Subventionen

Wie unterstützen Gemeinden ihre Sportvereine?

Geld regiert die Welt. Diese Binsenweisheit gilt auch im Sport. Doch wie unterstützen Gemeinden ihre Sportclubs, in welcher Form und nach welchen Kriterien?

Andreas Fretz
Drucken
Teilen
Reinigung der Kunsteisbahn Aarau: Die Eisnutzung ist ein teurer Spass.

Reinigung der Kunsteisbahn Aarau: Die Eisnutzung ist ein teurer Spass.

Raphael Hünerfauth

Seit Frühjahr 2011 gibt es in Aarau ein Sportkonzept. Es formuliert die Rahmenbedingungen für die Sportpolitik der Stadt. Ein Bestandteil des Konzeptes sind die Förderrichtlinien, welche 2012 in Kraft gesetzt wurden. Es liegt in der Sache der Natur, dass nicht alle Vereine mit der Unterstützung gleichermassen zufrieden sind. In Aarau werden vor allem die Eissportvereine direkt unterstützt. Die Eismiete ist entsprechend teuer. «Ein Grossteil der Hallenmiete wird durch die Stadt Aarau übernommen», sagt Andreas Brugger, Finanzchef des EHC Aarau.

Auch die Platzgenossenschaft Brügglifeld erhält Geld der Stadt. «Als sehr zurückhaltend» empfindet Thomas Kähr, Marketingleiter der Handballer des HSC Suhr Aarau, die Unterstützung. Dabei sei der Verein gerade in der Juniorenförderung schweizweit führend. Wesentlich kulanter sei die Gemeinde Suhr. «Wir erhalten 7000 Franken für die Junioren und die Hallen werden uns gratis zur Verfügung gestellt», sagt Kähr.

230 000 Franken für Badens Hallen

Die kostenlose Hallennutzung ist ein Instrument, das viele Gemeinden einsetzen. In Baden ist die Nutzung der städtischen Hallen für alle ortsansässigen Vereine gratis. «Die Stadt Baden wendet 2012 dafür ein Budget von 230 000 Franken auf», sagt Sportkoordinator Andres Greter. Grössere Vereine ersparen sich dadurch Kosten von 10 000 bis 15 000 Franken. Eher selten fliesst Geld direkt in die Kassen der Sportclubs. Eine Ausnahme in Baden sind die Eishockeyaner, weil sie mangels Angebot in die Nachbarsgemeinde Wettingen ausweichen müssen.

Dagegen werden die Curler nicht subventioniert. «Subventionen sind eine Gratwanderung. Es ist schwer, es allen recht zu machen», sagt Greter. Vieles wird auch intern verrechnet und taucht in keiner Buchhaltung auf. Der Badener Limmatlauf erhält beispielsweise Unterstützung durch den Werkhof und die öffentliche Sicherheit, sieht aber kein Geld.

Auch in Zofingen können Vereine die Hallen gratis nutzen. Weil der Tennis- und der Squashclub auf das Center angewiesen sind, werden auch sie durch einen Beitrag der Gemeinde direkt unterstützt. Die Einwohnergemeinde bezahlt im laufenden Jahr (Voranschlag) 80 000 Franken an Sportvereine und 25 000 Franken für Sportveranstaltungen.