Super Bowl

«Die Vereine müssen den Hype ausnützen» – die Argovia Pirates laden zur Super-Bowl-Party im Kino ein

Für Football-Begeisterte ist es das Highlight des Jahres: Der Super Bowl. Am Sonntag geht in Miami das grösste Einzelsport-Ereignis über die Bühne. Auch hierzulande fiebern Fans dem Anlass entgegen. Die Argovia Pirates zur Feier des Tages eine Party und sind damit nicht alleine.

Nik Dömer
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Roger Bächli freut sich auf einen spektakulären Super Bowl im Kino Aarau.

Roger Bächli freut sich auf einen spektakulären Super Bowl im Kino Aarau.

Chris Iseli

Wenn die Football-Liga der Superlative die Welt zum Endspiel einlädt, dann steht auch in der Schweiz so manch ein Haushalt kopf. Längst kleben nicht nur die Freaks am ersten Montag im Februar vor dem TV-Bildschirm, sondern haben sich über die Jahre Gemeinschaften ge­bildet, die den Super Bowl ­nutzen, um ein Fest zu feiern. Wenn schon dick auftragen, dann richtig. Ganz nach dem Motto der National Football League (NFL).

In der Nacht auf dem Montag kämpfen die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers in Miami um den Super-Bowl-Titel.

In der Nacht auf dem Montag kämpfen die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers in Miami um den Super-Bowl-Titel.

keystone

Im Aargau nützt der Footballklub Argovia Pirates die ­Gelegenheit. Wie schon in den beiden Jahren zuvor organisiert er in der Nacht auf Montag eine Super-Bowl-Party im Kino Aarau. «Es kommen von Jahr zu Jahr mehr Leute, zuletzt hatten wir einen Anstieg von rund 100 ­Zuschauern», erzählt Roger Bächli.

Die Aufmerksamkeit ist enorm gestiegen

Der Vizepräsident der Pirates führt das steigende Interesse auf die Berichterstattung zurück: «Das TV-Format ‹ranNFL› ist für uns goldwert, wir erwarten in diesem Jahr noch mehr Zuschauer.» Tatsächlich hat Bächli allen Grund, um optimistisch zu sein. Die Zuschauerzahlen beim Sender Pro Sieben Maxx, der die NFL-Spiele jeden Sonntag überträgt, steigen auch in der Schweiz kontinuierlich an. Beim letztjährigen Superbowl wurden 58,5% Marktanteil bei der relevanten Zielgruppe (männlich, 15–39 Jahre) verzeichnet.

Darum war für die Pirates klar, dass es auch zum dritten Mal in Serie eine Super-Bowl-
Party geben muss. «Unserer Sportart fehlte genug lange die Auf­merksamkeit, nun müssen die Vereine diesen Hype aus­nützen», sagt Bächli. «Für uns ist der Anlass optimal, wir können uns mit Football-Fans aus der Umgebung austauschen und dabei auch noch unseren Verein präsentieren, nebenbei gibt es auch noch hochklassigen Football.»

Rund 250 Besucher haben sich den Super Bowl 2019 angeschaut. Darunter etwa 50%, die nicht aktiv Football spielen. ­Einige Personen hätten sich nach dem Anlass bei den Pirates bezüglich eines Probetrainings gemeldet, betont Bächli. Was dem Verein zudem in die Karten spielt – das Spiel zwischen den San Francisco 49ers und den Kansas City Chiefs verspricht Spektakel. «Ich erwarte ein ­richtig spannendes Spiel mit zwei jungen und dynamischen Quarterbacks. Schön, dass gleich zwei neue Teams im Endspiel stehen, das könnte zusätzlich noch mehr Leute mobilisieren», sagt Bächli.

Probetrainings für Interessierte

Auch die Solothurn Ducks ­fiebern dem Sonntag entgegen. Der Football-Verein, der 2017 gegründet wurde, setzt auf ­dieselbe Karte wie die Pirates aus Aarau. Präsident Dominik Holzherr betont: «Da wir noch ein junger Verein sind, brauchen wir dringend Zuwachs. Der Superbowl kommt für uns daher gerade richtig.»

Dominik Holzherr organisiert zum ersten Mal mit den Solothurn Ducks eine Super Bowl Party.

Dominik Holzherr organisiert zum ersten Mal mit den Solothurn Ducks eine Super Bowl Party.

Bruno Kissling

Es sei Zufall, dass man ebenfalls im Kino ein Fest veran­stalten werde, so Holzherr. Das Kino Palace in Olten habe schon zuvor Super-Bowl-Partys veranstaltet. Nun sei eine Kooperation zu Stande gekommen.

Im Gegensatz zu den Pirates, bei denen Tryouts jeweils im Sommer stattfinden, bieten die Solothurn Ducks ihren Gästen die Möglichkeit zum Probe­training im Februar an. «Wir ­haben aktuell zwischen 50 und 60 Mitglieder, für unsere zweite Saison in der Liga C könnten wir auf jeden Fall noch Verstärkung brauchen», sagt Präsident Holzherr.

Football ist in der Schweiz so populär wie nie zuvor

Das Football-Fieber ist in der Schweiz ausgebrochen, dies kann auch Holzherr bestätigen: «Durch die Übertragungen im TV kommen immer mehr Leute auf die Idee, dass sie auch aktiv Football spielen könnten. Glücklicherweise sind bei uns die meisten Spieler geblieben, da wir eine sehr familiäre Dynamik haben.»

Für den Präsidenten und sein Team ist der Sonntag nicht nur der krönende Abschluss einer packenden NFL-Saison, sondern auch gleichzeitig der Kick-off für die Vorbereitung auf die zweite Saison der Vereinsgeschichte. Auch deshalb erhofft sich Holzherr ein spektakuläres Spiel, das Lust auf mehr Football macht. Es sei ja aber auch nicht schwer, den letztjährigen Super Bowl – bei dem sich die New England Patriots und die LA Rams ein einseitiges und punktearmes Duell lieferten – zu übertreffen, erklärt Holzherr.

Wie viele Zuschauer die Ducks bei ihrer Party begrüssen dürfen, kann der Präsident nur schwer abschätzen. In den ­letzten beiden Jahren notierte das Kino jeweils zwischen 50 bis 70 Gäste. «Football ist in der Schweiz so populär wie nie zuvor, ich bin daher zuversichtlich, dass wir noch mehr Football-Fans anlocken werden», ­erwähnt Präsident Holzherr ­optimistisch.