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Tolle Leistung, schlechter Lohn: HSC Suhr Aarau verliert gegen Kadetten Schaffhausen

Ein starker HSC Suhr Aarau unterliegt in der Schachenhalle gegen Serienmeister Kadetten Schaffhausen denkbar knapp mit 26:28.

Ruedi Kuhn
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HSC Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen

Alexander Wagner

„Wir sind heiss, sehr heiss sogar“, sagte Patrick Romann. Der Captain des HSC Suhr Aarau war kurz vor dem Anpfiff voller Tatendrang. Heiss war der 23-Jährige tatsächlich: und wie! Was Romann zu Beginn des Spiels in der Schachenhalle vor 807 Zuschauern zeigte, war Extraklasse! Zum 4:0 nach sechs Minuten steuerte der wurfgewaltige Rechtshänder drei Tore bei. Und nach 14 Minuten erzielte Romann mit seinem sechsten Treffer das 8:5 für den Aussenseiter.

Die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann startete also furios, konnte das zu Beginn horrende Tempo allerdings nicht durchhalten. Ganz anders die Kadetten Schaffhausen: Sie kamen im Spiel eins nach dem Trainerwechsel von Lars Walther zu Peter Kukucka und unter den Augen von Präsident Giorgio Behr nur schwer in die Gänge, steigerten sich aber ab Mitte der ersten Halbzeit um Längen.

Nachdem Kukucka nach Ablauf einer Viertelstunde mit Zoran Markovic und dem überragenden Gabor Csaszar zwei absolute Leistungsträger eingewechselt hatte, lief das Spiel des Favoriten plötzlich wie am Schnürchen. Zudem wurde Torhüter Simon Kindle für die Schaffhauser mehr und mehr zu einem sicheren Rückhalt.

So führte der Favorit aus der Nordostschweiz nach der ersten Hälfte und einer deutlichen Leistungssteigerung verdient mit 14:12. Suhr Aarau aber kämpfte unverdrossen. Der Heimklub kam gegen Ende der Partie vor allem dank Goalgetter Tim Aufdenblatten (6 Tore) bis auf einen Treffer heran. Schliesslich setzten sich die Kadetten nach einer hektischen Schlussphase allerdings mit 28:26 durch.

Keine Frage: Der HSC Suhr Aarau verkaufte sich gegen die Überflieger aus Schaffhausen ausgezeichnet. Der grosse Aufwand wurde allerdings nicht belohnt. „Es sind Kleinigkeiten, die gegen uns entschieden haben“, sagte Trainer Kaufmann nach dem Schlusspfiff. „Gegen Ende der ersten Hälfte schlich sich bei uns der eine oder andere Fehler ein. Das haben die Kadetten resolut ausgenützt. Ich bin enttäuscht, denn für uns wäre nach dem tollen Auftritt wirklich mehr als eine knappe Niederlage drin gelegen.“

Ganz anders als beim Trainer von Suhr Aarau war die Gemütsverfassung bei Giorgio Behr. „Ich bin sowohl mit der Qualität des Spiels als auch mit dem Resultat zufrieden“, sagte der Präsident der Kadetten. „Wir haben in der entscheidenden Phase alles richtig gemacht. Aber ich muss auch Suhr Aarau ein Kompliment machen. Die Mannschaft hat eine starke Leistung gezeigt und uns alles abverlangt.“

Schöne Worte zwar, aber Worte, mit denen sich der Aufsteiger nichts kaufen kann. Und einfacher wird es für Kaufmanns Team nicht: In den kommenden Wochen stehen für Suhr Aarau im Kampf um die Playoffs nämlich gleich fünf Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm.

Telegramm:

Suhr-Aarau - Kadetten Schaffhausen 26:28 (12:14)

807 Zuschauer. - SR Sager/Styger. - Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Suhr-Aarau, 3-mal 2 Minuten gegen Kadetten Schaffhausen.

Suhr Aarau: Radovanovic (Pramuk für 2 Penaltys); Bräm, Prachar, Baumann (2/2), Romann (8), Aufdenblatten (6), Strebel, Rohr (6), Kurbalija (1), Kägi (3), Strebel.

Kadetten Schaffhausen: Kindle (ab 54. bis 57. Bringolf); Meister (3), Delhees (2), Liniger (8/6), Küttel (1), Graubner, Pendic (1), Csaszar (5), Markovic (4), Luka Maros (3), Koch (1).

Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penaltys: 2/4; 6/6.