NLA-Handball
Kein nächstes Erfolgserlebnis: Der TV Endingen muss sich auswärts bei Pfadi Winterthur deutlich geschlagen geben

Im Nachholspiel der 5. Runde der NLA kassiert der TV Endingen auswärts gegen Pfadi Winterthur eine deutliche 14:33-Niederlage. Nur vier Tage nach dem 32:32-Unentschieden im Berner Oberland blieben die Surbtaler ohne jede Chance. Bereits zur Pause waren die Surbtaler vorentscheiden mit 4:13 zurückgelegen.

Dean Fuss
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Oliver Mauron und sein TV Endingen müssen sich auswärts gegen Pfadi Winterthur deutlich geschlagen geben.

Oliver Mauron und sein TV Endingen müssen sich auswärts gegen Pfadi Winterthur deutlich geschlagen geben.

Alexander Wagner

27 Fehlwürfe, davon 18 vom gegnerischen Torhüter parierte Abschlüsse, 23 Technische Fehler und ein mehr als deutliches Endergebnis. Aus Sicht des TV Endingen liest sich die Matchstatistik nach der 14:33-Pleite auswärts gegen Pfadi Winterthur vom Mittwochabend wie das Drehbuch eines schlechten Horrorfilms.

Und dieser zeichnet sich schon früh ab: Zwischen der 14. und 29. Minute bleiben die Gäste in der Winterthurer AXA Arena während exakt 14 Minuten und 55 Sekunden ohne einen einzigen Torerfolg. Die Gastgeber, die selber ebenfalls alles andere als fehlerfrei bleiben, wissen die offensiven Unzulänglichkeiten der Surbtaler zu nutzen. Das Skore entwickelt sich in dieser Phase aus TVE-Sicht von 3:5 auf 4:12 – die Partie ist bereits zur Pause entschieden, der zweite Durchgang nur noch eine rein statistische Pflichtübung.

TVE-Trainer Majeri: «Dieser Auftritt war eine Frechheit»

Die Endinger tun sich enorm schwer mit der aggressiven Deckung der Winterthurer. Ihre schnelle Mitte, im bisherigen Saisonverlauf eine der stärksten Waffen des TVE, kommt fast gar nicht zum Tragen. Stattdessen beissen sich der kanadische TVE-Topskorer Justin Larouche und seine Teamkollegen immer wieder am gegnerischen Kreis fest und kommen dennoch zu aussichtsreichen Abschlüssen – allerdings: Pfadi-Torhüter Yahav Shamir treibt die Endinger mit seinen Paraden immer wieder zur Verzweiflung.

Nur vier Tage nach dem Punktgewinn beim 32:32 auswärts gegen Wacker Thun scheinen die Endinger mental nicht in der Lage, sich ein weiteres Erfolgserlebnis zu verschaffen.

«Dieser Auftritt meiner Mannschaft war eine Frechheit. Wir haben gezeigt, dass wir im Kopf Amateure sind, die nicht dazu in der Lage sind, zwei gute Spiele hintereinander zu machen», sagt ein enttäuschter Zoltan Majeri nach der Partie.

Der Trainer beginnt noch vor der Pause durchzuwechseln. Und so kommt, nur anderthalb Wochen nach den Premieren von Leandro Lüthi (18) und Joshua Hitz (17), mit dem linken Flügel Timo Fischer ein weiteres Nachwuchstalent zu seinem Debüt in der NLA. Der 15-Jährige (!) steht knapp 40 Minuten lang auf der Platte im Einsatz und verpasst seine Tor-Premiere auf höchster Ebene nur knapp: 26 Sekunden vor der Schlusssirene sieht er seinen ersten und einzigen Wurf der Partie von Pfadi-Torhüter Shamir pariert.

Am Samstag geht es erneut gegen Pfadi

Gelegenheit zur Revanche beziehungsweise zur Steigerung auf allen Ebenen gibt es für die Surbtaler bereits in drei Tagen. Denn am Samstag empfängt der TVE die Winterthurer in der heimischen GoEasy-Arena in Siggenthal Station. Angepfiffen wird die Partie der 14. Runde um 20 Uhr.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Endinger dann nicht wieder in einem Horrorfilm wiederfinden. Für Majeri ist klar, was sich dafür ändern muss: «Ich erwarte, dass meine Mannschaft am Samstag als Einheit aufläuft, als richtiges Handball-Team. Am Mittwochabend in Winterthur standen nur Individualisten auf der Platte. Wir müssen die Fehler massiv reduzieren und wieder verstehen, dass wir nur zusammen stark sein können.» Das Drehbuch für die Revanche liegt auf jeden Fall bereit.

Der Match

Der erste Treffer in der Partie auswärts bei Pfadi Winterthur gelingt dem TV Endingen erst nach 4:52 Minuten. Wie bereits beim 32:32 auswärts gegen Wacker Thun von vor vier Tagen ist es Joel Huesmann, der als erster Surbtaler erfolgreich ist und zum 1:2 verkürzt.

Nach etwas mehr als elfeinhalb Spielminuten liegen die Aargauer Gäste erstmals mit drei Treffern zurück (2:5). Das für TVE-Partien ungewohnt tiefe Skore erklärt sich einerseits durch die zahlreichen Paraden der Torhüter beider Mannschaften sowie zahlreicher Technischer Fehler, andererseits verläuft das Spiel eher zähflüssig. Aufgrund der aggressiven Deckung des Heimteams kommen die Endinger nicht dazu, ihre schnelle Mitte auszuspielen. Stattdessen beissen sie sich immer wieder am gegnerischen Kreis fest und tun sich schwer, zum Abschluss zu kommen.

In der 14. Minute gelingt Simon Huwyler der erste Treffer nach einem schnellen Gegenstoss des TVE, der damit auf 3:5 verkürzt. Die beiden Torhüter liefern sich derweil weiter ein Duell auf hohem Nieau: Endingens Vit Schams steht kurz vor Ablauf der Startviertelstunde bei sieben Paraden (54 Prozent), sein Gegenüber Yahav Shamir hat deren fünf (63 Prozent) auf seinem Konto.

In der Folge reihen die Gäste während exakt 14:55 Minuten Technische Fehler, Wurffehler und von Pfadi-Torhüter Shamir parierte Würfe aneinander. Obwohl auch die Gastgeber alles andere als fehlerfrei spielen, liegt der TVE nach seinem vierten Torerfolg durch Milomir Radovanovic in der 29. Minute bereits mit 4:12 zurück. Bis zur Pause wächst der Rückstand der Surbtaler sogar noch um einen Treffer auf 4:13 an.

Der Auftakt in die zweite Halbzeit gelingt dem TVE wesentlich besser, als noch der Einstieg zu Spielbeginn: Erst verbucht Schams seine elfte Parade, dann trifft Radovanovic zum 5:13. Weil sich in der Folge die Fehler auf beiden Seiten aber wieder häufen, beträgt der Unterschied zwischen den beiden Teams knapp fünf Minuten nach der Pause weiterhin neun Treffer (6:15). Weitere fünf Minuten später liegen die Endinger bereits mit 13 Treffern zurück (7:20). Es gelingt ihnen in dieser Phase wie bereits über weite Strecken der ersten Halbzeit kaum mehr, den gegnerischen Torhüter zu überwinden.

Kurz vor Ablauf der 45. Spielminute gelingt Topskorer Justin Larouche mit seinem zweiten persönlichen Erfolgserlebnis der nächste Treffer für seine Mannschaft – es ist erst der zehnte TVE-Treffer (10:22). Danach dauert es erneut fast fünf Minuten, bis mit Mauron der nächste Endinger trifft. Zehn Minuten vor der Schlusssirene steht es 11:24.

Fünfeinhalb Minuten vor Schluss beträgt der Rückstand der Endinger 17 Treffer (12:29). Dass dieser bis zur Schlusssirene noch auf 14:33 anwächst hat nur noch statistische Bedeutung, entschieden war diese Partie bereits zur Halbzeit (4:13).

Besonders bitter für die Gäste: Der erfolgreichste Torschütze der Winterthurer ist ausgerechnet der langjährige TVE-Spieler Marvin Lier mit neun Treffern. In den Reihen der Endinger ist Joel Huesmann mit seinen drei Treffern offensiv am erfolgreichsten.

Telegramm

Pfadi Winterthur - Endingen 14:33 (13:4)

AXA Arena, Winterthur. – 50 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Pfadi Winterthur, 0-mal 2 Minuten gegen Endingen.

Pfadi Winterthur: Shamir (17 Paraden)/Wipf (1); Bräm (6 Tore), Bührer (2), Cohen (3), Dechow (1), Freivogel, Heer (3), Jud (2), Lier (9/1), Ott (1), Pecoraro, Pfister (3), Sidorowicz (3), Svajlen.

Endingen: Schams (17 Paraden); Fischer, N. Grau, Huesmann (3 Tore), Huwyler (2), Larouche (2), Mauron (2), Mischler, Radovanovic (2), C. Riechsteiner (1), L. Riechsteiner, Schafroth (2).

Bemerkungen: Endingen ohne Pejkovic (rekonvaleszent), Hirsbrunner (verletzt), Imhof, S. Grau, Mühlebach (alle ohne Einsatz), Hitz und Lüthi (beide nicht im Aufgebot). – Verhältnis verschossener Penaltys: 1:1.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

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