Handball

Der Corona-Lockdown hat vieles verschoben – selbst die Kreuzband-Operation der Aargauer Handballerin Lisa Frey

Die 25-jährige Densbürer Handballerin Lisa Frey ist zusammen mit ihrem Freund nach Göppingen umgezogen und arbeitet an ihrer Rückkehr auf die Platte – das Debüt im Trikot von Frisch auf ist auf Anfang des Jahres 2021 geplant.

Dean Fuss
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Lisa Frey hat den Umzug von Aalborg nach Göppingen hinter sich.

Lisa Frey hat den Umzug von Aalborg nach Göppingen hinter sich.

ZVG/Adrian Ehrbar

«Wir sind sehr positiv überrascht, die Wohnung ist in echt noch besser», sagt Lisa Frey. Die 25-jährige Densbürer Handballerin und ihr Freund Tobias Madliger sind begeistert vom neuen Zuhause, das sie vor ihrem Umzug nur von Videos und Bildern kannten.

Um drei Uhr morgens waren die beiden am 31. Juli nach einer gut zwölfstündigen Fahrt mit Sack und Pack in Göppingen, wo Frey im Frühsommer bei den Frisch Auf Frauen einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, angekommen.

Nach ein paar Stunden Schlaf bei Pascale Wyder – die Aargauerin ist eine von Freys besten Freundinnen und hat auf die neue Saison hin ebenfalls zum Bundesligaklub gewechselt – stand der Bezug der eigenen Wohnung an. «Es war ziemlich stressig, aber alles hat bestens geklappt», sagt Frey ein paar Tage später. Just heute Samstag bringen ihre Eltern noch ein paar letzte Möbel nach Deutschland, dann ist der Hausrat komplett.

Operation dank Trainern «nur» zwei Monate verspätet

Nach dem Abschied aus Dänemark verschiebt sich Freys Fokus mit dem Ankommen in Deutschland langsam aber sicher wieder uneingeschränkt auf den Handballsport. Wobei es noch eine ganze Weile dauern wird, bis sie wieder auf der Platte wird mittun können.

Nach dem im Februar erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie befindet sie sich derzeit im Wiederaufbau. Ihr Debüt im Trikot von Frisch auf ist auf Anfang des Jahres 2021 geplant.

Fast hätte es bis dahin noch viel länger gedauert. Wegen des Corona-Lockdowns in Dänemark musste Frey satte zwei Monate warten, ehe sie am Knie operiert werden konnte. Dass die Wartezeit nicht noch viel länger ausfiel, hat sie Martin Albertsen, dem dänischen Trainer des Schweizer Frauennationalteams, und Aleksandar Knezevic, ihrem neuen Trainer bei Frisch auf, zu verdanken.

Martin Albertsen Der Schweizer Nationaltrainer hat Lisa Frey bezüglich Knieoperation geholfen.

Martin Albertsen Der Schweizer Nationaltrainer hat Lisa Frey bezüglich Knieoperation geholfen.

Keystone

Die beiden liessen ihre Kontakte spielen und verschafften Frey möglichst bald nach dem Lockdown einen Operationstermin. «Die zwei Monate des Wartens waren ganz bitter. Mit jedem Tag, der vor der OP vergeht, weisst du, dass sich die Rückkehr weiter verzögert», sagt sie.

Transfer und Freund halfen Frey

Die Motivation hat Frey trotz der schwierigen Umstände nie verloren. «Es hat mir Mut gemacht, dass das Engagement in Göppingen trotz meines Kreuzbandrisses zustande kam», sagt sie.

Bedingungslose Unterstützung hat Frey auch von ihrem Freund erhalten. Der 29-jährige Klingnauer war ihr nach Abschluss seines Studiums nach Dänemark gefolgt und hat in Aalborg für ein internationales Unternehmen im IT-Bereich gearbeitet. «Die Erfahrung dieses Auslandabenteuers hat uns auf zusammengeschweisst. Es hat sehr gutgetan, dass ich ihn an meiner Seite wusste – gerade auch in den schwierigen letzten Monaten», sagt Frey.

Und sie wird auch in Deutschland weiter auf die Unterstützung ihres Liebsten zählen dürfen. Madliger, der seine Handballkarriere wegen zahlreicher Knieverletzungen schon länger beendet hat, ist mit ihr umgezogen und nun aus Göppingen weiter für denselben Arbeitgeber tätig wie bereits in Dänemark.

Damit das alles reibungslos möglich ist, müssen Frey und ihr Freund im neuen Zuhause nur noch den Internetanschluss einrichten.