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50-JAHR-JUBILÄUM: «Man müsste neue Wege gehen»

Am Sonntag starten 14 200 Läufer am Engadiner, so viele wie noch nie, der Jubiläumslauf ist ausverkauft. Rennleiter Adriano Iseppi spricht über Kapazitätsgrenzen und Zukunftsvisionen.
Ralf Streule
Will der Engadiner weiterwachsen, braucht’s neue Rennformen. (Bild: Alessandro Della Bella/KEY)

Will der Engadiner weiterwachsen, braucht’s neue Rennformen. (Bild: Alessandro Della Bella/KEY)

Interview: Ralf Streule

Adriano Iseppi war in den vergangenen Tagen als Co-Kommentator der olympischen Langlaufrennen in Pyeongchang im Einsatz. Nun folgt für ihn als Rennleiter des Engadin Skimarathon die nächste grosse Aufgabe. Der Bündner erzählt, mit welchen Langlaufgrössen noch zu rechnen ist, spricht von den Herausforderungen des Jubiläumslaufs – und inwiefern der Wasalauf in Schweden Vorbild sein könnte.

Adriano Iseppi, der Engadiner 2018 ist längst ausverkauft. Wenn Dario Cologna doch noch teilnehmen will, drückt man ein Auge zu, nehmen wir an?

Selbstverständlich. Alle, die das Potenzial für einen Platz unter den ersten 50 haben, nehmen wir noch auf. Was Dario angeht: Wir sähen ihn natürlich gerne am Engadiner. Am Samstag steht aber ein harter 50-km-Lauf in Oslo an, es wird wohl schwierig. Auch wenn Remo Fischer es einmal schaffte, den 50er zu laufen und dann am Tag darauf den Engadiner zu gewinnen.

Eine konkrete Anfrage an Dario Cologna ist gestellt?

Natürlich. Das Problem ist, dass es am Samstagabend keinen Direktflug Oslo–Zürich mehr gibt.

Sie waren als Co-Kommentator an Olympia nahe an den Sportlern dran. Haben Sie für den Engadiner geworben?

Ich habe natürlich bei vielen nachgefragt. Vielleicht schafft es der Sprint-Olympiazweite Federico Pellegrino. Und der zweifache Engadiner-Sieger Roman Furger würde auch gerne teilnehmen – aber auch bei ihm ist es offen, da er im Weltcup eingesetzt wird. Er ist, wie andere auch, mit dem Verband in Gesprächen, ob er an seinem Lieblingslauf – der Engadiner liegt ihm extrem – teilnehmen darf. Sicher angemeldet sind zum Beispiel Ilja Tschernussow, der Norweger Anders Gloersen oder Curdin Perl, der seine Profikarriere kürzlich beendet hat. Und mit Jean-Marc Gaillard ist ein Olympia-Medaillengewinner dabei: Er gewann mit der französischen Staffel die Bronzemedaille.

14 200 sind angemeldet, mit Zusagen einiger Profis werden es noch mehr. Können Nichtangemeldete hoffen, dass ihnen die Grippewelle in die Hände spielt und viele ihre Startplätze abgeben?

Erfahrungsgemäss gehen sechs bis acht Prozent nicht an den Start aus gesundheitlichen und anderen Gründen. Von diesen Personen haben dieses Jahr mehr als sonst ihren Startplatz zurück- oder weitergegeben. Wir rechnen, dass dieses Jahr lediglich drei bis vier Prozent der Angemeldeten nicht starten.

Hat der Ansturm auf Startplätze mit dem 50-Jahr-Jubiläum zu tun? Der Lauf wurde stärker beworben als sonst.

Das ist wohl nicht der Hauptgrund. Es lag früh Schnee in tiefen Regionen, auch Unterländer konnten früh mit dem Training beginnen. Zudem ist der Langlaufboom schlicht ungebrochen. Und am Ende war es vielleicht auch unsere Kommunikation, ja. Und natürlich ist auch immer wieder die Rede vom «Cologna-Effekt» – auch seine Erfolge tragen das ihre dazu bei.

Weshalb könnte man nicht mehr Läufer zulassen? Finanziell interessant wäre es.

Es gibt mehrere Hauptprobleme: Die Nadelöhre auf der Strecke, der Aufstieg bei der Schanze in St. Moritz zum Beispiel. Dann die Verpflegung, die an ihre Grenzen stösst. Der Effektentransport und die Organisation im Startgelände. Um noch mehr Teilnehmer zulassen zu können, müsste man wohl andere Wege gehen.

Welche?

Der Wasalauf in Schweden könnte ein gutes Beispiel sein. Dort starten über 30 000 Leute über die 90-km-Strecke. Aber nicht alle gleichzeitig, es gibt die Möglichkeit, in der Woche vor dem offiziellen Rennen den Lauf ohne Massenstart aber mit Zeitmessung zu absolvieren. Zudem werden viele andere, kleinere Rennen angeboten. Über 66 000 Teilnehmer zählt man so am Ende. Bei uns im Engadin geht es schon jetzt in eine ähnliche Richtung: Mit dem Frauenlauf, dem Sprintwettbewerb und dem Nachtlauf in den Tagen zuvor. Man könnte noch weitere Läufe organisieren oder allenfalls die Hauptstrecke analog dem Wasalauf auch bereits vorher anbieten – und so den Druck etwas vom Sonntag nehmen.

Dennoch: Der Höhepunkt ist für viele der Sonntagmorgen. Kann man schon Voraussagen zu den Bedingungen machen?

Dass es so winterlich geblieben ist, spielt uns sicher in die Karten. 2017 regnete es in den Tagen vor dem Rennen, wir mussten gar um die Durchführung bangen. Dies ist nun nicht so, die Loipe ist in einem perfekten Zustand, auch über die Seen. Was das Wetter angeht, sind Prognosen noch schwierig.

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