ABGANG: Der Exodus geht weiter

Der FC St. Gallen kommt nicht zur Ruhe: Michael Hüppi, Verwaltungsrat der FC St. Gallen AG und der FC St. Gallen Event AG, tritt per sofort zurück. Der Auslöser: Der Abgang von Pascal Kesseli als CEO der Event AG.

Daniel Wirth und Daniel Walt
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Michael Hüppi amtete von 2008 bis 2010 als Präsident beim FC St. Gallen, danach als Verwaltungsrat – jetzt verlässt er den Club per sofort. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 26. August 2010))

Michael Hüppi amtete von 2008 bis 2010 als Präsident beim FC St. Gallen, danach als Verwaltungsrat – jetzt verlässt er den Club per sofort. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 26. August 2010))

Daniel Wirth und Daniel Walt

Nachdem am Montag Pascal Kesseli seinen Rücktritt als CEO der FC St. Gallen Event AG bekannt- gab, bleibt der Club auch am Tag danach nicht von negativen Schlagzeilen verschont: Kaum 24 Stunden nach dem Rückzug von Kesseli tritt auch Michael Hüppi per sofort von seinem Amt als Verwaltungsrat der FC St. Gallen AG und der Event AG zurück. Aufgrund der aktuellen Entscheide in der Führung des FC St. Gallen sehe er sich veranlasst, per ­sofort von seinem Mandat als Verwaltungsrat beider Gesellschaften zurückzutreten, teilte der St. Galler Rechtsanwalt am Dienstag in einer persönlichen Erklärung mit. Hüppi gibt auch seine Tätigkeiten für die «Nacht des Ostschweizer Fussballs», den Verein «Sozioprofessionelle Fanarbeit», im politischen Bereich des Clubs sowie für den «Round Table» mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Anhängern per sofort ab.

«Ich kann weder hinter dem Entscheid der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Pascal Kesseli, dem CEO der FC St. Gallen Event AG, noch hinter der Art und Weise der Umsetzung des durch den Verwaltungsrat im Juli beschlossenen Organigramms stehen», teilt Hüppi mit. Vor zwei Tagen hatte der Club den Abgang von Kesseli bekanntgemacht. Zudem war die Position des Sportchefs, dessen Kompetenzen kürzlich beschnitten worden waren, wieder aufgewertet worden.

Hüppi: «Ich habe ein grün-weisses Herz»

Hüppi war mit dem FC St. Gallen seit langer Zeit verbunden. Über zehn Jahre lang hatte er die Donatorenvereinigung Business-Club präsidiert. 2008, nach dem Abstieg in die Challenge League, wurde Hüppi Präsident des Clubs. «Ich habe eben ein grünweisses Herz», begründete Hüppi damals sein Engagement. ­Seine Zeit als Präsident startete erfolgreich, führte der neue Cheftrainer Uli Forte die St. Galler im Frühling 2009 doch umgehend zurück in die oberste Liga.

Schon kurz darauf begannen aber die finanziellen Probleme, welche beinahe den Bankrott des Vereins zur Folge gehabt hätten. Als Dölf Früh 2010 als einer der grossen Geldgeber das Ruder beim FC St. Gallen übernahm, rückte Hüppi wieder ins zweite Verwaltungsratsglied zurück.

Auch der Stadionmanager tritt ab

Nach Kesseli und Hüppi verlässt auch Marco Sessa den FC St. Gallen. Der Stadionmanager reagierte damit – wie Hüppi – auf die Trennung von CEO Kesseli. Zur Zeitung «Blick» sagte Sessa: «Es ist kein Schnellschuss. Sondern die Konsequenz aus meinen Beobachtungen in den vergangenen Monaten.»

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