DOMINANZ: Orlik marschiert weiter

Armon Orlik gewinnt das Thurgauer Kantonalschwingfest in Zihlschlacht. Der Bündner legt im Schlussgang vor 6500 Zuschauern den Thurgauer Domenic Schneider mit einem Fussstich auf den Rücken.

Ives Bruggmann
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Armon Orlik wirft Domenic Schneider im Schlussgang mittels Fussstich auf den Rücken. (Bild: Donato Caspari)

Armon Orlik wirft Domenic Schneider im Schlussgang mittels Fussstich auf den Rücken. (Bild: Donato Caspari)

Der erste Heimsieg seit 28 Jahren sollte es sein für den kantonalen Thurgauer Schwingerverband. Am Ende aber gab es ein Bild zu sehen, an das sich die Zuschauer in der Nordostschweiz im vergangenen Jahr bereits gewöhnt hatten: Der Bündner Armon Orlik wischt seinem Gegner im Schlussgang das Sägemehl vom Rücken. Orlik gewann nach sechs Kranzfestsiegen 2016 auch in diesem Jahr bereits wieder das erste Kantonalfest. Am Thurgauer hatte er bereits im vergangenen Jahr reüssiert. Zudem bleibt der 21-Jährige seit seiner Niederlage im Schlussgang des Eidgenössischen Schwingfests weiterhin ungeschlagen. 

Bild: Donato Caspari
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Der Oberthurgauer Ernst Bühler, unten, gegen den Appenzeller Raphael Zwyssig im dritten Gang am Thurgauer Kantonalen Schwingfest in Zihlschlacht. (Bild: Keystone)
Der St.Galler Arnold Forrer (rechts) gegen den Ottenberger Domenic Schneider, im dritten Gang. (Bild: Keystone)
Armon Orlik (hinten) gegen den Ottenberger Marco Öttli, im dritten Gang. (Bild: Keystone)
Armon Orlik (hinten) gegen den Ottenberger Marco Öttli. (Bild: Keystone)
Der Zürcher Andreas Gwerder (links) gegen den Ottenberger Samuel Giger, im dritten Gang am Thurgauer Kantonalen Schwingfest. (Bild: Keystone)
Arnold Forrer (hinten) gegen den Ottenberger Domenic Schneider. (Bild: Keystone)
Arnold Forrer (rechts) gegen den Ottenberger Domenic Schneider. (Bild: Keystone)

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Orlik war vorsichtig in den letzten Gang gestartet, aber nach  4:15 Minuten erwischte er Domenic Schneider mit einem Fussstich. Auch der Thurgauer Schwinger aus Friltschen ging zu Beginn des Schlussgangs nicht das letzte Risiko ein. Den entscheidenden Angriff Orliks konnte er trotzdem nicht verhindern. «Er ist technisch sehr stark. Natürlich wollte ich gewinnen, ihm aber gleichzeitig auch nicht ins offene Messer rennen», sagte Schneider. Dennoch war es für den 22-Jährigen ein Höhepunkt in seiner Karriere. «Am heimischen Kantonalfest im Schlussgang zu stehen ist schon speziell», sagt Schneider, der im vergangenen Jahr am Eidgenössischen Schwingfest den Kranz erschwang.

 

Rückkampf endet gestellt

Mit Spannung war der erste Gang zwischen Orlik und Samuel Giger erwartet worden. Das Spektakel blieb aber aus, der Kampf war geprägt von gegenseitigem Respekt, und so endete die Reprise des letztjährigen Schlussgangs ohne Sieger. Orlik liess sich danach nicht mehr aufhalten und reihte Sieg an Sieg. Giger vergab die Schlussgangteilnahme durch einen Gestellten im vorletzten Gang gegen den Appenzeller Raphael Zwyssig.

 

Auch ohne den lang ersehnten Heimsieg dürften die Thurgauer zufrieden sein mit dem Gesamtresultat. Sie prägten das Fest wie kein anderer Verband. 15 von 29 Kränzen erkämpften sie sich. Die St. Galler und die Bündner mussten sich mit deren drei und die Zürcher mit zwei begnügen. Die Appenzeller konnten sich immerhin sechsmal auszeichnen lassen.

 

Auf dem zweiten Rang des Festes klassierte sich Schwingerkönig Arnold Forrer. Der Toggenburger aus Stein wurde lediglich von Schlussgangteilnehmer Domenic Schneider durch einen Gestellten im dritten Durchgang ein wenig ausgebremst. Mit fünf Siegen in den übrigen Kämpfen durfte sich der 38-jährige Routinier zum 143. Mal einen Kranz aufsetzen lassen und baute damit seinen Rekord weiter aus. Sein erstes Eichenlaub erschwang sich Forrer 1996. 

 

Verfolger sind gefordert

Die Dominanz Orliks scheint sich in diesem Jahr fortzusetzen. Der Maienfelder besticht durch sein vielseitiges technisches Repertoire und seine kluge Gangführung. Zudem hat Orlik über die Winterpause körperlich noch einmal zugelegt. Die Widersacher um Giger und Forrer müssen sich also etwas einfallen lassen, wenn sie den Bündner bei nächster Gelegenheit bodigen wollen.