Corona-Lockerungen
«Als würden wir nach einem langen Albtraum erwachen»: Aargauer Amateurfussball hat endlich eine Perspektive

Geht es nach dem Bundesrat, dann dürfen rund 18'000 Fussballerinnen und Fussballer im Kanton Aargau ab 31. Mai wieder ihre Sportart normal ausüben. Der Aargauische Fussballverband hält sich jedoch noch zurück mit Optimismus.

Nik Dömer
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Darf ab Juni auf Aargauer Fussballplätzen wieder gejubelt werden?

Darf ab Juni auf Aargauer Fussballplätzen wieder gejubelt werden?

Alexander Wagner

Endlich ist Licht am Ende des Tunnels: Der Bundesrat gab am Mittwoch bekannt, dass im Amateursport Wettkämpfe draussen wieder erlaubt sein sollen. 30 Personen dürfen wieder uneingeschränkt Sport betreiben, für den Ligabetrieb gilt gar die Ausnahme von 50 Akteuren. Auch Publikum ist dabei möglich, rund 300 Zuschauer dürfen es an der frischen Luft sein.

Damit ist für rund 18'000 Fussballerinnen und Fussballer im Aargau klar: Geht es nach dem Vorschlag aus Bundesbern, dann dürfen sie ab 31. Mai ihre Sportart endlich wieder normal ausleben. Eine endgültige Entscheidung fällt am 26. Mai.

«Der Amateurfussball steckt in einer Krise, wie wir sie noch nie erlebt haben»

Für Hannes Hurter sind diese Neuigkeiten eine Erleichterung, jedoch möchte der Geschäftsführer des Aargauischen Fussballverbandes noch nicht von einem Freudentag sprechen: «Die Pandemie hat uns Zurückhaltung gelernt, es kann immer Rückschläge geben. Wir nehmen den Vorschlag entsprechend verhalten optimistisch zur Kenntnis. Dieser muss auch zuerst noch bestätigt werden.»

Bei Hannes Hurter sorgt der Vorschlag des Bundesrats für Erleichtung.

Bei Hannes Hurter sorgt der Vorschlag des Bundesrats für Erleichtung.

Severin Bigler / SPO

Trotzdem muss sich auch Hurter eingestehen, dass die Vorfreude nach diesem Mittwochnachmittag nochmals deutlich angestiegen ist. «Der Amateurfussball steckt in einer Krise, wie wir sie noch nie erlebt haben. Sieben Monate kein Spielbetrieb, für 85 Vereine im Aargau ist da die Essenz weggebrochen. Nun fühlt es sich so an, als würden wir nach einem langen Albtraum langsam erwachen.»

Cup und Hinrunden-Partien sollen im Juni absolviert werden

Was Hurter besonders freut, ist die Aussicht auf Publikum bei den Wettkämpfen. «Für unsere Mitglieder ist das von unvorstellbarem Wert. So kommt endlich wieder Leben in die Vereine. Das soziale Gefüge eines Klubs kann wieder hergestellt werden. Das hat auch einen gesellschaftlichen Wert, den man nicht unterschätzen sollte.»

Nicht alle Mannschaften sind erfreut darüber, dass diese Saison nach der Hinrunde gewertet wird.

Nicht alle Mannschaften sind erfreut darüber, dass diese Saison nach der Hinrunde gewertet wird.

Alexander Wagner

Sollte der Vorschlag vom Bundesrat seitens der Kantone am 26. Mai bestätigt werden, stellt Hurter in Aussicht, dass der Spielbetrieb für alle Aktiven und Senioren bereits am Wochenende vom 12./13. Juni wieder aufgenommen werden könnte. Definitiv ist dieser Plan jedoch noch nicht.

Ziel des Verband ist es, dass einerseits der Axpo Aargauer Cup zu Ende gespielt wird und andererseits sämtliche Hinrunden-Partien über die Bühne gehen, damit es zur sportlichen Wertung kommen kann. Letzteres sorgte innerhalb der Liga auch für Kritik, wie diese Zeitung berichtete.

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