Leichtathletik
Aargauer Leichtathleten zeigen an der Aktiv-Hallen-SM ihr Können

Ein Feuerwerk – das bezeichnet die vergangenen Schweizer Meisterschaften am vergangenen Wochenende in St.Gallen sehr gut. Junioren-Schweizerrekord, WM-Limite, Schweizer Rekord, starke Schweizer Internationale Aushängeschilder und mehrere Doppelschweizermeister.

Dominique Stark
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Livia Odermatt vom BTV Aarau.

Livia Odermatt vom BTV Aarau.

Urs Siegwart

Nicole Büchler feiert in dieser Saison einen Glanzauftritt am nächsten. Zig mal übersprang sie in dieser Hallensaison schon 4.60 Meter und erzielte gar einen neuen Schweizerrekord. An den Schweizer Meisterschaften durfte sie nun nicht nur gut springen, sie musste, denn niemand in der St.Galler Halle erwartete weniger als die Goldmedaille. Büchler liess sich nicht zweimal bitten und lieferte zur Goldmedaille gleich noch einen erneuten Schweizer Rekord. Die Marke liegt nun bei 4.72 Meter und soll, geht es nach Büchler, dort nicht lange bleiben.

Neben der Stabhochspringerin zeigten auch noch Clélia Rard-Reus, Léa Sprunger und Mujinga Kambundji starke Auftritte. Kambundji sicherte sich den Titel über die 60 Meter in neuer Saisonbestleistung, Rard-Reuse erfüllte die Hallen WM Limite auf den Hundertstel genau und Sprunger siegte gleich zweimal. Weder über die 200, noch über die 400 Meter konnte die 400-Meter-Hürden Spezialistin in Schach gehalten werden.

Damit das Feuerwerk auch in den Aargauer Farben schillerte mussten Medaillen her. Wer die Outdoor-SM vom letzten Spätsommer noch in Erinnerung hat denkt gerne an das packende Finale von Tobias Furer gegen Brahian Pena im Hürdensprint zurück. Damals gewann Furer knapp, und heute? Pena kam einiges besser aus den Blöcken und lag auch nach der ersten Hürde noch vorne. Es schien als könnte Furer immer näher heranlaufen. Es bahnte sich ein Hundertstelkrimi an, mit dem besseren Ende für Pena. In einer Bombenzeit von 7.70 Sekunden nahm er dem Titelverteidiger vier Hundertstel ab und unterbot im selben Zug die Hallen WM Limite.

Eine Silbermedaille war also schon in trockenen Tüchern und eine weitere kam dazu. Livia Odermatt vom BTV Aarau zählte schon vor dem Wettkampf zum Favoritenkreis, reiste sie doch mit einer bemerkenswerten Bestleistung von 1.81 Metern an. Odermatt und Salome Lang von den Old Boys Basel lieferten sich ein packendes Duell, denn schnell war klar, dass keine andere in die Entscheidung eingreifen konnte. Lang riss die 1.80 Meter zweimal und konnte erst im dritten Versuch reüssieren. Mit neuem Mut und einem angezählten Nervenkostüm ihres Trainers ging die Höhenjagd weiter. Bald wussten beide, dass Gold in neuen Sphären liegen würde. Odermatt legte mit 1.85 fulminant vor.

Die eigene Bestleistung um vier Zentimeter verbessert und gleichbedeutend neue Schweizer Saisonbestleistung. Doch wie schon im Sommer behielt nun auch im Winter Lang die Oberhand. Mit einem neuen Junioren-Schweizerrekord, Junioren-WM Limite und atemberaubenden 1.87 Meter ging Gold an die Baslerin. Odermatt blieb die Silbermedaille, die in diesem Fall auch ein bisschen golden glänzte.

Nun folgt die Gala von Jan Hochstrasser: Im Sommer Doppelschweizermeister und vor einigen Wochen haarscharf am Schweizer Rekord über die 1000 Meter vorbei geschrammt. Es ist in diesen Tagen kein Kraut gegen den Aarauer Athleten gewachsen sobald dieser über die 1500, 3000 oder 5000 Meter antritt. Innert vierzig Minuten gewinnt Hochstrasser auch an diesem Wochenende gleich zwei nationale Titel. Wenige können den Zeiten Hochstrassers paroli bieten, keiner an diesem Wochenende und was für die Konkurrenz besonders zermürbend sein muss ist, dass man auch beim zweiten Rennen innert kürzester Zeit nur als Statist mitlaufen kann. Jan Hochstrasser gewinnt bei seinen letzten vier Auftritten viermal Gold und drückt der Langstreckenszene seinen Stempel auf. Damit färbt Hochstrasser zusammen mit Odermatt und Furer das Feuerwerk blau-weiss und lässt die Aargauer Leichtathletik hochleben.

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