Abstürze und Triumphe

Mit Kreuzlingen, Tobel-Affeltrangen, Weinfelden-Bürglen (zweimal) und den Münsterlingerinnen gibt es fünf Absteiger. Eine Liga höher spielen Amriswil, Bischofszell und Calcio Kreuzlingen.

Ruedi Stettler
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Thurgauer Derby: Auch in der kommenden Saison treffen Frauenfeld (rot) und Sirnach in der 2. Liga interregional wieder aufeinander. (Bild: Mario Gaccioli)

Thurgauer Derby: Auch in der kommenden Saison treffen Frauenfeld (rot) und Sirnach in der 2. Liga interregional wieder aufeinander. (Bild: Mario Gaccioli)

FUSSBALL. In einer nicht gerade günstigen Situation befindet sich Kreuzlingen. Eigentlich ist der FCK aus der 1. Liga Classic abgestiegen. Das bleibt nicht so, wenn der Konkurs über Bellinzona eröffnet wird, dann bleiben die Thurgauer «oben». Finden die Tessiner neue Geldgeber, verbleiben sie in der Challenge League und Kreuzlingen muss in die 2. Liga interregional. Eine unangenehme Lage für den neuen Kreuzlinger Trainer Kristijan Djordjevic. FCK-Sportchef Daniel Bollmann hält deshalb fest: «Wir müssen zweigleisig planen. Allerdings gehen wir jetzt einmal davon aus, dass wir der Relegation verfallen sind. Und stellen uns darauf ein, dass wir gegen Amriswil, Frauenfeld und Sirnach spektakuläre Derbys absolvieren dürfen.»

Sirnachs Frühjahrs-Schwung

Erstmals in der 2. Liga interregional dabei, tat sich Sirnach im Herbst schwer. Nach erfolgreichen Jahren musste das Team zuerst das Verlieren wieder lernen. Und akzeptieren. Trainer Ridvan Rexhepaj holte sich im Winter Verstärkungen und marschierte mit seiner Truppe Schritt für Schritt aus dem Abstiegsstrudel. Ende Saison schauten nach 26 Partien satte 37 Punkte und Platz sieben heraus. Rexhepaj durfte feststellen: «Ich bin stolz auf die Equipe. Sie hat sich mächtig gesteigert.»

Genau das Gegenteil passierte bei Frauenfeld. Die Kantonshauptstädter waren unter ihrem neuen Coach Ueli Heeb mit zwei Heimniederlagen gestartet, liefen aber nachher zu grandioser Form auf. Der FCF überwinterte in der Spitzengruppe, verlor aber mehrere Leistungsträger. In der Rückrunde passte nichts mehr zusammen. Heeb gab frühzeitig seinen Rücktritt auf Ende Saison bekannt, doch auch das nützte wenig. Frauenfeld stürzte sogar auf den letzten (11.) Nichtabstiegsrang ab. Mit dem neuen Übungsleiter Roman Wild soll es nun wieder aufwärts gehen.

Amriswiler Gala-Auftritte

In der 2. Liga lieferten sich Amriswil und Wängi in der Gruppe 2 zu Beginn ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aber dann setzte sich der FCA zügig ab. Nach 22 Runden lautete die glanzvolle Bilanz: 17 Siege, 4 Unentschieden und nur eine Niederlage. Noch nie hat Amriswil so viele Punkte ergattert. Auch das Torverhältnis von 67:20 spricht eine deutliche Sprache. Trainer Olaf Sager führte die Mannschaft mit Glanz und Gloria eine Stufe höher. Und blieb wie immer ganz bescheiden im Hintergrund: «Gratulation an diese Jungs. Sie haben eine wirklich fast perfekte Saison hingelegt.» Und er hebt bereits den Mahnfinger: «Auf uns warten in der 2. Liga interregional happige Aufgaben.»

Wängi hat schon vor dem im Frühling angekündigten Abgang von Thomas Hengartner einiges an Schwung verloren. Am Ende blieb Platz fünf als Anführer eines langgezogenen Mittelfeldes. Neu wird Miro Caktas die Geschicke der Hinterthurgauer leiten.

Tobel und FCWB out

Erst die turbulente Schlussrunde machte im Abstiegskampf alles klar. Mit dem bitteren Los gegen den lange gut mithaltenden Aufsteiger Tobel-Affeltrangen und auch Weinfelden-Bürglen. Herisau siegte nämlich bei Wattwil, und Abtwil sicherte sich drei Punkte gegen Wil und machte so das Thurgauer Debakel komplett. Während sich Tobel immerhin mit einem 2:1 über Wängi verabschiedete, liess sich der FCWB beim Liga-Krösus Amriswil gleich mit einem 6:0 «abschlachten».

In der Gruppe 2 lief die Saison von Anfang an miserabel für Arbon. Wenigstens schaffte man als Neunter den Klassenerhalt. Zum Abschluss mit dem matten 1:1 beim desolaten Grabs, das zuvor in 22 Durchgängen lediglich einen Punkt ergattert hatte.

Neu mit Bischofszell und Calcio

In der 3. Liga, Gruppe 3, waren die Aufsteiger Bischofszell und Calcio Kreuzlingen eine Klasse für sich. Der FCB ist endlich wieder zurück in der 2. Liga, für Calcio bedeutet dies als bestklassierter Zweiter eine Premiere. Tägerwilen (4.), Scintilla (6.), Pfyn (7.), Romanshorn (8.) und Münsterlingen (10.) hielten die Klasse. Die Reserven Weinfelden-Bürglens liessen als Elfte nur das schwache Niederwil hinter sich und müssen absteigen.

In der Gruppe 4 überzeugte Aadorf (3.). Münchwilen (6.) hatte nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Das gilt nicht für Diessenhofen in der Zürcher Gruppe 6, das erst mit sechs Punkten in den letzten zwei Runden auf Rang 5 vorrückte.

Mehrheitlich schwache Leistungen lieferten in der 1. Liga die Münsterlinger Frauen ab. Vier Siege, drei Remis und 11 Niederlagen waren eine zu magere Ausbeute. Nach dem Abstieg aus der NLB folgte nun als Zweitletzter sogar die Relegation in die 2. Liga.