auch das ging nicht auf. «Da habe ich fast zu viel riskiert.»

Nach Meillard folgte mit Thomas Tumler der andere Fahrer, der in diesem Winter auf dem Podest stand – er schied aus. Nach dem ersten Lauf waren die verbliebenen Schweizer mit den Plätzen 11 (Gino Caviezel), 12 (Loïc Meillard) und 16 (Marco Odermatt) nicht mehr wirklich in Podestnähe. Ein nächster Dämpfer zeichnete sich ab. Aber diesmal kam er eben ohne Ansage. Das ist schwieriger zu verdauen.

Es fehlt an Details

Die grossen Sprünge nach vorne blieben im zweiten Durchgang aus. Gino Caviezel verbesserte sich auf Rang 9, Marco Odermatt wurde 10., Loïc Meillard schliesslich 14. Das wirkt in der Endabrechnung nach der obligaten Niederlage, ist aber dann doch das beste Abschneiden seit 2009. Damals waren am Chuenisbärgli letztmals zwei Schweizer unter den ersten zehn klassiert.

Die Zahlen sind im Skisport aber höchstens die halbe Wahrheit. Das Riesenslalom-Team ist grundsätzlich näher an der Spitze dran als im Rennen von Adelboden. Es fehlt an Details, vielleicht einfach die Erfahrung, in solch grossen Rennen sein Bestes abliefern zu können. Marco Odermatt versucht zu erklären: «Es ist schwierig zu sagen, woran es fehlt. Überall noch ein bisschen. Wahrscheinlich braucht es Erfahrung und ein Erfolgserlebnis.» Dass die Entwicklung vorangeht, zeigt insbesondere Odermatts Top-Ten-Platz, den er herausfuhr trotz schlechter Sicht im ersten Durchgang. «Vor einem Jahr hätte ich es unter diesen Umständen nicht in den zweiten Lauf geschafft.» Es passt zur Unbeschwertheit des 21-Jährigen, wenn er sagt: «Das nächste Mal klappt es mit dem Podestplatz.»

So blieb nichts anderes übrig, als die Ausnahmeerscheinung Marcel Hirscher zu würdigen. Odermatt machte das so: «Er ist einfach Weltklasse. Er hat alles immer im Griff.»

Zahlen beschäftigen Hirscher null

Hirscher lag zur Rennhälfte noch hinter Henrik Kristoffersen zurück, schuf dann in der Reprise eine Differenz von 71 Hundertstelsekunden. Es ist sein vierter Sieg im Riesenslalom von Adelboden. Heute könnte er im Slalom nachdoppeln. Dieses Double hat er bereits zweimal zu Stande gebracht. Wenn man über den siebenfachen Gesamtweltcup-Sieger ­redet, muss man immer auch über Rekorde reden. Den Österreicher beschäftigen die Zahlen wenig. Er sagt: «Ich denke nur an das Rennen, das hinter mir liegt, und an das Rennen, das kommen wird.» Der Slalom werde ein harter Fight. Und Kristoffersen hege wohl grosse Pläne, fügt der Österreicher an. Es dürfte einmal mehr auf einen Zweikampf der beiden hinauslaufen.

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