Handball

Urgestein Patrick Strebel nach dem Supercup-Triumph des HSC Suhr Aarau: «Ich bin unglaublich stolz!»

Der 28-jährige Allrounder bestritt am Sonntag seine 254. Pflichtspieleinsatz für den HSC Suhr Aarau. 2018 sagte er: «Wenn ich einen Titel gewinnen kann, dann will ich das mit dem HSC erleben.» Jetzt hat er es getan.

Dean Fuss
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Impressionen vom Handball-Supercup (30. August 2020)
19 Bilder
Die beiden Co-Captains Dario Ferrante (r.) und Tim Aufdenblatten (l.) präsentieren der Mannschaft die Supercup-Trophäe.
Spieler, Staff und Vereinsführung feiern den ersten Titel des HSC Suhr Aarau seit 20 Jahren.
Die beiden Co-Captains Dario Ferrante (r.) und Tim Aufdenblatten (l.) präsentieren der Mannschaft die Supercup-Trophäe.
Die beiden HSC-Portugiesen João Ferraz (l.) und Diogo Oliveira posieren mit der Supercup-Trophäe.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka bejubelt einen Treffer seines Teams.
HSC-Co-Captain und Spielmacher Tim Aufdenblatten (r.) setzt sich gegen Kadettens Luka Maros durch.
Martin Slaninka (l.) und João Ferraz versuchen Luka Maros am Wurf zu hindern.
HSC-Torhüter Dragan Marjanac partiert gegen Kadettens Sebastian Frimmel.
HSC-Portugiese João Ferraz (r.) setzt sich gegen Kadettens Philip Novak durch.
HSC-Trainer Misha Kaufmann in seinem Element an der Seitenlinie.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka (r.) herzt Flügel David Poloz nach der Schlusssirene.
HSC-Trainer Misha Kaufmann während einer Ansprache an seine Mannschaft.
Die beiden Co-Captains Dario Ferrante (l.) und Tim Aufdenblatten präsentieren der Mannschaft die Supercup-Trophäe.
Grosser Jubel bei der Mannschaft des HSC Suhr Aarau über den ersten Titel seit 20 Jahren.
HSC-Portugiese João Ferraz (r.) jubelt gemeinsam mit Vereinsurgestein Patrick Strebel.
Die beiden Co-Captains Tim Aufdenblatten (l.) und Dario Ferrante (r.) stemmen die Supercup-Trophäe gemeinsam.
Torhütertalent Leo Grazioli posiert stolz mit der Supercup-Trophäe.
Das HSC-Trainerteam: Assistenztrainer Tom Reichmuth (l.), Trainer Misha Kaufmann (M.) und Torhütertrainer Milos Cuckovic.

Impressionen vom Handball-Supercup (30. August 2020)

freshfocus/Marc Schumacher

Die Matchuhr zeigt 59:40 Minuten an. Soeben ist der letzte Angriff der Kadetten abgewehrt beziehungsweise von den Schiedsrichtern wegen eines Technischen Fehlers abgepfiffen. HSC-Allrounder Patrick Strebel geht aus der Defensive von der Platte und macht mit der beherzten Umarmung eines Mitspielers den Auftakt für die Feierlichkeiten auf der HSC-Bank.

Der erste Titel für den HSC Suhr Aarau seit 20 Jahren ist Tatsache. Und wie! Mit 25:20 gewinnen Strebel und Co. den Supercup gegen die Kadetten Schaffhausen in souveräner Manier. Entsprechend gross ist der Jubel, der aufgrund der Deutlichkeit des Resultats eben schon ein paar Sekunden vor der Schlusssirene in den Reihen der Aargauer aufbrandet.

Und mittendrin der mittlerweile 28-jährige Seetaler Patrick Strebel. Ausgerechnet er, der so etwas wie der Inbegriff des HSC Suhr Aarau ist. Der gelernte rechte Flügel, der in den vergangenen Jahren immer mehr zum Allrounder mutierte und immer dort eingesetzt wird, wo es gerade brennt, gehört dem Verein seit 2006 an. Seit der Saison 2011/12 läuft er für die erste Mannschaft auf.

HSC-Urgestein Patrick Strebel (vorne) wird nach dem Triumph vom Portugiesen João Ferraz geherzt.

HSC-Urgestein Patrick Strebel (vorne) wird nach dem Triumph vom Portugiesen João Ferraz geherzt.

Freshfocus

Im September 2018 hatte Strebel, der, abgesehen von einem Abstecher zu den Füchsen Berlin in seiner Juniorenzeit, in seiner Karriere noch nie für einen anderen Verein gespielt hat, seine 200. Partie für den HSC bestritten.

Im Vorfeld dieses Jubiläums hatte er gegenüber der «Aargauer Zeitung» gesagt, dass er sich eigentlich nur bei einem Angebot aus dem Ausland vorstellen könnte, seinen HSC zu verlassen. Nur um sogleich anzufügen: «Aber, wenn ich mir vorstelle, einen Titel zu gewinnen, dann möchte ich das unbedingt mit dem HSC erleben. Schliesslich möchte ich dazu auch etwas beitragen und das kann ich hier am besten.»

«Darauf haben wir all die Jahre hingearbeitet»

Und das hat er am Sonntag während seines 254. Pflichtspieleinsatzes für den HSC getan. Einen Treffer und zahlreiche wichtige Zweikämpfe in der Defensive hat der 180 Zentimeter grosse und 98 Kilogramm schwere Strebel zum Triumph im Supercup beigesteuert. Entsprechend präsentierte sich seine Stimmungslage nach der Schlusssirene: «Dieser Titel ist ein Teil dessen, worauf wir all die Jahre hingearbeitet haben», sagt er. «Ich bin unglaublich stolz! Gerade auch darauf, dass wir diesen Titel mit so vielen Eigengewächsen im Team geholt haben.»

Gleich mehrere dieser Eigengewächse haben im Nachwuchs auch bereits unter Strebels Regie trainiert. Heute ist Strebel beim HSC für das Athletiktraining des vereinseigenen Nachwuchses tätig, davor hatte er während mehrerer Jahre als Trainer an der Sportschule des Verbandes geamtet und dabei unter anderem auch aktuelle Spieler des Fanionteams wie Lukas Laube, Jonas Kalt oder Daniel Parkhomenko trainiert.

Bei aller Freude und allem Stolz über den Triumph am Supercup fällt es Strebel schwer, den Titel einzuordnen: «Keine Ahnung, wie man diesen Titel bewerten darf. Beide Teams haben mit dieser Partie ihren ersten Ernstkampf nach einer langen Pause bestritten. Aber die spezielle Vorgeschichte gibt dem Supercup 2020 sicher ein anderes Gewicht als in anderen Jahren.»

«Für den Verein ist dieser Titel von unschätzbarem Wert»

Der HSC hat sich die Teilnahme am Supercup 2020 mit dem Einzug in den später abgesagten Cupfinal mehr als verdient. Aufgrund der durch die Coronapandemie verursachten Umstände darf dem diesjährigen Supercup eine wesentlich grössere Bedeutung als in anderen Jahren beigemessen werden.

Das sieht auch HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli so: «Für den Verein ist dieser Titel von unschätzbarem Wert. Er wiederspiegelt das, worauf wir die ganze Zeit hingearbeitet haben.»

HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli (r.) posiert gemeinsam mit Co-Captain und Torhüter Dario Ferrante mit der Trophäe.

HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli (r.) posiert gemeinsam mit Co-Captain und Torhüter Dario Ferrante mit der Trophäe.

Zur Verfügung gestellt

Geht es nach Wernli, markiert der Triumph seiner Mannschaft im Supercup nur den Auftakt: «Dieser Titel macht extrem Lust auf mehr. Alles, was wir in den vergangenen Jahren gemacht haben, wird durch diesen Titel gerechtfertigt.»