Handball NLB

TV Endingen gewinnt mit 28:30 in Altdorf und beweist starke Nerven

Eine kleine Schar Hardcorefans war mit in die Innerschweiz gereist. Während sechzig Minuten unterstützten sie das Team unermüdlich und trugen einen grossen Beitrag zum glücklichen Ausgang bei. Mit einem knappen 28:30 verabschiedeten sich die Surbtaler aus Altdorf, glücklich, teilweise zufrieden und wieder einen kleinen Schritt näher ans Saisonziel gerückt.

Kathrin Schindler
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Die Endinger beweisen Moral und können die Altdorfer knacken.

Die Endinger beweisen Moral und können die Altdorfer knacken.

foto-net / Alexander Wagner

Dass der HC KTV Altdorf zu Hause sehr stark auftreten kann, war allen Beteiligten auf dem Feld von der ersten Sekunde wieder bewusst. Die Endinger gerieten schnell in leichte Rücklage und liefen lange dem Ausgleich hinterher.

Frühes Out für Kündig

Sebastian Kündig stiess unglücklich mit seinem Gegenspieler zusammen und fiel mit einer mittleren Platzwunde gleich nach wenigen Minuten für den Rest des Spiels aus. Tano Baumann übernahm die Aufgabe des Flüglflitzers mit grossem Engagement, lief jeden sich bietenden Gegenstoss, ackerte in der Verteidigung und zeigte eine sehr gute Leistung.

Sebastian Kündig verletzte sich früh und wurde durch Baumann ersetzt.

Sebastian Kündig verletzte sich früh und wurde durch Baumann ersetzt.

Gisin Pedro/ZVG

Knecht überzeugte

Nach Kündig bekam gleich Nemanja Sudzum die harten Verteidigungsreihen der Innerschweizer zu spüren und wurde auf die Bretter geschickt. Jonathan Knecht stieg daraufhin ins Spielgeschehen ein und zeigte vor allem in der zweiten Spielzeit als Flügelspieler eine bravouröse Leistung, dies trotz der beschwerlichen Verletzung aus dem Spiel der vergangenen Woche.

Nemanja Sudzum geriet in die Mühlen der Altdorfer Verteidigung.

Nemanja Sudzum geriet in die Mühlen der Altdorfer Verteidigung.

foto-net / Alexander Wagner

Beide Mannschaften spielten auf Augenhöhe. Schnell liefen die ersten Wellen, hin und her jagten sich die Teams. Fehlpässe, ungenaue Torschüsse häuften sich auf beiden Seiten. Altdorf stand gross und aggressiv in der Abwehr und machte es dem Endinger Angriff nicht leicht. So landeten die Schüsse aus der zweiten Reihe oft über dem Tor oder in den Händen des glänzend auftretenden Altdorfer Keepers Zimmermann.

Pejkovic mit einer überragenden ersten Halbzeit

Einzig Leonard Pejkovic konnte sich in den Defensivreihen immer wieder genügend Platz verschaffen, die Mannschaft fand eins ums andere Mal den Weg zu ihm und Pejkovic verwandelte mit überlegender Sicherheit aus den unmöglichsten Situationen. Es war zeitweise ein wahrer Augenschmaus zu sehen, wie schnell sich der Wirbelwind drehen konnte und seinen Verteidigern keine Chance liess. In der zweiten Hälfte hatte der HC KTV Altdorf ihn wesentlich besser im Griff und Pejkovic konnte entsprechend nicht mehr punkten.

Die Urner brachten Leonard Pejkovic in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in den Griff.

Die Urner brachten Leonard Pejkovic in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in den Griff.

GERRY FREI

Gleich drei Strafwürfe musste der TV Endingen in der ersten Spielhälfte einstecken und fand nicht wie gewohnt ins Spiel. Die Aufholjagd startete in der zwanzigsten Minute. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang die minimale Führung, die sich die Endinger dann auch nicht mehr nehmen liessen. Mit einem hauchdünnen 15:16 ging es in die Kabinen.

Verbesserungswürdige Chancenauswertung

Der TV Endingen konnte zeitweise den Vorsprung auf minimale zwei Tore erhöhen, doch er konnte sich nicht absetzen. Immer wieder scheiterten die Torjäger an Torhüter Zimmermann. Die Spannung stieg in der Halle, denn die einheimischen Fans merkten bald, dass der Sieg durchaus in Reichweite war. Simon Huwyler musste in der ersten heissen Phase zum zweiten Mal auf der Bank eine Zeitstrafe absitzen und die Endinger Fans bangten um den Vorsprung. Die Spieler behielten die Nerven und konnten ein Tor in Unterzahl retten.

Altdorf wackelt

Die Altdorfer zeigten Nerven. Ihnen unterlief ein blöder Fehler und ein dummes Wort und so mussten sie mit vier Feldspielern gegen die Endinger ankämpfen. Endingen nutzte die Gunst der Stunde und erhöhte in Überzahl auf vier Tore. In diesem wahren Krimi wussten aber alle Anwesenden, dass Endingen trotz der wenigen verbliebenen Spielminuten noch nicht durch war. Prompt schrumpfte der Vorsprung auf ein «Törchen» zusammen.

Kampfgeist und Entschlossenheit

In den letzten Minuten zeigten die Endinger, dass sie die Spielerfahrung auch in brenzligen Situation umsetzen konnten. Geschickt hielten sie den Vorsprung, liessen sich auch durch die offene Manndeckung in den letzten Sekunden nicht aus der Ruhe bringen und gewannen den Abnützungskampf mit 28:30.

Teammanager Arak Kin strahlte, die mitgereisten Fans freuten sich und die Spieler genossen den weiteren Schritt in Richtung Saisonziel. «Heute war es wohl das Glück des Tüchtigen», so Arak. «Wir haben das Saisonziel während der gesamten sechzig Minuten nicht aus den Augen gelassen und viel Leidenschaft aufs Feld gebracht.»

Arak Kin freute sich über die mitgereisten Fans.

Arak Kin freute sich über die mitgereisten Fans.

Handout

Dank an die Fans

Arak liess es sich nicht nehmen, sich in aller Form bei den mitgereisten Fans zu bedanken. «Diese Unterstützung trägt uns mit, wir sind eine tolle Einheit.» Dora Riechsteiner hatte nicht nur an das Geburtstagskind gedacht, sondern selbst die ganze Mannschaft nach dem Spiel beschenkt. Arak freute sich über diese schönen Gesten.

HC KTV Altdorf : TV Endingen 28:30 (15:16)

Altdorf, Feldli Halle, 300 Zuschauer, SR Brunner/Salah.

HC KTV Altdorf: Arnold, Zimmermann; Auf der Maur (1), Bissig, Christensen (2), Drollinger (4), Fallegger (1), Gisler, Kasmauskas (6), Koljanin (5), Ledermann, Obad (9), Vollenweider.

TV Endingen: Ferrante, Amrein; Baumann (4), Huwyler, Knecht (4), Kündig, Pejkovic (6), Riechsteiner Ch. (6), Riechsteiner L. (2), Sarac (2), Schubnell (2), Sudzum (4), Wildi (5).