Eishockey
Nach der hohen Niederlage ist eine Reaktion Pflicht

Der EHC Aarau steht nach der 2:6-Niederlage in Lyss mit dem Rücken zur Wand. Nach zwei Dritteln lagen die Adler noch mit 2:1 in Führung. Lyss wendete den Match im dritten Drittel und machte in einem Powerplay alles klar.

Hans Peter Schläfli
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Der Aarauer Patrick Bula, behindert durch den Lysser Jan Junker, schiesst knapp am Tor vorbei.

Der Aarauer Patrick Bula, behindert durch den Lysser Jan Junker, schiesst knapp am Tor vorbei.

hps

Lag Aarau im ersten Playoffspiel früh krass zurück, sah es diesmal lange gut aus für die Adler. Nach zwei Dritteln führten sie sogar 2:1. Erst in den letzten fünf Minuten erlosch die Hoffnung, als Lyss plötzlich Tor um Tor schoss. So setzte es am Ende eine etwas zu hohe 2:6-Schlappe ab. Aber mit dem 0:2-Zwischenstand im Playoff-Viertelfinal ist nun morgen Donnerstag im Heimspiel eine positive Reaktion absolute Pflicht.

Aarau, bei dem gegenüber der 2:7-Startniederlage vom Samstag Brunner statt Mathys im Tor stand, war gut auf das zu erwartende Startfurioso der Lysser eingestellt und überstand die erste kritische Phase ohne Schaden.

Neher musste blutend vom Eis geführt werden

Der erste richtige Knaller folgte in der 12. Minute: Nicola Pfeiffer checkte Boris Neher gnadenlos, wobei sich die Aarauer Nummer 10 beim Aufprall an der Bande am Kopf verletzte und heftig blutend vom Eis geführt werden musste. Die Lysser Nummer 97 wurde für den gesundheitsgefährdenden Check mit 5 Minuten plus Matchdauer-Disziplinarstrafe bedacht. Es war zum Glück eine unrühmliche Ausnahme, denn ansonsten wurden die Zweikämpfe hart, aber fair geführt.

Die Aarauer machten zu wenig aus diesen fünf Minuten der zahlenmässigen Überlegenheit. Dies wäre doch die Chance gewesen, um entscheidend vorzulegen. Aber das Powerplay war harmlos, und kaum war die Strafe verstrichen, übernahm wieder Lyss das Diktat. Grosse Torchancen gab es jedoch keine mehr, weshalb das 0:0 zur ersten Pause das logische Resultat war. Auch Neher hatte sich mittlerweile wieder erholt und mischte munter mit, als wäre nichts geschehen.

Lyss wendete den Match

Je älter aber das Mitteldrittel wurde, umso mehr häuften sich die Lysser Chancen. In der 26. Minute war es dann soweit: Der Dauerdruck führte zum 1:0 für die Berner. Bei einer Zweiminutenstrafe hätte Lyss beinahe erhöhen können. Doch kaum war Aarau wieder komplett, gelang aus dem Nichts heraus das 1:1. Das gab Aufwind. Die Platzherren blieben zwar mehr am Puck, aber die Gäste hatten nun auch ihre Chancen, und in der 37. Minute übernahmen sie sogar die Führung. Nicht unbedingt verdient, aber schön herausgespielt.

Kaum hatte das Schlussdrittel begonnen, da tobte die Seelandhalle: Lyss griff stürmisch an und glich nicht nur zum 2:2 aus, sondern wendete den Match sogleich auf 3:2. Im Gegensatz zum ersten Playoff-Viertelfinalspiel brach Aarau diesmal nicht ein, sondern zeigte Moral. Die Adler krallten sich Mal für Mal im Drittel der Lysser fest. Der Ausgleich lag in der Luft. Aber in der 48. Minute verwertete Bula einen Pass von Neher nicht, obwohl er alleinstehend aus nur etwa vier Meter alle Zeit der Welt gehabt hätte, um den Puck zum 3:3 zu versenken.

So tickte die Uhr ohne Gnade und die Angriffe wurden immer verzweifelter. Dann kassierte Boner eine dumme Zweiminutenstrafe, und Lyss nutzte dieses Powerplay zum entscheidenden 4:2 aus. Aarau steckte auf und kassierte gleich noch das fünfte und das sechste Tor.

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