AZ-Goldlauf

Pfingstlauf: Wohlen als Standortbestimmung, Tokio als Fernziel

Mit Tolossa Chengere (Bern) und Petra Eggenschwiler profilierten sich am 52. Pfingstlauf in Wohlen zwei Etablierte als Tagessieger.

Jörg Greb
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Pfingstlauf 2018 in Wohlen
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Pfingstlauf 2018 in Wohlen
AZ-Goldlauf, 19.27 Uh4
Pfingstlauf 2018 in Wohlen
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Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf 2018 in Wohlen
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf 2018 Wohlen
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf Wohlen 2018
Pfingstlauf 2018 Wohlen
Pfingstlauf 2018 Wohlen
Pfingstlauf 2018 Wohlen

Pfingstlauf 2018 in Wohlen

Alexander Wagner

Seinen Wohnort Bern hätte Tolossa Chengere nicht verlassen müssen, um sich als Läufer mit angemessener Konkurrenz zu messen. Der 35-Jährige Asylant mit läuferischer Vergangenheit und nachhaltigem Potenzial entschied sich aber anders. Statt sich in der Bundeshauptstadt am Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äth) oder dem Schweizer Vorzeigeläufer Tadesse Abraham zu orientieren, reiste er in die Provinz nach Wohlen.

„Ich bin noch nicht auf dem gewünschten Trainingsstand“, sagte Chengere. Eine Knieverletzung hat ihn in den letzten fünf Jahren ausgebremst und zurückgeworfen. „Über kleine Läufe will ich mich zurückkämpfen“, verriet er seine Ambitionen. Und die sind hoch: „Olympia 2020 in Tokio, über die Marathondistanz, das scheint mir nach wie vor realistisch, zumal mich das Knie nicht mehr behindert.“

Nach anfänglichem Staunen schnell souverän

Chengeres Sieg am traditionellen Pfingstlauf war denn auch alles andere als eine Überraschung. Gut eine halbe Minute und mehr nahm er seinen Widersachern ab. Von Beginn an zeigte sich der Klasseunterschied aber nicht: „Unglaublich, wie da einige losliefen“, staunte der Routiner. Erst nach rund einem Drittel der Distanz übernahm er das Diktat. Fortan zeichnete sich sein Sieg immer klarer ab.

Und jener Mann, der am ehesten in der Lage schien, mitzuhalten, der Zürcher Jens-Michael Gossauer, erkannte früh: „Frisch sind meine Beine heute nicht.“ Aus dem Training heraus sei er angetreten, sagte der 25-Jährige. In einer Woche will er an den Schweizer Halbmarathon-Meisterschaften in Lugano den Team-Titel erobern, zusammen mit Tadesse Abraham und Fabian Anrig.

Eggenschwiler vor Gemperle

Noch deutlicher zeigte sich bei den Frauen den Klasseunterschied. Die Duathletin und Langstreckenspezialistin Petra Eggenschwiler siegte in 37:13 Minuten – nur sieben Männer waren schliesslich schneller. Die Nachwuchs-Orientierungsläuferin Eline Gemperle (18) benötigte 1:13 Minuten länger. „Unterwegs haben wir uns nach dem Start nie mehr gesehen“, sagten beide. Beide waren sich ihrer Rolle von Beginn an bewusst gewesen.

Erfreut und erstaunt zeigten sich die Organisatoren. Knapp 750 Teilnehmer begrüssten sie in ihren verschiedenen Kategorien, inklusive Kinderrennen und Waffenlauf. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies zwar einem Minus von rund 50. In Anbetracht der übermächtigen Konkurrenz des GP Bern mit seinen über 30‘000 Läufern und den ziemlich exakt gleichvielen Gemeldeten aus dem Aargau, hatten die Organisatoren einen stärkeren Rückgang vermutet.