Eishockey
Aarau kämpft sich mit 6:0-Sieg gegen Interlaken aus der Krise

Die Krise klopfte beim EHC Aarau bereits mächtig an die Türe. Vier Spiele in Folge ging der Aargauer Erstligist als Verlierer vom Eis. Zuletzt gegen Burgdorf und Wiki-Münsingen glichen die einst stolzen Adler vielmehr Legehühnern in Batteriehaltung.

Rainer Sommerhalder
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Torschütze Patrick Bula (rechts) und Passgeber Daniel Eichenberger bejubeln Aaraus 1:0.

Torschütze Patrick Bula (rechts) und Passgeber Daniel Eichenberger bejubeln Aaraus 1:0.

Christian Boss

Da kam der gestrige Gast aus Interlaken wie gerufen. Mit dem Sieg zur Saisoneröffnung in Adelboden lancierten die Aarauer ein kleines Feuerwerk in Form einer Mini- Erfolgsserie. Nun, zum Abschluss der Hinrunde, stellte sich auch der zweite Meisterschaftsgegner aus dem Berner Oberland als Aufbauhilfe zur Verfügung. Und es wird noch besser: Bereits an diesem Samstag gehen die Oberländer Festwochen für den EHC Aarau weiter. Das noch immer sieglose Adelboden kommt zu Besuch ins Brügglifeld. Das gestrige Lebenszeichen könnte sich für die Adler also durchaus zum positiven Trend entwickeln.

Knappe zwei Spielminuten dauerte

es, bis Aarau die Verunsicherung abzustreifen vermochte. Nach zehn Sekunden notierten die Berner ihre erste Torchance, nach einer Minute kreuzte erstmals ein Oberländer allein vor Adler-Hüter Marco Mathis auf und unmittelbar danach sahen sich die Gastgeber mit einer Unterzahl-Situation konfrontiert. Wach wirkten die Aarauer in den ersten Spielszenen nicht wirklich.

Aber es kam alles ganz anders. Schnell fand sich auch ein Interlakner auf der Strafbank wieder und Bula sorgte nach feiner Vorarbeit von Eichenberger für das, was sich jedes Team in der Krise sehnlichst wünscht - ein schnelles Erfolgserlebnis. Das 1:0 lockerte Anspannung und Nerven. Der EHC Aarau war in Folge das undiskutabel bessere Team. Die Heimmannschaft führte die technisch feinere Klinge, entwickelte mit seinem Spiel mehr Speed, agierte mit der besseren Ordnung und mit mehr Leidenschaft. Der zuletzt mehrfach enttäuschte Beobachter durfte konstatieren: Das Gerüst für eine erfolgreiche Fortsetzung der Meisterschaft steht durchaus.

Aarau arbeitete gegen Interlaken fleissig am Aufbau des Selbstvertrauens. Die zwei ersten Powerplay-Situationen münzte man in Tore um. Im Mitteldrittel überstanden die Adler drei Strafen - davon über eine Minute in doppelter Unterzahl - hintereinander schadlos und den „Basel-Komplex" (2:3-Niederlage nach 2:0-Führung zur zweiten Pause) besiegte das With-Team mit zwei Toren innerhalb von 37 Sekunden in der 46. Minute. Vorne übte man sich im Schlussdrittel fleissig im Toreschiessen und hinten feierte Goalie Mathis als Sahnehäubchen den ersten trefferfreien Abend der Saison. Was will man mehr?
Aarau - Unterseen-Interlaken 6:0 (2:0, 0:0, 4:0)

KEB Aarau. - 184 Zuschauer. - SR Simonet; Borga/Weber. - Tore: 2. Bula (Eichenberger) 1:0. 15. Kissling (Wegmüller, Leuenberger/Strafe Wolf) 2:0. 46. (45:07) Eichenberger (Bula, Dünser; Strafe Suter) 3:0. 46. (45:44) Humbel (Frei) 4:0. 51. Frei (Christen, Unterluggauer) 5:0. 55. Wernli (Wegmüller, Widmer) 6:0. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Aarau; 3mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Stucki) gegen Interlaken

Aarau: Mathis; Wälti, Riolo; Frei, Blatter, Ruprecht; Eichenberger, Dünser; Kissling, Neher, Bula; Wegmüller; Leuenberger; Unterluggauer, Frei; Christen; Wernli, Bracher, Widmer; Humbel.

Unterseen-Interlaken: Gresch; Bracher, Fuchser, Geng, Alain Müller, Niederhäuser, Stucki, S. Wolf, Lengacher, Frankhauser, M. Wolf, Kühni, Bühlmann, Götz, Kohler, Suter, Adrian Müller. Egli, Zurschmiede, Meyes.
Holenstein. Buchs.

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