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ABSAGE: Die Verunsicherung bleibt

Pfiffe von den BVB-Fans wegen der Spielabsage, "Dortmund, Dortmund!"-Rufe der Monaco-Fans: Das Protokoll eines denkwürdigen Fussballabends in Dortmund nach der Explosion von Sprengsätzen beim Teambus des Heimteams.
Daniel Theweleit, Dortmund
Der durch drei Sprengsätze beschädigte Dortmunder Mannschaftsbus. (Bild: Martin Meissner/AP)

Der durch drei Sprengsätze beschädigte Dortmunder Mannschaftsbus. (Bild: Martin Meissner/AP)

Daniel Theweleit, Dortmund

Es dauerte einige Momente, bis die Leute im Stadion verstanden hatten, dass es keinen Grund gab, wütend zu sein, dass sie vielleicht sogar froh sein konnten. Im ersten Affekt hatten viele Besucher gepfiffen, als ihnen um 20.32 Uhr mitgeteilt wurde, dass das Spiel von Dortmund gegen Monaco an diesem Abend nicht stattfinden würde. Denn wenige Minuten nachdem der Mannschaftsbus der Dortmunder sich um 19.15 Uhr vom Hotel auf den Weg zum Stadion gemacht hatte zum Champions-League-Viertelfinal, «waren drei Sprengsätze ausgelöst worden», die in einer Hecke am Wegesrand platziert waren, berichtete Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Doch offenkundig ist der unmittelbar hinter der Hoteleinfahrt verübte Anschlag noch halbwegs glimpflich verlaufen, nur der Verteidiger Marc Batra sei leicht an der Hand verletzt worden, erzählte der Geschäftsführer von Dortmund. Alle anderen Spieler der Mannschaft kamen mit dem Schrecken davon.

Gefühl der Solidarität

Das Spiel wurde daraufhin in Absprache mit den Gästen aus dem Fürstentum und der Uefa auf heute verlegt. Über die Hintergründe des Anschlages mochte an diesem Abend niemand spekulieren, und auch im Stadion wurden die spontanen Pfiffe schnell von einem verständnisvollen Applaus übertönt. «Wir sind natürlich geschockt», sagte Watzke, der selber nicht mit im Bus war und dem Publikum im Stadion versicherte, dass sich die Explosionen «weit von hier weg», ereignet hätten. Die 60'000 Zuschauer im Stadion waren offenbar zu keinem Zeitpunkt gefährdet, und machten sich besonnen auf den Heimweg.

Borussia Dortmund team bus involved in explosion (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Borussia Dortmund team bus involved in explosion (Bild: Keystone)
Borussia Dortmund team bus involved in explosion (Bild: Keystone)
Borussia Dortmund team bus involved in explosion (Bild: Keystone)
Borussia Dortmund team bus involved in explosion (Bild: Keystone)
Borussia Dortmund team bus involved in explosion (Bild: Keystone)
Germany Soccer Explosion (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Explosionen an BVB-Bus (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Borussia Dortmund - AS Monaco (Bild: Keystone)
GERMANY SOCCER EXPLOSION (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Borussia Dortmund - AS Monaco (Bild: Keystone)
Borussia Dortmund - AS Monaco (Bild: Keystone)
Borussia Dortmund - AS Monaco (Bild: Keystone)
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Explosion an Dortmunder Teambus

Zuvor hatten die Gäste aus Monaco lautstark ihre Solidarität mit dem deutschen Club bekundet, als sie von dem Anschlag ­erfuhren. «Dortmund, Dortmund», riefen die Zuschauer im Gästeblock, jenseits des Schocks wehte dieses für solche Situationen typische Gefühl der Solidarität durch das Stadion. Nur als Watzke berichtete, dass die Partie heute bereits um 18.45 Uhr und nicht wie üblich um 20.45 Uhr angepfiffen werde, «um nicht mit dem Spiel der zweiten deutschen Mannschaft im Wettbewerb zu kollidieren», pfiffen einige Leute. Dass ihnen in dieser Situation Bayern München in die Quere kommt, passte vielen Dortmundern natürlich nicht. Aber das blieb eine Nebensächlichkeit an einem Abend, der eine grosse Verunsicherung zurücklässt. Denn nach diesem ersten tatsächlich ausgeführten Anschlag auf ein Fussballspiel in Deutschland müssen sich viele Anhänger fragen, ob ihr Spiel nun auch hier zum Ziel von Bombenterror wird. Beruhigend versuchte Watzke zu wirken, als er das «professionelle Krisenmanagement» aller Beteiligten lobte.

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