55 Partien in 21 Tagen

Der frühere St. Galler U21-Trainer Armand Benneker gehört in der Südtürkei dem vierköpfigen Scouting-Team des Ostschweizer Clubs an, das 55 Partien besucht und 1000 Spieler gesehen hat.

Patricia Loher/Belek
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Armand Benneker Scout FC St. Gallen (Bild: Ralph Ribi)

Armand Benneker Scout FC St. Gallen (Bild: Ralph Ribi)

FUSSBALL. Das Scouting-Team des FC St. Gallen hat drei Wochen in der Südtürkei verbracht. Allein Armand Benneker, der frühere Trainer der Nachwuchsequipe, sah sich 40 Spiele und pro Tag im Durchschnitt zwei Trainingseinheiten an. Der Club betrieb einen grossen Aufwand, um Gegner wie Thun oder Vaduz zu beobachten, neue Trainingsmethoden auszumachen oder Spieler zu entdecken, die interessant sein könnten.

Benneker sagt, er habe rund 1000 Akteure gesehen in diesen Tagen, da sich in der Südtürkei 50 Proficlubs aus aller Welt versammeln, um ihr Trainingslager zu absolvieren. Die Voraussetzungen seien perfekt: «Wo sonst ist es möglich, auf so kleinem Raum so viele Spieler und Partien zu beobachten?»

Eine hochprofessionelle Arbeit

Der FC St. Gallen habe eine «hochprofessionelle» Arbeit betrieben, sagt Benneker. Fiel einem Scout ein Spieler auf, wurde noch ein anderer Beobachter auf diesen Akteur angesetzt. St. Gallens Scouting-Team gehörten nebst Benneker auch Videoanalyst Nnamdi Aghanya, Steven Heyer und Sportchef Christian Stübi an. Wenn es abends jeweils darum ging, die Flut von Informationen auszuwerten oder allenfalls interessante Spieler genau zu durchleuchten, stiessen auch der Trainerstab um Joe Zinnbauer und Präsident Dölf Früh dazu. «Manchmal gingen solche Sitzungen bis weit nach Mitternacht», sagt Benneker, der anfügt: «Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Cheftrainer einen früheren Coach wie mich so tief in seine Arbeit einblicken lässt.» Der 46jährige Holländer, der im Sommer bei St. Gallens U21 durch Boro Kuzmanovic ersetzt wurde, mag seine neue Aufgabe. Auch wenn er sagt: «Ich bin Trainer aus Leidenschaft. Ich will auf den Platz zurück. Ich liebe es, Menschen besser zu machen.»

«Ein grosser Gewinn»

Der zweifache Familienvater war 17 Jahre lang Fussballprofi, er trainierte Teams in Holland und Österreich, bevor er 2011 die U18-Auswahl des FC St. Gallen übernahm. Seit er Scout sei, habe er sein Netzwerk weiter ausbauen können. Er kenne nun acht verschiedene Ligen in der Schweiz, Deutschland und Österreich fast in- und auswendig. «Auch für mich persönlich ist das ein grosser Gewinn.»

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