Schwingen
Schmids Comeback, Haslers Überraschung, Strebels Irritation

Am Fricktaler Abendschwinget in Herznach gab «Eidgenosse» David Schmid ein gelungenes Comeback. Mit zwei «Gestellten» gegen Favorit Joel Strebel ermöglichte er dem Fricktaler Nichtkranzer Luis Hasler den überraschenden Co-Sieg mit dem Freiämter.

Wolfgang Rytz
Drucken
Teilen
Fricktaler Abendschwinget 2021 in Herznach. Schlussgang David Schmid (unten) gegen Joel Strebel.

Fricktaler Abendschwinget 2021 in Herznach. Schlussgang David Schmid (unten) gegen Joel Strebel.

Wolfgang Rytz / Aargauer Zeitung

Joel Strebel war am Schluss irritiert. Er liess sich nach dem zweiten Remis gegen Schmid zwar als Sieger feiern, musste aber einen Nobody an seiner Seite als Co-Sieger akzeptieren. Trotz Coronapause und längerer Zeit mit Knieproblemen gab David Schmid nach nur einmonatiger Vorbereitung im Sägemehl ein gelungenes Comeback. Der 31-jährige Wittnauer lässt mit einigen Wettkämpfen seine Karriere in dieser verkürzten Saison ausklingen. Grosse Feste bestreitet er keine mehr. Dennoch liess er auf Anhieb wieder seine Klasse als Defensivspezialist aufblitzen. Auch offensiv zeigte er gute Ansätze, doch im fünften Gang kostete ihn ein «Gestellter» gegen den erstarkten Freiämter Reto Leuthard die Chance auf den Co-Sieg.

Strebel bodigt zum Auftakt Räbmatter

Zum Auftakt sorgte Joel Strebel für Aufsehen. Der athletische Freiämter beförderte 150-kg-Brocken Patrick Räbmatter mehrmals durch die Luft und legte den Zofinger «Eidgenosse» schliesslich mit einem Kurzzug platt. Nach je 20 Punkten aus den ersten zwei Gängen kam’s logischerweise zum ersten Duell zwischen Strebel und David Schmid. In einem animierten Gang hatte der Freiämter zwar Vorteile, doch der Fricktaler wand sich in bekannter Manier aus jeder bedrohlichen Lage heraus. Strebel verdiente sich darauf mit zwei ungefährdeten Siegen die Schlussgangteilnahme.

Weil sich die restlichen Konkurrenten gegenseitig Punkte abknöpften, blieb Schmid trotz zweier Remis auf Rang 2. Die Wiederholung des Spitzenduells vom dritten Gang in der Endausmarchung verlief beidseitig mit dosiertem Risiko. Standschwinger Joel Strebel brachte Schmid zwar im zweiten Zusammengreifen mit einem Wyberhaken in Bedrängnis, aber Schmid drehte sich rechtzeitig aus. Im zweiten Teil der zehn Kampfminuten bemühte sich Schmid seinerseits um die Offensive.

«Ich wusste, dass mit einem Gestellten und der Note 8,75 mein Vereinskollege Luis Hasler zu Strebel aufschliessen würde. Deshalb riskierte ich nichts»

, erklärte der Wittnauer später. Joel Strebel sprach seinerseits von einer «zu starken Verteidigung» Schmids. So jubelte zuletzt vor allem Luis Hasler. Der 19-jährige Helliker verdiente sich den überraschenden Co-Sieg mit drei Siegen über Kranzschwinger und der Schützenhilfe Schmids. Dieser hatte 2014 für den letzten Fricktaler Sieg gesorgt.

Aktuelle Nachrichten