FC Wohlen

Wohlen gewinnt gegen Wil dank spätem Treffer durch Ramizi

Der FC Wohlen empfängt im Rahmen der zweitletzten Challenge-League-Runde das abstiegsgefährdete Wil. Es ist das letzte Heimspiel unter Trainer Ciriaco Sforza.

Rainer Sommerhalder (Text und Liveticker)
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Ciriaco Sforza (links) trifft mit dem FC Wohlen in seinem letzten Heimspiel auf den FC Wil.

Ciriaco Sforza (links) trifft mit dem FC Wohlen in seinem letzten Heimspiel auf den FC Wil.

Alexander Wagner

Geduld bringt Rosen. Wohlen spielte während mehr als einer Halbzeit mit einem Mann mehr, musste sich aber bis zur 89. Minute gedulden, ehe Ramizi die Gastgeber mit einem haltbaren Treffer nach starker Vorarbeit von Giampà in Führung brachte. Wohlen trat nach zuletzt vier Niederlagen in Serie auch gegen die abstiegsgefährdeten Ostschweizer ohne Herz und ohne Feuer auf.

Wohlen jubelt. Wil (rechts) ist enttäuscht.
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Der Wohler Samir Ramizi am Ball.
Claudio Holenstein (links, Wohlen) gegen Gjrelbri Taipi (rechts, Wil).
Samir Ramizi jubelt nach seinem späten Treffer zum 1:0 für Wohlen.
Andreas Vasquez (links, Wil) gegen Ronny Minkwitz (rechts, Wohlen).

Wohlen jubelt. Wil (rechts) ist enttäuscht.

Alexander Wagner

Seit die Klubführung vor gut drei Wochen den definitiven Verzicht auf einen möglichen Aufstieg in die Super League bekannt gab, ist die Luft draussen. Ciriaco Sforza erreicht die Spieler nur noch bedingt. «Diese gingen in den letzten Wochen nicht mehr an ihre Grenzen. Aber das ist aufgrund der Ausgangslage verständlich», sagte Sforza und nahm sein Team für die teilweise schwachen Auftritte in Schutz.

Leise Kritik äusserte der scheidende Trainer aber an der Klubführung. «Ich hätte mir gewünscht, dass die Aussage des definitiven Verzichts etwas später gekommen wäre», sagte Sforza. «Der Moment war zu früh. Das ging nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. Wenn man das Gefühl erhält, das
Maximum bereits erreicht zu haben, dann wird es schwierig.»

Sforza liess sich bei seinem letzten Auftritt in der Niedermatten bewusst viel Zeit, um Hände zu schütteln, Gratulationen entgegenzunehmen und sich von Freunden zu verabschieden. Sogar ein Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war extra wegen Wohlens Trainer ins Freiamt gereist. Er habe das Gefühl, dass Sforza in seiner Heimat nicht die Wertschätzung erhalte, die er verdient. Die Chance, dass man Ciri in der nächsten Saison bei einem deutschen Profiverein am Werk sehen wird, schätzt der FAZ-Reporter allerdings als sehr gering ein.

Wertschätzung erhielt der Trainer zum Abschied noch einmal von Verwaltungsratspräsident Lucien Tschachtli. Er sagte, dass Sforza als Trainer in die Geschichte des FC Wohlen eingehen werde. Der Gelobte selber war während der Partie der Aktivste seiner Mannschaft. Er trieb die Spieler in gewohnter Weise an, musste aber lange auf zündende Ideen und überzeugende Offensivaktionen warten.

Erst die Müdigkeit des Gegners eröffnete seinem Team Zeit und Raum für die entscheidenden Zuspiele am und im gegnerischen Strafraum. Letztlich war der 2:0-Sieg ein logisches Resultat, selbstverständlich hoch verdient, aber irgendwie doch auch zufällig. Immerhin gerieten die Wohler nie in Gefahr, auch dieses Heimspiel zu verlieren. Und das darf im Frühling 2015 bereits als Erfolg gewertet werden. Ciriaco Sforza sagte zum Abschied, er spüre auf der einen Seite etwas Traurigkeit. «Auf der anderen Seite aber auch eine grosse Genugtuung auf das, was wir gemeinsam entwickelt haben.» Gefehlt hat eigentlich nur das Happy End.

Den Liveticker zum Nachlesen gibt's hier: