Spektakel beim Abendmeeting: Jahres-Weltbestleistung im Hochsprung in Aarau egalisiert

Unter hochsommerlichen Temperaturen fand am Freitag zum ersten Mal seit 2012 wieder ein Abendmeeting in Aarau mit starker nationaler und internationaler Besetzung statt. Das Spitzenresultat des Abends lieferte der Schweizer Hochspringer Loïc Gasch, welcher mit übersprungenen 2,30m die aktuelle Jahres-Weltbestleistung im Hochsprung egalisierte. Auch der Aarauer Sprinter Silvan Wicki überzeugte mit einem starken 100m Lauf.

Florian Schwarb
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Beim Aarauer Abendmeeting ging es spektakulär zu und her.

Beim Aarauer Abendmeeting ging es spektakulär zu und her.

Ulf Schiller

Wer hätte das gedacht! An der Erstausführung des Aarauer Abendmeetings seit 8 Jahren überspringt der Hochspringer Loïc Gasch erstmals 2,30m und egalisiert damit die Jahres-Weltbestleistung im Hochsprung. Mit dieser Höhe teilt sich der EM-Finalist von 2018 in Berlin (GER), zusammen mit vier anderen Athleten die Spitzenposition in der Jahres-Weltbestenliste. Doch damit nicht genug; Mit seinem Sprung über 2,30m kam er bis auf 1cm an den Schweizer Rekord von Roland Dalhäuser aus dem Jahr 1981 heran.

Das Exploit des Athleten von der US Yverdon kommt hingegen nicht völlig überraschend. Bereits am letzten Wochenende überzeugte der 26-jährige Waadtländer mit einem Sprung über 2,25m beim CITIUS CHAMPS in Bern. In Aarau legte er jedoch bei hochsommerlichen Temperaturen von zwischenzeitlich 34 Grad noch einen drauf. Im dritten Versuch meisterte er die 2,30m und verbesserte somit seine Freiluft-Bestleistung um 4cm (in der Halle beträgt sein Bestwert 2,27m). Als er dann die Latte bei 2,33m zweimal touchierte, beendete er den Wettkampf.

«Es ist toll, dass ich heute diese Höhe geschafft habe. Ich werde nun Schritt für Schritt schauen, welche Wettkämpfe ich dieses Jahr bestreite. Vielleicht öffnet sich nun sogar eine Tür zur Diamond League. Das Wichtigste ist jedoch, dass ich nächstes Jahr in Topform bin», so Gasch.

Erneute Topzeit von Silvan Wicki

Mit 10,33 Sekunden über 100m beweist Silvan Wicki vom BTV Aarau Athletics erneut seine bärenstarke Form. Der aktuell führende der Europäischen Bestenliste stellte mit dieser Zeit die beste Zeit des Tages auf. Mit dieser Zeit vermag er zwar nicht ganz an seine persönliche Bestzeit von 10,11 Sekunden herankommen, welche er in Bulle vor 2 Wochen aufgestellt hat, trotzdem ist es seine viertbeste je gelaufene Zeit. Unter nicht ganz optimalen Windbedingungen von 0.1m/s Rückenwind nahm er seinen direkten Verfolgern gut 20 Hundertstel ab.

«Meine Beschleunigung auf den ersten Metern war gar nicht optimal. Ich konnte mich erst ab etwa 40 Metern vom Rest des Feldes absetzen und so meinen Lauf gut durchziehen. Mit meinen 10,33 Sekunden bin ich absolut zufrieden.»

Seinen nächsten Wettkampf wird Wicki am Samstag, 15. August in La Chaux-de-Fonds absolvieren.

BTV-Kaderathleten zeigen starke Leistungen

Mit Lukas Baroke und Anna Archidiaccono standen zwei weitere BTV Kaderathleten in Aarau im Einsatz. Der erst 19-jährige Baroke warf den 6.00kg schweren Hammer auf satte 58.07m. Damit verfehlte er seinen U20-Schweizerrekord, welchen er vor circa einem Monat in Olten aufgestellt hat, um knapp einen Meter. Mit seinem zweitweitesten Wurf seiner Karriere war der Nachwuchsathlet des BTV-Aaraus jedoch mehr als zufrieden. So war es auch die Hürdenläuferin und letztjährige U20-EM-Teilnehmerin Anna Archidiaccono, welche mit 14,07 Sekunden eine neue persönliche Saisonbestleistung aufstellte. Damit klassierte sie sich hinter Ditaji Kambundji, die mit einer Zeit von 13.56 Sekunden erneut ein weiteres Topresultat lieferte. Die jüngste der vier Kumbundji Schwestern kam damit auf bis zu 20 Hundertstel an ihre Saisonbestleistung heran.

Das junge Organisationskomitee zeigt sich zufrieden

Das vierköpfige Organisationskomitee war äusserst zufrieden mit dem Verlauf des Wettkampfs. «Ein Wettkampf in Zeiten von Corona neu zu lancieren, stellte uns definitiv auf die Probe», so Philip Salathe, der Wettkampfleiter des Aarauer Abendmeetings. «Die ständig aktualisierten Bedingungen für die Durchführung eines Leichtathletikwettkampfs verlangt grosse Flexibilität sowohl von Seiten der Athleten wie auch von Seiten der Organisatoren. Doch genau davon konnten wir auch profitieren. So gingen zahlreiche internationale Athleten an den Start, welche in ihren Heimatländern wie Deutschland, Italien oder Frankreich keine Startmöglichkeiten mehr gefunden haben.» Das Aarauer Abendmeeting soll gemäss Salathe wieder zu einem festen Bestandteil des Schweizer Leichtathletikkalenders werden.

Leichtathletik trotz Corona

Auch mit dem Corona-Virus ist Leichtathletik möglich. Dies hat die Schweizer Leichtathletikszene bereits gezeigt. Trotz allem konnte auch das Aarauer Abendmeeting nicht unter «normalen» Bedingungen stattfinden. Im Stadion galt eine allgemeine Maskenpflicht, das Wettkampfgelände wurde abgesperrt und es wurden keine Zuschauer zugelassen.