Laufsport
Noch nie so viele Teilnehmer am Badener Limmatlauf

Fikru Guta und Jutta Brod gewinnen den 15. Limmatlauf bei herrlichem Wetter und einem Teilnehmerrekord. Selbst die gleichentags stattfindende Schweizer Meisterschaft über 10 km war keine Konkurrenz.

Jörg Greb
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Badener Limmatlauf 2015
14 Bilder
Noch nie liefen so viele Teilnehmer am Badener Limmatlauf.
Altmeister und Lokalmatador Hansjörg Brücker wurde Vierter.
Die Strecke der Limmat entlang ist auch etwas für Naturliebhaber.
Das Spitzentrio: Sieger Fikru Guta (links) vor Carsten Brod (rechts, Rang 3) und Sium Zerehannes (Mitte, Rang 2).
Mitmachen kommt vor dem Gewinnen.
Läufer beim Zwischensprint.
Irene Marrel-Hitz aus Untersiggenthal erreichte Platz sechs.
Die drittplatzierte Diana Müller aus Erlinsbach
Die zweitplatzierte Petra Eggenschwiler aus Laupersdorf (Mitte).
Hansjörg Brücker kurz vor dem Ziel.
Siegerin Jutta Brod.
Gegen Jutta Brod hatte so mancher Mann das Nachsehen.
Sieger Guta Fikru kurz vor dem Ziel.

Badener Limmatlauf 2015

Alexander Wagner

Ein erfolgreiches Lauffest ohne grosse Namen – dass die Rechnung auch mit diesem an sich gegensätzlichen Ansatz aufgehen kann, hat der Limmatlauf bewiesen. 1555 Klassierte summierten sich in den verschiedenen Kategorien – ein neuer Rekord. Und das trotz des Verzichts auf die Walkingkategorie und den Chänzeli-Lauf.

Und trotz des mangelnden Zuspruchs namhafter Eliteläuferinnen und –läufer. Eine Terminüberschneidung mit der Schweizer Meisterschaft im 10-km-Strassenlaufs am selben Nachmittag bildete dafür den vorrangigen Grund. Eine Qualität an der Ranglistenspitze wie im Vorjahr werden wir nicht vorweisen können», sagte OK-Präsident Fabian Keller schon unmittelbar nach dem Startschuss voraus und dachte dabei primär an die Topläuferinnen Fabienne Schlumpf und Martina Strähl, die in Uster Gold und Silber gewinnen sollten.

Der dritte Erfolg in Serie

Recht hatte Keller. Zwar setzten sich mit Fikru Guta, dem Äthiopier aus Villmergen sowie mit der deutschen Rekordsiegerin Jutta Brod über den Limmatlauf hinaus bekannte Namen durch. Doch gefordert bis ans Limit wurden weder er noch sie. Guta reichten für seinen dritten Vollerfolg in Serie eine Zeit von 44:36 Minuten: trotz idealem Wetter die schwächste Siegerzeit aller bisheriger Austragungen.

Nicht weniger als 5:38 Minuten blieb der 25-Jährige über dem Streckenrekord von Bernhard Matheka. «Mir ging es um den Sieg, und was hätte ich davon gehabt, wenn ich mich stärker verausgabt hätte?», fragte er.

Weniger einsam, da immer von Männern umgeben, lief Jutta Brod. Doch sie sah sich im Ziel mit einer andern Frage konfrontiert: «Das Gefühl war gut, aber die Zeit weniger.» 49:35 Minuten war sie unterwegs und damit langsamer als bei sämtlichen ihrer fünf bisherigen Triumphe in Baden, und vor allem auch 3:18 Minuten langsamer als Fabienne Schlumpf bei ihrem Streckenrekord im Vorjahr.

So bildete die diesjährige Siegerzeit für Brod den Ausgangspunkt für generelle Überlegungen: «Das Alter macht sich eben langsam bemerkbar.» Damit abfinden will sich die 42-Jährige allerdings (noch) nicht.

Hansjörg Brückers Routine

Für den lokalen Farbtupfer sorgte einmal mehr Hansjörg Brücker. Der 51-Jährige und letzte Schweizer Sieger (2009) erreichte das Ziel als starker Vierter. «Mir kamen die klaren Kräfteverhältnisse entgegen, bereits nach 3 Kilometern waren die Positionen bezogen», sagte er. Fortan nutzte er seine Streckenkenntnisse und die Routine, um seinen Lauf ideal einzuteilen. Brücker verteidigte die Position überzeugend.

Zurück zur Beliebtheit des Limmatlaufs: Ausschlaggebend ist der neue Teilnehmerrekord nicht auf die Volksläufer. Deren Zahl nahm nämlich – auch wegen der Terminkollision – um rund 15 Prozent ab. Mehr als kompensiert haben dies aber die Schülerkategorien, welche markant zulegten. Auch das eine erfreuliche Entwicklung.

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