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St. Galler Nationalspielerin
Karin Weigelt tritt zurück

Die Handballerin Karin Weigelt bestritt 127 Spiele für das Nationalteam und spielte in Deutschland, Norwegen und Frankreich. Nun beendet die 34-Jährige ihre Karriere.
Raya Badraun
Die Ostschweizerin Karin Weigelt spielte Ende Mai das letzte Mal vor Heimpublikum für das Schweizer ­Nationalteam. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Die Ostschweizerin Karin Weigelt spielte Ende Mai das letzte Mal vor Heimpublikum für das Schweizer ­Nationalteam. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Nach elf Jahren im Ausland ist Karin Weigelt zurück in der Schweiz. Am vergangenen Mittwoch hatte sie ihren letzten Arbeitstag in Deutschland. Danach fuhr sie mit den ersten Kisten im Gepäck von Göppingen in die Ostschweiz. Hier beginnt die 34-jährige St. Gallerin ein neues Leben – fern vom Handball.

Dass Weigelt vom Spitzensport zurückgetreten ist, haben ausserhalb ihres Teams nur ­wenige mitbekommen. Ihr ­Abschied von der grossen Bühne fand im Verborgenen statt. Bereits im Frühling machte sie sich Gedanken über ihre Zukunft, nur der Zeitpunkt für den Neubeginn stand noch nicht fest. Grund dafür war die EM 2018 in Frankreich. Weigelt hoffte lange auf die Qualifikation. Hätte die Schweiz diese geschafft, hätte sie ihre Karriere um ein halbes Jahr verlängert. Doch es kam anders. Ende Mai verlor das Nationalteam in Sursee gegen Kroatien mit 16:33 und verpasste damit die Endrunde. Für Weigelt bedeutete diese Niederlage zudem das abrupte Ende ihrer Laufbahn. Nach dem Schlusspfiff waren die Gedanken jedoch woanders. Niemand dachte an eine Verabschiedung, zu enttäuscht waren die Spielerinnen und Verantwortlichen. «Erst am Tag danach habe ich realisiert, dass meine Karriere nun zu Ende ist», sagt Weigelt.

Norwegen als Höhepunkt

Der Abschied vom Handball fällt Weigelt «ziemlich schwer». In den vergangenen Jahren hat der Sport ihr Leben bestimmt. «Ich durfte meine Leidenschaft zum Beruf machen», sagt sie. «Das können nicht viele Menschen von sich behaupten.» Insgesamt ­absolvierte sie 127 Spiele für das Schweizer Nationalteam und spielte elf Jahre lang im Ausland. Begonnen hat ihre Reise 2007. Damals wechselte sie vom NLA-Club LC Brühl in die deutsche Bundesliga, wo sie zuletzt wieder unter Vertrag stand und bei Göppingen Captain war. Dazwischen spielte sie je eine Saison in Norwegen und Frankreich. Besonders die Zeit in Skandinavien hat ihr gefallen. Alles hat damals zusammengepasst, der sportliche Erfolg, der hohe Stellenwert des Handballs und das Land, das sie so mag. «Ich könnte jedoch bei jedem Verein mehrere positive Dinge aufzählen», sagt die Flügelspielerin.

Am meisten vermissen werde sie nicht nur das Adrenalin und die Nervosität vor dem Spiel, sondern vor allem auch die eingeschworene Gemeinschaft auf und neben dem Feld. «Im Team haben wir viele emotionale Momente geteilt», sagt Weigelt. «So etwas gibt es sonst nirgends.»

Auf der Suche nach etwas Neuem

Zuletzt machte sich Weigelt ­immer mehr Gedanken über die Zukunft. Sie wägte ab und merkte schliesslich, dass ihr die Motivation fehlte, um nochmals eine Vorbereitung zu absolvieren und alles für den Sport in den Hintergrund zu stellen. Sie hat sich auch gefragt, was ihr eine weitere Saison beim gleichen Club bringen würde. Es wäre bereits ihr neuntes Jahr in der Bundesliga gewesen. Schliesslich war die Ostschweizerin immer eine Spielerin, die Herausforderungen suchte. Also entschied sie sich für den Rücktritt. «Ich war bereit für etwas ganz Neues», sagt Weigelt, die einen Master in Sportmanagement hat. Was die neue Aufgabe sein wird, ist noch offen. Auch das hat sie in den vergangenen Jahren im Ausland gelernt: nicht alles zu planen, darauf zu vertrauen, dass es schon gut kommt. «Das hätte ich früher nicht gekonnt», sagt die Linkshänderin.

Auch mit dem Handball würde sie gerne verbunden bleiben. Als Trainerin sieht sie sich jedoch nicht. «Dafür bin ich nicht der Typ», sagt sie. Viel mehr würde sie eine Position im Hintergrund reizen, etwa in der Vermarktung oder im Sponsoring. «Zuerst muss ich mich jedoch in der Schweiz wieder akklimatisieren», sagt sie.

Hochzeiten, Feste und ausgedehnte Ferien

Auch wenn ihr der Abschied schwer fällt: Weigelt freut sich auf das neue Leben und die Freiheiten, die es mit sich bringt. In den vergangenen Jahren musste sie immer absagen, wenn sie Einladungen für Hochzeiten oder Familienfeste bekam. Nun kann sie daran teilnehmen. «Endlich hat es in meinem Leben auch Platz für anderes», sagt die Ostschweizerin, die in Zukunft gerne grosse Wandertouren unternehmen und sich vermehrt aufs Bike setzen möchte. Dazu gehö­ren auch ausgedehnte Ferien. In diesem Sommer wird sie für drei Wochen durch Norwegen reisen, das Land, in dem sie einst gelebt hat. Sie will sich nun alles anschauen, für das sie damals als Handballerin keine Zeit hatte. Denn Zeit hat sie nun genug.

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