Nachgefragt

FC-Aarau-Trainer Marinko Jurendic: «Das war der emotionale Tiefpunkt»

183 Tage nach der schwärzesten Stunde der Saison reisen die Aarauer wieder nach Genf. Damals verloren sie 0:3. Das sagt Trainer Marinko Jurendic rückblickend im Kurzinterview zum damaligen Debakel.

Sebastian Wendel
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Marinko Jurendic (40) ist seit Sommer 2017 Cheftrainer des FC Aarau. Nach Startproblemen hat er die Mannschaft stabilisiert.

Marinko Jurendic (40) ist seit Sommer 2017 Cheftrainer des FC Aarau. Nach Startproblemen hat er die Mannschaft stabilisiert.

Sandra Ardizzone

Rückblick: Der FC Aarau reist am 25. August 2017 für das Spiel der sechsten Runde nach Genf. Gegen Servette verlor die Mannschaft von Trainer Marinko Jurendic 0:3. Verlieren ist gegen ein Spitzenteam erlaubt, das Schlimme, das Traurige für alle mit einem FCA-Herz ist an diesem Abend, wie sich die Aarauer im Stade de Genève präsentieren: Mutlos, saftlos, kraftlos. Wie eine Schülermannschaft, komplett überfordert. Nach dem Schlusspfiff kommts zur Aussprache mit den wütenden Fans. In den Gesichtern der FCA-Akteure ist die pure Ratlosigkeit abzulesen.

Ganz ehrlich: Haben Sie nach dem 0:3-Debakel am 25. August 2017 in Genf, als der FC Aarau auseinanderzubrechen schien, einen Moment lang an Rücktritt gedacht?

Nein! Ich laufe grundsätzlich nicht vor schwierigen Situationen davon. Der FC Aarau war vom ersten Tag an eine grosse Herausforderung, bei der mir stets bewusst war, dass das Team schwere Zeiten hinter sich hatte. Ja, der Abend in Genf war der sportliche und emotionale Tiefpunkt. Aber ich habe gleichzeitig gespürt, dass sich etwas tut: Die Transferphase lief noch und unser neuer Sportchef Sandro Burki arbeitete im Hintergrund an den dringend nötigen Kaderverbesserungen. Yapi, Audino, Peyretti und Frontino konnten der Mannschaft sofort helfen.

Seither hat der FCA in 14 Spielen 22 Punkte geholt. Einen solchen Schnitt gab es zuletzt unter Aufstiegstrainer René Weiler. Ein Grund, stolz zu sein?

Die positive Bilanz zeigt, dass alle Beteiligten gut gearbeitet haben. Wir befinden uns auf einem guten Weg. Die Ansprüche an uns selber und diejenigen des Aarauer Publikums sind zu Recht hoch. Aber sie sind nur dann zu erfüllen, wenn die Mannschaft homogen aufgebaut ist und auf dem Platz solidarisch auftritt. Wir alle haben Hunger auf Erfolg in Aarau.

FCA- Servette
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...er kann es kaum glauben, schon wieder Punktelos
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FCA- Servette

freshfocus

Im August ging es in Genf um Schadensbegrenzung. Mit welchen Ambitionen tritt der FC Aarau heute gegen Servette an?

Nach dem tollen Auftritt gegen Chiasso reisen wir mit einem guten Gefühl nach Genf. Servette ist ein Spitzenteam, hat Heimrecht und ist deshalb Favorit. Aber wir wollen unsere Stärken ausspielen und im richtigen Moment zuschlagen. Wir werden kämpfen und frech spielen – ein Exploit gäbe uns einen nächsten Schub und wäre zudem ein schönes Geschenk an unsere treuen Fans.

So berichteten wir im Liveticker über die Partie: