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Sandro Burki: «Uns fehlt beim FC Aarau die defensive Stabilität»

Nach dem 2:2 gegen St. Gallen blickt Aaraus Mittelfeldspieler Sandro Burki zuversichtlich dem Knüller gegen Basel entgegen. Er äussert sich über Aufwand, Ertrag und eine Wundertüte.

Ruedi Kuhn
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Licht und Schatten lösen sich beim FC Aarau in kurzen Abständen ab. Zuerst das Führung durch Nganga.

Licht und Schatten lösen sich beim FC Aarau in kurzen Abständen ab. Zuerst das Führung durch Nganga.

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Sandro Burki, was sagen Sie zur Schlagzeile «Der FC Aarau, die Wundertüte der Super League»?

Sandro Burki: Wundertüte? Nicht schlecht. Das kann man so sagen. Beim 5:1 gegen den FCZ und beim 4:2 gegen Luzern hatten wir sehr gute Spiele, beim 2:3 gegen Lausanne und beim 0:1 gegen Sion lief es weniger gut. So gesehen ist der FC Aarau tatsächlich eine kleine Wundertüte.

5:1 gegen den FC Zürich, 0:3 gegen die Young Boys und nun 2:2 gegen St. Gallen: In den letzten drei Spielen zeigte der FC Aarau drei verschiedene Gesichter. Wie ist dieses Auf und Ab zu erklären?

Eine schwierige Frage. Der FC Aarau ist nun mal der Aussenseiter der Super League. Uns fehlt die Konstanz, um regelmässig punkten zu können. Wir betreiben oft einen riesigen Aufwand und holen manchmal einen kleinen Ertrag. Das Spiel gegen St. Gallen ist ein gutes Beispiel: Wir hätten nach einer Viertelstunde nicht 1:0 sondern mindestens 2:0, ja vielleicht sogar 3:0 führen müssen. Dann kassierten wir zwei Gegentreffer und mussten schliesslich froh sein, wenigstens ein Unentschieden zu erreichen.

Linus Hallenius, Mitte, vom FC Aarau erzielt das späte Ausgleichstor und jubelt.
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Linus Hallenius, Mitte, vom FC Aarau, erzielt das Ausgleichstor gegen St. Gallen-Goalie Marcel Herzog.
FC Aarau – St. Gallen
Stephane Nater vom FC St. Gallen (links) und Davide Calla.
St. Gallen-Goalie Marcel Herzog kommt dem Aarauer Igor Nganga zuvor.
St. Gallen-Goalie Marcel Herzog rettet vor dem Aarauer Igor Nganga.
Alhassane Keita von St. Gallen (vorne) und Juan Pablo Garat vom FC Aarau im Zweikampf.
Alhassane Keita vom FC St. Gallen und Aarau-Goalie Joel Mall.
Artur Ionita vom FC Aarau, links, und Matias Vitkieviez vom FC St. Gallen.
Marco Mathys vom FC St. Gallen schiesst zum Ausgleich gegen die Aarauer Abwehr.
Die Aarauer jubeln über das 1:0-Führungstor.
Torschütze Marco Mathys vom FC St. Gallen (rechts) nach dem 1:1-Ausgleich.
Stephane Nater vom FC St. Gallen (Mitte) und Dante Adrian Senger vom FC Aarau im Zweikampf.

Linus Hallenius, Mitte, vom FC Aarau erzielt das späte Ausgleichstor und jubelt.

Sigi Tischler

Am Samstag gastiert mit dem FC Basel der Champions-League-Teilnehmer und Ligakrösus im Brügglifeld: Wie beurteilen Sie die Ausgangslage?

Die Ausgangslage ist interessant und unglaublich. Da hat der FC Basel Woche für Woche eine Doppel- oder sogar Dreifachbelastung – und in dieser Woche muss der FC Aarau innert vier Tagen zweimal antreten und der Champions-League-Teilnehmer hat nur ein Spiel. Das muss für uns allerdings kein Nachteil sein. Ich mag den Dreitagesrhythmus.

Was braucht es für einen Punktgewinn oder gar einen Sieg gegen den Meister?

Wir müssen die gleiche Leistung zeigen wie beim 2:2 gegen den FC St. Gallen. Im Gegensatz zum Spiel gegen die Ostschweizer müssen wir noch kompakter stehen. Uns fehlt es vor allem an defensiver Stabilität. Zudem gilt es, die Chancen konsequenter zu nützen. Um den FC Basel fordern zu können, braucht der FC Aarau das perfekte Spiel.

Der FC Aarau hat 13 Spiele, 14 Punkte und ein Torverhältnis von 22:28: Wie lautet Ihre Bilanz nach gut einem Drittel der Meisterschaft?

Mit der Punktzahl können wir zufrieden sein. Mit der Anzahl geschossener Tore auch. 28 Gegentreffer sind allerdings zu viel. Das sind mehr als zwei Tore pro Spiel. Das ist nicht gut. Das ist sogar schlecht.

Sind Sie mit Ihren Leistungen zufrieden?

Ja. Ich konnte mich im Vergleich zur letzten Saison sicherlich steigern. Es ist mir gelungen, auf konstant gutem Niveau zu spielen. Ich bin froh, dass der FC Aarau aufgestiegen ist. Der Klub zählt wieder zu den Top 10 des Schweizer Fussballs und ist damit vermehrt im Scheinwerferlicht. Auch mir liegt viel daran, in der Super League spielen zu können. Einfach deshalb, weil die Herausforderungen grösser sind als in der zweithöchsten Spielklasse.

Haben Sie noch Steigerungspotenzial?

Man kann sich immer verbessern. Ich kann mich sicherlich steigern. Ich möchte in den nächsten Spielen vermehrt in den Abschluss gehen und wünsche mir den einen oder anderen Torerfolg.