1. Liga Eishockey

«Rechne mit hart umkämpften Derbys»: So steht es um die Aargauer Teams vor dem Saisonstart

Die Aargauer Erstligisten Argovia Stars und Red Lions Reinach haben sich vor dem Start der neuen Saison grosse Ziele gesetzt: Beide wollen in die Playoffs. Doch einen Platz unter den besten Acht dürfte kein Selbstläufer werden, denn die Konkurrenz ist noch stärker geworden.

Nik Dömer
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Die Aargauer Derbys dürften in dieser Saison noch härter umkämpft sein, als je zuvor.

Die Aargauer Derbys dürften in dieser Saison noch härter umkämpft sein, als je zuvor.

Andy Müller

Aargauer Eishockeyfreunde kommen am nächsten Wochenende endlich wieder voll auf ihre Kosten. Mit dem Start der 1. Liga geht auch für die beiden besten Aargauer Teams, die Red Lions Reinach und die Argovia Stars, nach über einem halben Jahr endlich der Spielbetrieb wieder los. Besonders spannend dabei: Die Derbys dürften in dieser Saison umkämpfter werden als je zuvor.

Die Red Lions Reinach melden nämlich in ihrer vierten Saison der Vereinsgeschichte grosse Ambitionen an: Den Zugang des ehemaligen NLA-Spielers Remo Heitzmann könnte man durchaus als Königstransfer für den Verein bezeichnen. Neben dem 27-jährigen Center sind auch Andrej Maraffio, Florian Huber und Matteo Torino – die von Ligakonkurrent EC Wil nach Reinach wechselten – klare individuelle Verstärkungen für das Team von Trainer Raphael Zahner.

Coach Zahner will mit den Red Lions den nächsten Schritt machen.

Coach Zahner will mit den Red Lions den nächsten Schritt machen.

Andy Müller

Reinach will diese Saison nächsten Schritt machen

Entsprechend ist sich der Coach nun sicher, dass es an der Zeit ist, um sich grosse Ziele zu setzen: «Unser Prozess ist weit fortgeschritten, wir haben beinahe schon Erstliga-Standard in Reinach. In dieser Spielzeit wollen wir den nächsten Schritt machen und die Playoffs erreichen.»

Wenn Zahner von Erstliga-Qualität spricht, dann weiss der Trainer genau, was er meint. Nicht nur, weil der Coach bereits bei anderen Teams der Liga an der Bande stand, sondern auch, weil er bei seiner Ankunft in Reinach vieles aufbauen musste: «Es sind Welten im Vergleich zum Vorjahr. Ich habe nun eine eingespielte Mannschaft und eine Infrastruktur, mit der wir vernünftig arbeiten können. Inzwischen können wir sogar Videoanalysen machen», sagt der Trainer schmunzelnd.

Remo Heitzmann kämpfte zwischen 2013 und 2015 im Dress der Lakers – nun verstärkt er die Red Lions Reinach.

Remo Heitzmann kämpfte zwischen 2013 und 2015 im Dress der Lakers – nun verstärkt er die Red Lions Reinach.

Keystone

Zahner macht keinen Hehl daraus, dass er gerne noch eine oder zwei Verstärkungen gehabt hätte: «Wir müssen in dieser Phase Verständnis haben. Auch wenn uns die Coronakrise zumindest sportlich noch nicht wirklich tangiert hat, so haben auch wir im Bereich Sponsoring finanziell bereits Einbussen. Und wir wissen natürlich auch noch nicht, wie sich die Saison entwickeln wird, respektive, ob sie überhaupt bis zum Ende durchgeführt werden kann.»

Vorsicht ist also der Tenor. Dennoch ist sich Zahner sicher, dass die Qualität in der Mannschaft für das Erreichen der Playoffs vorhanden ist: «Mit Remo Heitzmann haben wir einen neuen Spieler im Team, der uns helfen kann, ein neues Level zu erreichen. Es haben zwar einige Mannschaften in der Liga aufgerüstet, aber ich denke, wir haben die stärkste Mannschaft seit der Vereinsgründung und müssen uns damit nicht verstecken.»

Routiniers verloren, aber heisse Eisen im Feuer

Dass die Spiele gegen die Red Lions Reinach in der kommenden Saison noch härter werden, ist sich Roger Gerber von den Argovia Stars durchaus bewusst. «Die Reinacher waren in der vergangenen Spielzeit schon kein Selbstläufer und werden es nun in der kommenden Saison garantiert auch nicht sein. Ich rechne mit hart umkämpften Derbys. Davon profitieren wir alle, schliesslich sind sie beste Werbung fürs Eishockey im Kanton.»

Stars-Routinier Marc Gisin beendete seine Karriere im vergangenen Frühling.

Stars-Routinier Marc Gisin beendete seine Karriere im vergangenen Frühling.

Severin Bigler

Die zunehmende Stärke des Lokalrivalen ist jedoch bei weitem nicht die einzige Herausforderung für den Trainer. Mit Thomas Wälti, Daniel Eichenberger und Marc Gisin hat der Coach drei wichtige Routiniers verloren: «Ich will mich nicht beklagen, natürlich haben wir an Erfahrung eingebüsst. Immerhin konnten wir mit Thomas Liechti einen Spieler aus der MySports League verpflichten. Ich gehe davon aus, dass er eine Leaderrolle einnehmen wird.»

Eine Leaderfunktion wird zwingend auch Leistungsträger Pascal Wittwer einnehmen müssen, der sich in der Garderobe sonst allerdings eher zu den ruhigeren Spielern zählt: «Ich bin sehr froh, dass er noch eine Saison bei uns dranhängt. Für die jungen Spieler ist er auf und neben dem Eis ein absolutes Vorbild. Ein Athlet durch und durch.»

Pascal Wittwer bleibt den Argovia Stars eine weitere Saison erhalten.

Pascal Wittwer bleibt den Argovia Stars eine weitere Saison erhalten.

Zur Verfügung gestellt

Gerber hofft nebenbei auch darauf, dass sich die jungen Talente in seiner Mannschaft sehr schnell entwickeln und den nächsten Schritt machen werden: «Wir haben ein paar heisse Eisen im Feuer, denen ich eine starke Saison zutraue. Nebenbei bin ich auch optimistisch, dass unsere Routiniers wie Boris Neher, Michel Simmen, Carlos Zuberbühler oder auch Christoph Frei noch mehr Verantwortung übernehmen können dieses Jahr.»

Für den Trainer der Argovia Stars ist das Saisonziel deshalb klar: Er will wiederum in die Playoffs. «Die Erfahrung gegen Wetzikon im letzten Februar war sehr wichtig für uns. Wir haben gesehen, dass hier in Aarau etwas möglich ist. Wir konnten teilweise mit einem Gegner mithalten, der MySports-Niveau hat. Das weckt bei uns Lust auf mehr.»