FC Wohlen

Die Rückkehr von Urs «Longo» Schönenberger nach Wohlen

Für den Kriens-Trainer ist der Abstiegsknüller gegen den FC Wohlen besonders emotional - noch vor vier Monaten war Urs Schönenberger der Wohler. Rachegefühle hegt er keine, es ist alles Schnee von gestern. Sein Blick geht stets nach vorn.

Ruedi Kuhn
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Urs Schönenberger will mit Kriens gegen seinen Ex-Verein Wohlen auf die Siegerstrasse zurück.

Urs Schönenberger will mit Kriens gegen seinen Ex-Verein Wohlen auf die Siegerstrasse zurück.

Alexander Wagner

Trainer Urs «Longo» Schönenberger lächelt und sagt: «Das Fussballgeschäft ist schnelllebig. Es ist noch nicht lange her, seit ich beim FC Wohlen nach der Freistellung die Schlüssel abgeben musste. Nun kehre ich mit Kriens ins Stadion Niedermatten zurück. Natürlich habe ich vor dieser Partie spezielle Emotionen.»

«Ich schaue nie zurück»

Etwa gar Rachegefühle? «Nein, nein», fügt Schönenberger hinzu, «ich hatte in Wohlen eine schöne Zeit. Sentimentalitäten gibt es im Trainerjob jedoch keine, deshalb zählt für mich einzig und allein der sportliche Aspekt. Ich will mit Kriens den Ligaerhalt schaffen. Um dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, dürfen wir auf keinen Fall verlieren.»

Schönenberger ist heiss auf die Partie gegen seinen ehemaligen Verein. Dass im vergangenen Spätherbst ausgerechnet die 1:4-Niederlage in Kriens zu seiner Entlassung geführt hat, ist ein pikantes Detail. Für den Mann, der den FC Thun in die Champions League geführt hat, ist dieser Umstand allerdings Schnee von gestern. Er denkt positiv und sagt: «Ich schaue nie zurück, sondern immer nach vorn.»

Eines steht fest: An Unterstützung wird es Schönenberger heute Abend mit Sicherheit nicht fehlen. Gattin Monika und die Kinder Dinah und Jay werden dem Familienoberhaupt auf der Tribüne ganz fest die Daumen drücken.

Trainer und Notarzt Schönenberger

Bezüglich Ausgangslage erwartet Schönenberger eine umkämpfte Partie: «Das wird ein Fight ohne Rücksicht auf Verluste», sagt der 52-Jährige. «Um zu punkten, müssen wir voll dagegenhalten.» Nach der geglückten Mission Ligaerhalt in der vergangenen Saison mit Wohlen ist Schönenberger bei Kriens zum zweiten Mal innert kürzester Zeit als Nothelfer tätig.

«Nothelfer?», fragt er. «Ich würde mich eher als Notarzt bezeichnen, der sterbende Patienten retten muss. Aber es ist nun mal so, dass auch der beste Notarzt nicht immer Erfolg hat.»

Wohler Gelassenheit

Und der FC Wohlen? Die Mannschaft von Trainer Ryszard Komornicki hat mit dem 0:0 beim souveränen Leader St.Gallen Moral getankt. Natürlich war bei der Nullnummer eine gehörige Portion Glück mit dabei. Glück aber hat bekanntlich nur der Tüchtige. Die starke Mannschaftsleistung mit einem überragenden Torhüter Flamur Tahiraj stimmt für die Zukunft optimistisch.

Komornicki bleibt vor der wegweisenden Partie im Abstiegskampf gelassen und sagt: «Ich schaue nicht auf die Resultate und ich schaue nicht auf die Tabelle. Ich schaue nur von Spiel zu Spiel und will jedes Mal Fortschritte sehen.» Neu bei Wohlen ist Naim Haziri. Der Verteidiger war zuletzt bei Dietikon. Gegen Kriens ist Haziri allerdings noch nicht spielberechtigt.