FC Aarau

Alounga und Rahmen sorgen für Geldregen über dem Brügglifeld: Geht Sportchef Sandro Burki nun auf Shoppingtour?

Was passiert mit den rund 700'000 Franken, die nach den Vertragsauflösungen mit Ex-Trainer Patrick Rahmen und Sturmtalent Yvan Alounga in die Klubkasse fliessen?

Sebastian Wendel
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FCA-Sportchef Sandro Burki

FCA-Sportchef Sandro Burki

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Der 21. September 2020 – ein goldener Montag für den FC Aarau: Erst die Meldung, dass der im Juli entlassenen Patrick Rahmen einen neuen Job hat, er ist neu Assistenztrainer von Ciriaco Sforza beim FC Basel. Kurz darauf wird besiegelt, was seit langem im Raum steht: Der Transfer des Aarauer Sturmtalents Yvan Alounga zum FC Luzern.

Finanzieller Profiteur der beiden Personalrochaden ist der FC Aarau, der an diesem Montag auf einen Schlag über 700'000 Franken reicher wurde: Der bis Ende Juni 2021 laufende Vertrag mit Rahmen lösen die Parteien in diesen Tagen auf, womit geschätzt mehr als 100'000 Franken eingespart werden dürften. So viel hätte Rahmen vom FC Aarau noch fürs «Nichtstun» erhalten, hätte er bis zum Vertragsende keinen neuen Job gefunden.

Aus Luzern fliessen für die Rechte an Yvan Alounga gemäss AZ-Informationen rund 600'000 Franken nach Aarau. Eine stattliche Summe für einen 18-jährigen Challenge-League-Spieler, der zwar als eines der spannendsten Talente landesweit gilt: Doch auf den Durchbruch in der zweithöchsten Liga kann Yvan Alounga nach 30 Einsätzen, 21 davon als Einwechselspieler, sowie fünf Toren und fünf Assists nicht verweisen. Zudem hat sich, davon muss man ausgehen, der FC Aarau eine Beteiligung gesichert, sollte der FCL Alounga dereinst weiterverkaufen.

Sportchef Sandro Burki zum Alounga-Abgang: ««Wir hätten Yvan sehr gerne bei uns behalten. Doch wenn der Preis stimmt, ist für den FC Aarau kein Spieler unverkäuflich. Wir haben zudem mit dem Einverständnis für den Transfer auch dem Wunsch von Yvan und seinem Umfeld entsprochen.»

Auf einen Schlag 700'000 Franken reicher – geht Burki nun auf Shoppingtour, um das dünne Spielerkader qualitativ und quantitativ zu verbessern? Jein.

Der Verlust, den der FC Aarau seit der Coronapause wegen der Zuschauerbeschränkung an den Heimspielen einfährt, ist substanziell. Trotzdem haben sich die Verantwortlichen im Sommer für die teure Freistellung von Patrick Rahmen entschieden und mit Stephan Keller einen weiteren Cheftrainer auf die Lohnliste genommen. Nun, wo Rahmen nicht mehr bezahlt werden muss, wird das Geld eingespart. Und sicher in diesem Jahr nicht in die Mannschaft oder den Betreuerstab investiert.

Löcher stopfen – das passiert auch mit dem Grossteil der Ablösesumme für Yvan Alounga. Transfereinnahmen waren bereits in der Vergangenheit willkommene Nebeneinkünfte, welche zum Wachstum der finanziellen Reserven beigetragen haben, nie aber komplett reinvestiert wurden.

Sportchef Burki wird bei der Vergrösserung des Kaders etwas mehr Geld als bisher erhalten – er muss nach dem Alounga-Abgang aber auch einen Spieler mehr finden. Und: Treffsichere Stürmer sind auf dem Transfermarkt das begehrteste und darum teuerste Gut.

Zwei Spieler will der FC Aarau möglichst zeitnah verpflichten: Einen Rechtsverteidiger und eben einen neuen Mann fürs Sturmzentrum. Abgesehen von Eigengewächs Ersan Hajdari, seit zwei Wochen verletzt und erst seit Sommer Profi, hat Aarau aktuell keinen gelernten Stürmer im Kader.