Achtung, dieser Text wird schlecht!

Im Fussball will keiner der Favorit sein. Von dieser Haltung lässt sich eine Scheibe abschneiden.

Ralf Streule
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Ralf Streule, Sportredaktor.

Ralf Streule, Sportredaktor.

Machen Sie sich keine Hoffnungen, diese Glosse wird übel. Ich staple tief, ich weiss. Aber ich bin da in bester Gesellschaft. Besonders im Fussball, diesem doch so selbstbewussten Sport, greift das Understatement um sich. In den vergangenen Tagen gab es eine Überdosis davon.

Alex Frei vom FC Wil sieht im FC Thun einen schon fast übermächtigen Gegner, um ihn dann mit 1:3 nach Hause zu schicken. St.Gallens Peter Zeidler findet, der Europacup-Gegner AEK Athen sei aus Schweizer Sicht «eine andere Kategorie» – um die Griechen dann zu Beginn des Spiels einzuschnüren wie Schülerbuben.

FC-Vaduz-Trainer Mario Frick spricht von der Aussenseiterrolle, fordert danach aber dem FC Basel und St.Gallen alles ab. Massimo Carrera, Trainer des AEK Athen, breitet in italienischer Manier die Arme aus und gibt mit viel Mimik dieses langgezogene, ebenso sehr italienische «eeehh» zum Besten, als ihm von einem Journalisten die Favoritenrolle aufgedrückt wird.

Favorit? Natürlich nicht. Man will ja den Gegner nicht unterschätzen. Geschweige denn die Fans enttäuschen, sollte es nicht klappen wie insgeheim erwartet. Vorschusslorbeeren möchte man nicht hören, arrogant wirken schon gar nicht. Es sei denn, man heisst Zlatan Ibrahimovic.

Nun, vielleicht hat Ihnen der Text ja doch gefallen. Wenn nicht, ist das kein Problem. Ich hatte meine Niederlage ja angekündigt.