54 Anläufe zum Erfolg

British-Open-Sieger Darren Clarke wird beim European Masters in Crans-Montana zu sehen sein. Der Nordire wird im Wallis Anfang September auf die Weltnummern eins bis vier treffen.

Thomas Werner
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Geschafft: Der Nordire Darren Clarke freut sich in Sandwich über seinen ersten Erfolg an einem Major-Turnier. (Bild: epa/Kerim Okten)

Geschafft: Der Nordire Darren Clarke freut sich in Sandwich über seinen ersten Erfolg an einem Major-Turnier. (Bild: epa/Kerim Okten)

Golf. Weder der störende Wind noch die immer wieder heftigen Regenschauer trübten die Laune von Darren Clarke auf der Schlussrunde. Völlig entspannt konnte der 42jährige Nordire die letzten Spielbahnen angehen. Als bei seinem vermeintlich letzten Putt der Ball wenige Zentimeter vor dem Loch liegen blieb, entlockte ihm das nur ein Schmunzeln. Der Erfolg des 200:1-Aussenseiters war längst nicht mehr in Gefahr.

«Nordirland – Das Zentrum der Golf-Welt» liess Rory McIlroy bereits kurz danach via Twitter vermelden. Clarke war für den dritten nordirischen Erfolg an einem Major-Turnier innerhalb von nur 13 Monaten verantwortlich. Im Juni vergangenen Jahres triumphierte Greame McDowell an den US Open, vor einem Monat tat es ihm McIlroy gleich.

Brillante Tips von Tiger Woods

54 Anläufe brauchte Clarke, um sein erstes Major-Turnier zu gewinnen, nie kam er in die Top Ten. Vor 44 Jahren hatte mit dem Argentinier Roberto de Vicenzo letztmals ein über 40-Jähriger seinen Premierensieg bei einem Turnier der höchsten Kategorie erringen können. Clarke bekam auf dem Weg zum Erfolg von seinem Freund Tiger Woods Hilfestellung aus der Ferne. Die ehemalige Weltnummer eins fehlte in Sandwich wegen einer Knieverletzung. «Ich habe einige brillante Ratschläge von ihm bekommen, die mir das Siegen am Ende wirklich erleichtert haben», sagte Clarke.

Auch McIlroy, der das Turnier auf dem 25. Rang beendete, hatte ihm vor der Schlussrunde eine Textmitteilung zukommen lassen: «Geh hinaus und zeige ihnen, wie gut Du bist.» Es ist die identische Aufforderung, die er im Juni vor seinem US-Open-Sieg von Clarke erhalten hatte.

Clarke, der dank seines Erfolgs in der Weltrangliste einen Sprung von Rang 111 auf Rang 30 machte, gehörte während vieler Jahre zu den stärksten Golfern Europas. Seit dem Tod seiner an Brustkrebs erkrankten Ehefrau im August 2006 hatte er aber nie mehr die Konstanz und die Spielstärke früherer Jahre erreicht. Ein Zeichen neuer Stärke war dann im Mai dieses Jahres der Erfolg auf Mallorca, wo er sich seinen 13. Turniersieg auf der European Tour holte.

Der Erfolg an den British Open soll nicht der letzte bleiben, jetzt wolle er noch «einige weitere solcher Dinger gewinnen». Er habe gesehen, dass er immer noch gegen die besten Spieler der Welt bestehen könne, «das will ich auch weiterhin tun».

Sympathien für Crans-Montana

Eine Gelegenheit dazu bekommt Clarke vom 1. bis 4. September in Crans-Montana. Seine Gegner am European Masters werden dann unter anderem die Weltnummern zwei bis vier sein: der Engländer Lee Westwood, der Deutsche Martin Kaymer und Landsmann McIlroy. Gewonnen hat Clarke im Wallis noch nie, er hegt aber Sympathien für den Platz auf dem Hochplateau und das Turnier in der Schweiz.