Volkslauf
Die Topläuferin neben der Einsteigerin: 3500 Läuferinnen und Läufer werden am Hallwilerseelauf erwartet

Der 47. Hallwilerseelauf wird am Samstag rund 3500 Läuferinnen und Läufer an den Start locken – darunter auch ungleiche Läuferinnen.

Jörg Greb
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Petra Eggenschwiler geht am Hallwilerseelauf an den Start.

Petra Eggenschwiler geht am Hallwilerseelauf an den Start.

Alexander Wagner

Als erste der Läuferinnen über die Halbmarathon-Distanz des Hallwilerseelaufs ist Petra Eggenschwiler aufgeführt gewesen Anfang Woche. Die Solothurnerin aus Oberdorf ist der bekannteste Name des Teilnehmerfeldes über die Hauptdi­stanz: Powerman-Weltmeisterin 2019, in diesem Jahr Zweite am Ironman Switzerland hinter Daniela Ryf und Siegerin am Inferno Triathlon – sowie Siegerin am Hallwilerseelauf 2017.

Auf eine der Favoritinnen folgt Julia Aecherli in besagter Startliste. Ein neuer Name? Die Ambition, mit Eggenschwiler und anderen schnellen Frauen mitzuziehen, kennt die junge Frau aus dem luzernischen Reidermoos nicht. Vielmehr steht sie läuferisch ganz an einem anderen Ausgangspunkt: «Ich bin ein Bewegungsmensch und vor etwa anderthalb Jahren nahm ich mir vor, es mit einem Laufwettkampf zu versuchen.»

Auf Anhieb etwas Richtiges sollte es sein: ein Halbmarathon, der Hallwilerseelauf. «Meine Tante lief diesen vor ein paar Jahren. Ich habe das Projekt spannend gefunden und wollte das auch versuchen.» Die Pandemie aber sorgte dafür, dass sich die 17-Jährige hat gedulden müssen. Das hatte auch sein Gutes: Sie verfügte über Zeit und konnte sich seriös vorbereiten. Zuerst nach dem Plan ihres Onkels, dann nach Tipps aus dem Internet. Mit Krafttraining ergänzt sie das Laufen – und mit Volleyballspielen. «Ich bin richtig auf den Geschmack gekommen», sagt sie. Bei jedem Wetter ist sie unterwegs und stellt fest, «wie gut mir Sport tut». Entsprechend freut sie sich auf ihr Debüt. Und seit die Lernende FaBe (Kita in Strengelbach) die Startnummer zugeschickt erhalten hat, hat sich die Nervosität bemerkbar gemacht: «Jetzt komme ich zu dem, wovon ich seit anderthalb Jahren rede.»

Freizeitsportlerin Julia Aecherli

Freizeitsportlerin Julia Aecherli

Zvg / zvg

Mit ganz anderen Gefühlen reist Petra Eggenschwiler nach Beinwil am See. Die 33-Jährige ist im Ausdauersport eine Grösse. Sie blickt auf einzigartige, erfolgreiche Wochen zurück. Beweisen muss sie sich nach Topergebnissen und diversen Siegen im Triathlon und in Bergläufen nichts mehr. «Für mich ist der Hallwilerseelauf Genuss und Saisonabschluss», sagt sie, zumal sie mit dem Hallwilerseelauf zwei Gefühle verbindet: eine Herausforderung und «der schönste Flachlauf, den ich kenne».

Eggenschwiler zur Ironman-pro-Frau geworden

Sie hofft, dass sie nochmals auf der Erfolgswelle dieses Sommers reiten kann. Noch immer staunt sie. Staunt vor allem über ihren zweiten Platz am Ironman Switzerland. Damit sicherte sie sich nicht weniger als einen der begehrten Startplätze für den Ironman Hawaii vom Herbst 2022. «Ich hätte mir das nie erträumt», sagt die Triathlon-Quereinsteigerin. Auch der diesjährige Hallwilerseelauf findet unter einem Schutzkonzept statt – einem bewährten. Bereits letztes Jahr zahlte sich der Mut aus. Die 2648 Finisher mit ihren Emotionen lieferten den Beweis. Der Tenor: Auch unter speziellen Rahmenbedingungen lässt sich zu einzigartigen Lauferlebnissen zusammenkommen.

In diesem Jahr wird eine ähnliche Menge Aktiver erwartet. Rund 3500 Läuferinnen und Läufer sollen an den Start gehen. Aber: Vor der Pandemie waren es mehr als doppelt so viele. «Die Verunsicherung in der Bevölkerung und auch unter den Läuferinnen und Läufern widerspiegelt sich in diesem Zahlenvergleich», sagt Gianin Müller als Medienverantwortlicher des Laufes. Dank 3G-Pflicht im Start-/Zielgelände können sich Läuferinnen und Läufer dort ohne Maske bewegen. 3G gilt in diesen Bereichen auch für Fans.

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