Cup-Viertelfinal
Souveräner Sieg gegen Winterthur: Der FC Aarau steht zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder im Halbfinal des Cups

Der FC Aarau lässt dem FC Winterthur im Cup-Viertelfinal keine Chance und gewinnt nach einem dominanten Auftritt hochverdient mit 3:0. Auf welchen Gegner die Aarauer im Halbfinal treffen werden, ist noch nicht bekannt.

Sebastian Wendel
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Die Aarauer Spieler jubeln über den ersten Halbfinal-Einzug seit 16 Jahren.
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Grosser Jubel bei den Aarauern nach dem Halbfinal-Einzug.
Ausgelassener Jubel bei Stephan Keller nach dem 3:0-Erfolg.
Stojilkovic verbucht beinahe den vierten Aarauer Treffer.
Filip Stojilkovic beschäftigt die Winterthurer Defensive in der zweiten Halbzeit.
Donat Rrudhani lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.
Jérôme Thiesson leistet die Vorarbeit beim dritten Aarauer Streich.
Kurz nach der Pause kann Shkelzen Gashi auf 3:0 erhöhen.
Der FC Winterthur kommt kaum zu nennenswerten Chancen.
Bastien Conus zündet den Turbo.
Leon Bergsma jubelt mit seinen Teamkollegen.
Dominante Aarauer führen zur Halbzeit verdient mit 2:0.
Bergsma trifft nach einem Eckball von Shkelzen Gashi.
Kurz vor dem Pausentee trifft Innenverteidiger Leon Bergsma zum 2:0.
Leon Bergsma mit kämpferischem Einsatz.
Die Aarauer geben das Spieldiktat während der ersten Halbzeit nie aus der Hand.
Zwei Schweizer Fussball-Titanen im Duell.
Der FC Aarau hat den FC Winterthur während der ersten Halbzeit im Griff.
Almeida kann eine Vorlage von Donat Rrudhani verwerten.
Mickael Almeida jubelt über den verdienten Aarauer Führungstreffer.
Einst Teamkollegen, nun in den Farben getrennt: Davide Callà und Shkelzen Gashi.

Die Aarauer Spieler jubeln über den ersten Halbfinal-Einzug seit 16 Jahren.

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Es ist das Duell der Riesentöter: Hier der FC Aarau, der im Achtelfinal die Cupmacht Sion mit 4:2 aus dem Wettbewerb kegelte. Dort der FC Winterthur, der die Gunst der Stunde nutzte und den taumelnden FC Basel in dessen Stadion gleich mit 6:2 besiegte.

Und obwohl Aarau in der Liga sieben Punkte vor den Winterthurern liegt und der Viertelfinal im heimischen Brügglifeld steigt – vor dem Anpfiff einen Favoriten zu suchen, ist wie Stochern im Nebel.

Der FC Aarau übernimmt schon früh das Spieldiktat.

Der FC Aarau übernimmt schon früh das Spieldiktat.

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Aarau powert ab der ersten Minute

Umso erstaunlicher das Bild 90 Minuten später: Aarau 3, Winterthur 0. Ein auch in dieser Höhe korrektes Verdikt. Während der FCA von Anfang an in die Vollen geht und sich gar nicht erst auf ein Abtasten einlässt, machen die Gäste zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, als wäre ihnen etwas an der grossen Chance auf den Halbfinaleinzug gelegen.

Der beste Beweis dafür: Aarau-Goalie Simon Enzler ist nur in einer Szene gefordert, als er Mitte der ersten Halbzeit Winterthur-Captain Davide Callà den Ball vom Fuss stibitzt.

Zu diesem Zeitpunkt führt Aarau dank Mickael Almeida mit 1:0, dessen Treffer in der 12. Minute eine Massflanke von Donat Rrudhani vorangeht. In der 41. Minute erhöht Leon Bergsma auf 2:0, auch der Holländer profitiert von der punktgenauen Vorarbeit eines Kollegen, indem er den Eckball von Shkelzen Gashi hinter die Linie drückt.

Matchwinner Shkelzen Gashi sorgt mit seinem Tor und seinem Eckball für die Entscheidung.

Matchwinner Shkelzen Gashi sorgt mit seinem Tor und seinem Eckball für die Entscheidung.

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Zur Halbzeit ist klar: Nur wenn Aarau wie schon so oft in dieser Saison nach der Pause in den Larifari-Modus schaltet, wird die Partie nochmals spannend.

Doch im Cup herrschen bekannt eigene Gesetze: Und so powert das Heimteam einfach weiter und setzt bereits in der 49. Minute zur Kür an. Jérôme Thiesson nimmt Winterthurs Buess den Ball ab und dann, statt sich wieder zurückzuziehen, flankt der Innenverteidiger (!) in Beckham-Manier zur Mitte, wo Gashi wie ein Torpedo zum Ball hechtet und diesen mit dem Kopf zum 3:0 versenkt.

Jérôme Thiesson flankt wie einst David Beckham.

Jérôme Thiesson flankt wie einst David Beckham.

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Der Anteil der Fans am Halbfinaleinzug

«Wir müssen eingestehen, dass Aarau in allen Belangen überlegen war», zeigt nach dem Schlusspfiff der ehemalige FCA-Aufstiegsheld Callà Grösse in der Niederlage.

Während für ihn und Winterthur die Saison nach dem Cup-Out und angesichts von zwölf Punkten Rückstand in der Liga auf den Barrage-Platz gelaufen scheint, tanzt Aarau weiterhin auf zwei Hochzeiten. «Diesen Abend dürfen wir geniessen – mehr nicht. Jetzt kommt die heisse Phase, Ausrutscher sind nicht mehr erlaubt, aber wir sind überzeugt von unserer Qualität», sagt Captain Olivier Jäckle.

Ein Bild mit Seltenheitswert: Trainer Stephan Keller jubelt ausgelassen.

Ein Bild mit Seltenheitswert: Trainer Stephan Keller jubelt ausgelassen.

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In der Challenge League geht es am Samstag auswärts in Neuenburg weiter, doch im Cup ist punkto Halbfinal-Gegner keine Tendenz erkennbar: Denn während Aarau als erster Halbfinalist feststeht, werden in dieser Woche noch drei Achtelfinals ausgetragen. Wirrwarr à la Corona.

Apropos: Wegen Corona sind in den Sportstadien seit Monaten keine Fans zugelassen – doch am erstmaligen Halbfinaleinzug des FC Aarau seit 16 Jahren haben sie trotzdem ihren Anteil. Es beginnt am Vortag der Partie, als im Abschlusstraining plötzlich rund 50 Hardcore-Supporter auftauchen und mit Schlachtrufen der Mannschaft für das Duell gegen Winterthur einheizen.

Die Aarauer feiern mit Fans ausserhalb des Stadions.

Die Aarauer feiern mit Fans ausserhalb des Stadions.

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Am Spiel selber dann stellen sich so viele Fans wie noch nie in den vergangenen Monaten hinter der Stadionmauer auf und feuern die Spieler pausenlos an, nach jedem Tor herrscht Ekstase pur. Und als auf der Matchuhr die letzten Sekunden zerrinnen, knallen in der Dämmerung Rauchpetarden und Raketen.

Captain Jäckle: «Schön, dass die Fans auch in diesen Zeiten hinter uns stehen. Trotzdem warten wir sehnlichst darauf, dass sie wieder ins Stadion dürfen.» Die Szenen hinter der Stadionmauer reichen aus, um sich auszumalen, was ohne Corona-Barriere im Brügglifeld losgewesen wäre.

Das Telegramm

FC Aarau - FC Winterhthur 3:0 (2:0)


Brügglifeld. - 5 Zuschauer. - SR: Jaccottet. - Tore: 12. Almeida (Rrudhani) 1:0. 41. Bergsma (Gashi) 2:0. 49. Gashi (Thiesson) 3:0.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Rrudhani (71. Spadanuda, 88. Zverotic), Jäckle, Hammerich (88. Schneider), Aratore; Almeida (88. Schwegler), Gashi (53. Stojilkovic).
Winterthur: Marzino; Gantenbein (66. Isik), Baak, Lekaj, Wittwer: Pepsi (46. Omerovic), Arnold (66. Kriz); Callà (66. Ltaief), Alves (46. Ballet), Ramizi; Buess.
Bemerkungen: Aarau ohne Balaj (gesperrt), Schindelholz (krank), Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli, Caserta und Hajdari (alle nicht im Aufgebot). Winterthur ohne Di Nucci (krank), Costinha, Gonçalves, Muci, Nezaj, Roth, Schüpbach, Spiegel (alle verletzt), Dakaj, Emeghara, Hammer, Pauli, Rama und Volkart (alle nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 30. Arnold, 36. Thiesson, 79. Omerovic, 93. Lekaj (alle Foulspiel).