FC Wohlen

Auf der Suche nach den Gründen der Schwierigkeiten zu Hause

Der FC Wohlen empfängt auf den Niedermatten Schaffhausen (18.30 Uhr), tut sich vor eigenem Publikum aber schwerer als in der Fremde. Die Gründe dafür liegen vor allem in der Infrastruktur und beim heimischen Publikum.

Ruedi Kuhn
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In der Wohler Niedermatten finden die Cupfinalspiele statt.

In der Wohler Niedermatten finden die Cupfinalspiele statt.

Dean Fuss

Die Auswärtsbilanz des FC Wohlen: 12 Spiele, 10 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage (22:6-Tore). Die Heimbilanz des FC Wohlen: 10 Spiele, 4 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen (15:12-Tore). Das Fazit: Die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza tut sich in der Fremde leichter als vor eigenem Publikum. Nachfolgend drei Gründe, warum das so ist.

1. Der Platz. Das Terrain im Stadion Niedermatten ist nach dem vielen Schnee und den starken Regenfällen in den vergangenen Wochen in einem miserablen Zustand. Der Boden ist holprig. Der Ball ist nur schwer zu kontrollieren. Fehlpässen und Missverständnissen ist damit Tür und Tor geöffnet. Konstruktiven und kreativen Fussball kann man auf dem schwierigen Geläuf vergessen. Das ist ein klarer Nachteil für jenes Team, welches das Spiel machen muss. Und das ist fast immer der FC Wohlen. Wie sagte ein Spieler nach der 1:2-Niederlage gegen Biel am vergangenen Samstag: «Natürlich gibt es einen Grund für diese Pleite. Wer spielt schon gerne auf einem Acker?»

2. Die Fans. Da gewinnt der FC Wohlen zum Rückrundenauftakt die drei Auswärtspartien gegen den FC Wil (2:0), Lausanne (1:0) und Le Mont (4:0), flirtet mit dem Aufstieg in die Super League – und was passiert? Im ersten Heimspiel gegen Biel hat es gerade mal 1240 Zuschauer. Das ist wenig, viel zu wenig. Präsident Lucien Tschachtli rechnete vor der Saison mit einem Durchschnitt von 1400 Besuchern. Dass diese Zahl nicht einmal in Zeiten des Erfolgs erreicht wird, ist beschämend. Kommt hinzu, dass die Fans kaum Stimmung machen und viel zu wenig hinter ihrer Mannschaft stehen. Von einem Heimvorteil oder gar einem zwölften Mann kann man wirklich nicht sprechen. Ein Beispiel aus dem Spiel gegen Biel: Auf den Anschlusstreffer Simone Rapps zum 1:2 gegen Biel zu Beginn der zweiten Halbzeit – eigentlich der ideale Zeitpunkt für eine mögliche Wende – reagierten die Wohler Fans nicht enthusiastisch aufgeregt, sondern eher unterkühlt. Positiv zu werten ist die Tatsache, dass der FC Wohlen auf ein treues Stammpublikum zählen kann.

3. Die Betontaktik der Gegner. Die Gastklubs suchen ihr Heil gegen den FC Wohlen meistens mit Defensivfussball. Schauen wir noch einmal auf die Partie gegen den FC Biel. Die abstiegsgefährdeten Seeländer stellten sich auf eine Abwehrschlacht ein, operierten vorwiegend mit langen, hohen Bällen und hatten damit Erfolg. In Auswärtsspielen profitiert der FC Wohlen davon, dass die Gegner meistens mitspielen und sich nicht nur hinten hinein stellen. Das kommt dem schnellen Umschaltspiel des FC Wohlen zweifellos entgegen.