Argovia Stars
«Er war für mich Mr. Argovia»: Stars trauern um ihren Sportchef

Attila Blatter, Identifikationsfigur und Sportchef der Argovia Stars, ist in der vergangenen Woche unerwartet verstorben. Sein Tod sorgt beim Aargauer Eishockeyverein für tiefe Betroffenheit.

Nik Dömer
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Attila Blatter (L, Aarau) spielte beinahe 10 Jahre für die 1. Mannschaft der Argovia Stars (früher EHC Aarau).

Attila Blatter (L, Aarau) spielte beinahe 10 Jahre für die 1. Mannschaft der Argovia Stars (früher EHC Aarau).

Christian Boss / Boss-Foto,SPO

Der Eishockeyklub Argovia Stars muss in diesen Tagen traurige Nachrichten vermelden: Sportchef Attila Blatter ist völlig unerwartet vergangene Woche beim Langlaufen auf der Loipe zusammengebrochen und verstorben.

Mit Attila Blatter verlieren die Stars nicht nur ihren Sportchef, sondern auch ihren Vizepräsidenten und eine wichtige Identifikationsfigur. Er absolvierte seine gesamte Juniorenzeit im Verein und spielte danach beinahe zehn Jahre in der 1. Liga für die Stars. Seine letzten drei Saisons als Aktiver verbrachte er beim SC Reinach, bis er 2018 nach Aarau zurück­kehrte und das Amt als Sportchef übernahm.

Bei der Keba wurde eine Gedenkecke für Attila Blatter eingerichtet.

Bei der Keba wurde eine Gedenkecke für Attila Blatter eingerichtet.

zvg

Entsprechend sorgt der tragische Tod des erst 41-Jährigen bei den Vereinsmitgliedern für tiefe Betroffenheit. «Uns fehlen die Worte, der Schock sitzt bei allen sehr tief», sagt Stars-Präsident Markus Alonso. «Wir verlieren einen Freund, Spieler, Trainer, Vorstandskameraden und ein sehr engagiertes Vereinsmitglied in allen Bereichen.»

Es werde eine Weile dauern, bis dieser erste Schock verarbeitet sei, sagt der Präsident. Um gemeinsam zu trauern, haben ­Vereinsmitglieder und Ange­hörige beim Eingang der Kunsteisbahn Aarau eine Gedenkecke für ihren verstorbenen Sportchef eingerichtet.

«Er hat für den Verein gelebt»

Gross ist die Trauer auch bei Trainer Roger Gerber: «Ich vermisse ihn als Menschen. Ich habe ihn als ruhigen Typen kennen gelernt. Er war ein Gegenpol zu mir. Wir pflegten ein freundschaftliches Verhältnis und ent­sprechend geht mir die Sache sehr nahe.»

Attila Blatter (links) war bis 2015 für die Argovia Stars als Spieler aktiv.

Attila Blatter (links) war bis 2015 für die Argovia Stars als Spieler aktiv.

Alexander Wagner / DIV

Der Coach ist sich sicher: «Attila wird an allen Ecken und Enden fehlen, er war für mich Mr. Argovia. Er hat überall geholfen, wo wir ihn gebraucht ­haben. Nicht nur als Sportchef, er war auch als Vorstandsmitglied aktiv, gab bei den Junioren Trainings und stand manchmal als Assistent an meiner Seite.»

Gerber versucht, Attilas Tätigkeiten als Sportchef vorübergehend selbst weiterzuführen. Dies helfe ihm auch bei der Verarbeitung: «Das wäre in seinem Sinn gewesen, er hat für den Verein gelebt.»

Screenshot: www.argoviastars.ch

Der Trainer der Argovia Stars möchte sich aber auch um seine Mannschaft kümmern. «Wir ­haben am vergangenen Samstag das Team per Video-Konferenz informiert. Den Spielern hat man sofort angemerkt, dass die Betroffenheit riesig ist. Vor ­allem bei denen, die mit Attila noch selber zusammengespielt haben.»

Um den Verlust gemeinsam verarbeiten zu können, haben sich Gerber und die Mannschaft in dieser Woche zum ersten Mal seit Monaten bei der Keba getroffen. «Wir werden garantiert auch in Zukunft unserem verstorbenen Freund gedenken», sagt Roger Gerber. «Wir werden dafür sorgen, dass er nicht in Vergessenheit gerät. Er wird für immer in unseren Herzen bleiben.»

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