GP Rüebliland

Holländer gewinnen die verregnete Auftaktetappe – Bergmeister Jonathan Bögli wie erwartet bester Schweizer

Sam Gademann gewinnt die erste GP-Rüebliland-Etappe im Spurt vor seinen holländischen Teamkollegen Lars Boven und Rick Pluimers. Das Trio profitiert vom glücklichen Umstand, dass die Spitzengruppe kurz vor dem Ziel hinter einem Sicherheitsmotorrad herfuhr, das nicht auf die Zielgerade eingewiesen wurde.

Martin Platter
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GP Rüebliland, Bericht 1. Etappe in Wittnau
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Jonathan Bögli
Das Siegertrio

GP Rüebliland, Bericht 1. Etappe in Wittnau

Zur Verfügung gestellt

Wie im Vorjahr war das erste Teilstück des Junioren-Etappenrennens GP Rüebliland nicht von Wetterglück begünstigt und wurde von zahlreichen Stürzen überschattet. Erst auf der zweiten 46,8-km-Runde, die über Möhlin, Zunzgen, Hemmikon und Anwil wieder zurück nach Wittnau führte, entstand rund 20 km vor dem Ziel eine 15 Mann starke Spitzengruppe.

Doch anstatt auf die Zielgerade einzubiegen, fuhr diese hinter einem Sicherheitsmotorrad her, das die Rennstrecke verliess. So kam es zum Spurt des Feldes, dass die der Holländer Sam Gademann vor seinen Teamkollegen Lars Boven und Rick Pluimers meisterte.

Als bester Schweizer erreichte Jonathan Bögli das Ziel als Achter. Er sagte: «Ich fuhr in der Spitzengruppe, die jedoch nicht besonders gut funktionierte. Ständig haben Fahrer angegriffen. 300 Meter vor dem Ziel wurden die Sicherheitsmotorräder von der Strecke weggewiesen, damit sie uns auf der Zielgeraden nicht in die Quere kommen. Dummerweise sind die Fahrer der Spitzengruppe, der auch in angehörte, dem Motorrad hinterher gefahren. Dabei hätten wir es eigentlich besser wissen müssen. Schliesslich sind wir schon auf der ersten Runde da druchgefahren. Aber das kann halt passieren. Das ganze Rennen war unglaublich hektisch und von zahlreichen Stürzen begleitet.»

Bögli zeigte sich glücklich, keine Zeit durch das Missgeschick verloren zu haben, denn er möchte eine gute Rangierung im Schlussklassement der Vieretappenfahrt. «Morgen gilt es auf der Halbetappe am Morgen Kraft für das Einzelzeitfahren am Nachmittag in Möhlin zu sparen», gibt er Einblick in seine Taktik.

Resultate

1. Etappe, Wittnau-Wittnau (93,6 km): 1. Sam Gademann (Ho) 2:11:11 (42,4 km/h). 2. Lars Boven (Ho) gl. Zt. 3. Rick Pluimers (Ho) gl. Zt. 4. Frederik Thomsen (Dä) gl. Zt. 5. Benjamin Hertz (Dä) gl. Zt. 6. Pierre Pascal Keup (De) gl. Zt. 7. Tito Rendon (Col) gl. Zt. 8. Jonathan Bögli (Langrickenbach) gl. Zt. 9. Axel Van der Took (Ho) gl. Zt. 10. Emil Lindgren (Swe).

Das Programm

Freitag, 31. August, 14.30 Uhr, Wittnau – Wittnau, 93.6 km
Sieger/Leader: Sam Gademan (Ho) Bester Schweizer: Jonathan Bögli (Langrickenbach)

Samstag, 1. September, 9.45 Uhr, Halbetappe Möhlin - Möhlin, 83.2 km, Zielankunft 11.40 Uhr. 16 Uhr, Zeitfahren in Möhlin, 9.6 km, letzte Zielankunft 18:15 Uhr.

Sonntag, 2. September, 9 Uhr, Steinmaur – Steinmaur, 114 km, Zielankunft 11.40 Uhr.

Die Geschichte

Der Grand Prix Rüebliland ist das einzige internationale Junioren-Etappenrennen für Strassenradfahrer in der Deutschschweiz. Vom Radweltverband (UCI) wurde das Nachwuchsrennen in der zweithöchsten Kategorie (MJ2.1) eingestuft und gilt als eines der bestbesetzten Junioren-Etappenrennen Europas.

Mit gutem Grund: Immer anfangs September findet der GP Rüebliland kurz vor den Weltmeisterschaften statt. Zahlreiche Nationalteams aus ganz Europa und Übersee nutzen das Einladungsrennen als WM-Generalprobe. Das Fahrerfeld umfasst in der Regel 25 Mannschaften zu je sechs Fahrer.

Zur gezielten Nachwuchsförderung in der Schweiz werden zudem Kantonal- und Regionalmannschaften zugelassen. Gefahren wird während vier Etappen innerhalb von drei Tagen vorwiegend auf den Strassen des Kantons Aargau, der auch als «Rüebliland» bezeichnet wird, deshalb die Bezeichnung des Rennens.

Das erste Mal durchgeführt wurde der GP Rüebliland 1977 auf Initiative von Radsportbegeisterten. Um das Rennen finanziell besser abzusichern, wurde die IG GP Rüebliland gegründet.

Einige frühere und heutige Spitzenfahrer haben das anspruchsvolle Etappenrennen mit Erfolg absolviert und so den Grundstein für eine erfolgreiche Profikarriere gelegt: Laurent Jalabert, Davide Rebellin, Damiano Cunego, die Gebrüder Schleck, Adriano Basso, Patrik Sinkewitz, Thor Hushovd, Roman Kreuziger, Zdenek Stybar, Bob Jungels.

Aus Schweizer Sicht herausragend waren die Teilnahmen von Fabian Cancellara, Niki Rütimann, Beat und Markus Zberg, Laurent Dufaux, Oskar Camenzind und Silvan Dillier, die später auch als Berufsfahrer den Durchbruch geschafft haben. Das Rennen wird grösstenteils ehrenamtlich getragen und organisiert.