Abgerechnet wird erst am Schluss

Mit dem vierten von sieben Vorrundenspielen schwinden die Chancen der Schweiz, die WM-Viertelfinals noch zu erreichen. Das erste grosse Turnier mit Glen Hanlon als Nationalcoach droht nach der 1:2-Niederlage gegen Lettland zum Misserfolg zu werden.

Matthias Hafen
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Mit dem vierten von sieben Vorrundenspielen schwinden die Chancen der Schweiz, die WM-Viertelfinals noch zu erreichen. Das erste grosse Turnier mit Glen Hanlon als Nationalcoach droht nach der 1:2-Niederlage gegen Lettland zum Misserfolg zu werden. Zwei Siege aus den Partien gegen Österreich, Frankreich, Deutschland und eben die Balten sind zu wenig. Doch abgerechnet wird erst am Schluss. Denn es folgen noch die Partien gegen Schweden, Kanada und Gastgeber Tschechien. Die grossen Nationen liegen den Schweizern in der Regel besser als die kleinen. Dann müssen sie das Spiel nicht selber machen, können als Aussenseiter agieren.

Noch ist also nichts verloren. Und doch hinterlässt die Schweiz in Prag einen zwiespältigen Eindruck. Es sind nicht vorab die Resultate, die zur Missstimmung bei den Anhängern beitragen. Es ist die Art, wie die Mannschaft auftritt: zurückhaltend, ideenlos, teils sogar hilflos – und das gegen Kontrahenten, die in der Weltrangliste hinter ihr klassiert sind.

Hanlon und die Spieler haben sich noch nicht gefunden. Wenn der Trainer in den bisherigen WM-Partien jeweils zum Time-out rief und seinen Spielern auf der Taktiktafel erklärte, was sie nun tun sollten, schienen diese mehr verwirrt als erleuchtet. Daran sollte im Trainerstaff dringend gearbeitet werden – wie auch an einer Lösung, wieder mehr Variabilität ins Spiel der Nationalmannschaft zu bringen. Die Schweiz gehört im Eishockey zur erweiterten Weltspitze, weil sie an guten Tagen ein Spielsystem fast schon zur Perfektion umsetzen kann. Dafür braucht es gegenseitiges Vertrauen von Trainer und Spielern. Vertrauen, das aufgebaut werden muss. Hanlons Verpflichtung nach vier von sieben Vorrundenspielen als Fehler zu bezeichnen, ist zu früh. Noch haben er und seine Spieler die Möglichkeit, das Minimalziel, die Viertelfinals, zu erreichen. Alleine daran sollen sie gemessen werden.

matthias.hafen@tagblatt.ch

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